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Werden die Griechen die Ölscheichs des 21. Jahrhunderts?

“Greece has one of the largest refining capacities in the Balkans, as well as one of the most strategic geopolitical locations in Europe, with an impeccable shipping industry that can actually provide Europe with natural gas,” said Chryssa Tsouraki, one of the organizers of the Cypriot-Greek Oil & Gas Summit in Larnaca last month.

“Greece has one of the largest refining capacities in the Balkans, as well as one of the most strategic geopolitical locations in Europe, with an impeccable shipping industry that can actually provide Europe with natural gas,” said Chryssa Tsouraki, one of the organizers of the Cypriot-Greek Oil & Gas Summit in Larnaca last month.

Seit etwa 30 Jahren ist bekannt, daß es im östlichen Mittelmeer Öl- und Gasvorkommen gibt. In der nordgriechischen Region um Epanomi bei Thessaloniki sind große Erdgasvorkommen nachgewiesen, in der Ägäis gibt es ebenso wie in den Grenzgewässern zu Israel und der Türkei zudem große Ölvorkommen. Wie groß diese tatsächlich sind, war bis vor wenigen Monaten nicht bekannt.

Erst vor dem Hintergrund der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise hatte Athen internationalen Konsortien Bohrungen gestattet, die jedoch unter Begleitschutz der griechischen Marine stattfinden mußten, weil die Türkei ebenfalls Ansprüche geltend machte und militärisch mit dem Säbel rasselte. Die Amerikaner haben nun insgeheim ein Abkommen zwischen Griechen und Türken vermittelt, nach denen beide Regierungen den gleichen Anteil aus den Gewinnen der Ölförderung in hoheitsrechtlich umstrittenen Gewässern bekommen – und amerikanische Konzerne werden die Konzessionen bekommen. Verarbeitet wird das Öl in türkischen Raffinerien.

Es geht also um ganz etwas anderes, als um die Schulden der Griechen. Es geht um Öl bzw. ca. 9 Bio m³ Gas.Betrachtet man die aktuellen Ereignisse in der Region vor diesem Rohstoffhintergrund, werden viele fragwürdigen Ereignisse in den letzten Jahren plötzlich plausibel.

Der Spiegel schreib darüber bereits 1974:

Flamme aus dem Wasser – Griechenlands Inseln schwimmen auf Öl. Doch die Türken wollen auch was davon haben. Bisher konnten die Vorkommen weder erkundet noch ausgebeutet werden auf Grund der daraus resultierenden Konflikte vorallem mit der Türkei (Zypern):Der griechisch-türkische Konflikt um die Ägäis und ihr Erdöl treibt hart am Rand des Krieges. (1976)

Zypern, Israel, Türkei und Libanon erkunden jetzt bereits die Gasvorräte vor ihren Küsten.

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  • Amerikanische Ölfirmen haben bereits mit Bohrungen begonnen und Israel baut für wirklich viel Geld auf Zypern einen Verladeterminal für Flüssiggas. Solange Griechenland im Euro ist, würde dieses Öl auch in Euro abgerechnet.
  • Nordseeöl hingegen wird schon in Dollar abgerechnet, weil die Förderländer Großbritannien und Norwegen dem Euroverbund nicht angehören.

Man kann davon ausgehen, daß in zwei bis drei Jahren in Griechenland Öl gefördert und exportiert wird. Sollte also Griechenland aus dem Euro ausscheiden, zur Drachme zurückkehren, dann wird griechisches Öl selbstverständlich in Dollar abgerechnet (Stand derzeit, sollten die Griechen allerdings in den Währungsverband der Eurasischen Union einsteigen, wird ihr Öl selbstverständlich in der Landeswährung mit Währungen aus Rußland, China oder dem Iran etc. gegengerechnet) Die Griechen werden reich sein. Die Griechen aus einem Restaurant nebenan sagen: “Jeder Grieche weiß das.” Wären sie dann noch im Euro, würde der ganze Euro-Raum davon profitieren.

Und so stellt sich die Frage: Was geht da hinter den Kulissen ab?

