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Varoufakis: „Das Geld der Deutschen ist verloren”

Varoufakis fand auch deutliche Worte zu den Forderungen der Gläubiger: „Das ist, als ob man eine kranke Kuh schlägt, damit sie mehr Milch gibt.”

10.06.2015 – 11:56
Griechenlands Finanzminister Janis Varoufakis meint, die Geldgeber könnten ihre Hilfsgelder für sein Land abschreiben, schuld daran seien sie aber selbst.

Im Gegensatz zu Angela Merkel und Werner Faymann, glaubt der griechische Finanzminister Janis Varoufakis nach eigenen Worten nicht daran, daß die europäischen Steuerzahler ihre Griechenland-Hilfen jemals zurückbekommen werden. „Die Deutschen haben bereits zu viel Geld gegeben”, meinte Varoufakis gegenüber dem deutschen „Tagesspiegel”. „Aber es ist verloren. Es ist in einem schwarzen Loch verschwunden.”

Varoufakis betonte allerdings, daß das Geld niemals nach Griechenland geflossen sei, sondern „direkt an die Banken gegangen” sei. Den Steuerzahlern im Rest Europas haben deren Politiker dies zwar als Rettung Griechenls verkauft, in Wahrheit hätten sie damit aber nur die eigenen Banken gerettet.

Hartnäckig wie auch sein Ministerpräsident Tsipras zeigte sich Varoufakis hinsichtlich Reformauflagen für Griechenland: „Dafür müssen wir eine rationale Lösung anstreben, und die kann nicht sein, daß von Griechenland verlangt wird, mehr von der Medizin zu schlucken, die Teil des Problems und nicht der Lösung ist”. Über einen Primärüberschuss könne man allerdings verhandeln, auch wenn er selbst von dessen Sinnhaftigkeit nicht überzeugt sei.
Verärgert zeigte sich Varoufakis über ein angebliches Stocken der Verhandlungen seitens der Geldgeber. „Die Institutionen haben keinerlei Zugeständnisse gemacht”, erklärte der griechische Finanzminister und ergänzte: „Als wir im Februar das erste Mal zusammenkamen, haben sie fast genau die gleichen Forderungen erhoben.”

„Kranke Kuh wird geschlagen”

Die Vorschläge, welche von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker letzte Woche präsentiert worden waren, könne man nur machen, „wenn man eigentlich gar keine Vereinbarung will”. Und Varoufakis fand auch deutliche Worte zu den Forderungen der Gläubiger: „Das ist, als ob man eine kranke Kuh schlägt, damit sie mehr Milch gibt.”
(relevant Redaktion)