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Nach 50 Jahren: Asimov-Prophezeiung für 2014 erstaunlich zutreffend

STIMME RUSSLANDS 04. Jänner 2014

Vor einem halben Jahrhundert hat der Science-Fiction-Autor Isaac Asimov das Leben im Jahr 2014 ausführlich geschildert. Seine damalige Prognose erscheint derzeit überraschend zutreffend.

Die Prognose, die Asimov bei der Weltausstellung in New York machte, wurde in der „New York Times“ veröffentlicht. Der Schriftsteller vermutete, 2014 werde der Strom zu 50 Prozent von Atomkraftwerken erzeugt. In den Wüsten von Arizona und Kasachstan kämen Solarkraftwerke zum Einsatz. Es gelinge den Menschen außerdem, Energie im Weltraum zu sammeln und an die Erde weiterzuleiten. Die Satellitenkommunikation werde Routine. Die Menschheit erreiche den Mars und plane dessen Kolonisierung, so die damalige Prognose.

50 Jahre sind seitdem vergangen und die Welt hat sich verändert. Viele Visionen von Asimov wurden Realität. Die Menschen schleppen ihre Telefone wirklich mit sich rum – und auf deren Displays kann man sich Bilder angucken und Bücher lesen. Elektrische Geräte funktionieren auch ohne ständigen Stromanschluss – mit Hilfe von Batterien und Akkus. Es gibt 3D-Kinos. Zu Hause braucht man weniger Zeit für langweilige Küchenarbeit, weil Mikrowellenherde, Schnellkochtöpfe und Toaster zur Verfügung stehen. Das Kochen ist für viele nur ein Hobby, weil zubereitete Speisen überall erhältlich sind.

Laut Asimov sollte sich das Erscheinungsbild moderner Städte drastisch ändern. Er prognostizierte flächengroße unterirdische Anlagen, weil man damit Heizkosten im Winter und Kühlkosten im Sommer sparen kann. Und tatsächlich befinden sich ganze Einkaufzentren derzeit unter der Erdoberfläche – von Parkplätzen ganz zu schweigen. Die Prognose, wonach es in Großstädten neben Parks auch Gemüsegärten und Weiden geben werde, erwies sich allerdings als wenig zutreffend. Auch in Bezug auf Fahrzeuge war der Schriftsteller etwas zu optimistisch: Aus seiner Sicht sollten sie nicht mehr rollen, sondern ein Meter über der Straße gleiten. Ähnliche „Gleiter“ vermutete er auch in Sachen Seetransporte – und hatte gar nicht so unrecht, wenn man sich etwa an Bodeneffektfahrzeuge erinnert.

Asimov prognostizierte weiter, im Jahr 2014 erreiche die Weltbevölkerung 6,5 Milliarden – und die US-Bevölkerung betrage rund 350 Millionen Menschen. Der Unterschied zu den realen Zahlen ist gering: Am 1. Juni 2013 lebten 316 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten. Der Schriftsteller vermutete, die zunehmende Bevölkerungszahl lasse die Menschen die Arktis und die Wüsten erschließen sowie neue Lebensmittel erfinden. In der Landwirtschaft setzte Asimov auf Mikroorganismen, die Hefe und Algen zum Essen verarbeiten sollen. Er ging davon aus, daß die Lebenserwartung in den Industrieländern 85 Jahre erreicht und die Geburtenrate kontrollierbar wird. 1964 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung 65 Jahre und selbst die Industrieländer hatten Schwierigkeiten mit der Geburtenkontrolle.

Als Hauptproblem der Menschheit im Jahr 2014 stufte Asimov die Langeweile ein. Die Psychologie werde rasante Fortschritte erzielen und Psychiater werde ein Prestige-Job sein, so die Prognose.

Viele Dinge, die damals prognostiziert wurden, beobachten wir heute auf Schritt und Tritt, sie erscheinen gewohnt und sogar banal. Doch im Jahr 1964 klangen Asimovs Behauptungen gewagt und manchmal absolut fantastisch. Manche seiner Ideen wurden bislang nicht in die Praxis umgesetzt. Die Erfinder von heute sollten sie vielleicht ins Visier nehmen.