  • Welche Verträge hat Griechenland mit den amerikanischen Ölfirmen abgeschlossen?
  • Warum wird das griechische Öl nicht gemeinsam von den Ländern Europas erschloßen?
  • Warum wird die europäische Bevölkerung nicht informiert?
  • Warum werden die Griechen mit „Sparprogrammen“ tyrannisiert, obwohl bekannt ist, daß Griechenland in Kürze in Öl und damit in Geld schwimmt?
  • Warum hat Griechenland hunderte amerikanischer Kampfpanzer gekauft?

Ist es nicht ein wirklich auffälliger Zufall, daß die Schuldenkrise in Europa just im Jahr 2010 ausbrach? Dem Jahr, in dem man erste handfeste Beweise für gewaltige Öl- und Gaslagerstätten im östlichen Mittelmeer fand.

Verdachtsmomente und erste Ergebnisse hierfür gab es zwar schon früher, doch erst in den letzten Jahren mehrten sich die handfesten Daten. Und ist es nicht ebenso ein auffälliger Zufall, daß im Rahmen dieser Finanzkrise Griechenland und Zypern systematisch unter anderem von Deutschland durch die angeblich “fehlgeleitete Krisenpolitik Angela Merkels” in die Kapitalmarktunfähigkeit und damit unter die Kuratel der Eurozone/Deutschlands getrieben wurde?

Für viele Stammtischpolitiker in Deutschland ist es dagegen schlicht unbegreiflich, warum die Eurozone noch an solchen Problemländern wie Griechenland und Zypern festhält. Das wäre doch ein Fass ohne Boden und Griechenland hätte langfristig sowieso keine Chance auf eine wirtschaftliche Gesundung, so der unwissende Tenor aus diesen Reihen.

Das Problem ist bloß, daß diese Leute den Boden des Fasses nicht sehen, selbst wenn man ihnen diesen aufs Hirn nageln würde. Um es auf einige Zahlen herunterzubrechen, muß man sich nur klarmachen, um welche Summen es hier im östlichen Mittelmeer geht. Ich rechne hier nur mit Erdgasvorkommen im Levante-Becken (gelbe Umrandung):

Bei 9 Bio. Kubikmeter Gas (mittlerer Preis/m3: ~0,80 Euro-Cent) sprechen wir hier insgesamt von einem Ausbeutungswert von 7,2 Bio. Euro. Wenn wir annehmen, daß Griechenland oder Zypern nur 10% von diesem Gas und Öl beanspruchen können (die anderen sind: Türkei, Ägypten, Israel, Libanon, Syrien), was eine äußerst konservative Schätzung darstellt, dann dürften für die beiden Länder eine Summe von 720 Mrd. Euro abfallen. Damit kann Griechenland dann locker seine restlichen Schulden zurückzahlen und weiterhin über viele Jahre hinweg eine Menge deutscher Güter und Rüstungswaren kaufen. Bei diesen Berechnungen sind die großen Gas- und Ölvorkommen in der Ägäis und im Ionischen Meer noch gar nicht einbezogen (wird aktuell ansatzweise exploriert)

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Was ist das Problem?

    • Den Amerikanern gefällt es nicht, daß die Pipeline ausschließlich durch EU-Staaten verläuft und das Öl und Gas in EURO fakturiert werden würde. Über einem NATO-Partner kann man auch schlecht eine Flugverbotszone ausrufen.
    • Die OPEC bekäme starke Konkurrenz und die Preise würden sinken.
    • Griechenland ist von ultimativer Wichtigkeit für die Amerikaner und Engländer (BP) wegen der Energieflüsse durch den Bosporusund durch den Suezkanal. Zypern ist wie ein großer Flugzeugträger.
    • Und die EU? Ein mit einem kräftigen Finanzpolster ausgestattetes Griechenland, das beispielsweise Hafenanlagen massiv ausbaut, um den Reedereien einen kurzen Weg vom Suezkanal zu ermöglichen und so eine bessere Auslastung der Frachtschiffe zu ermöglichen? Kaum vorstellbar, daß das in Hamburg, Rotterdam, London, Le Havre und so weiter auch nur im Ansatz auf Begeisterung trifft.