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Greg Page, der Mann, der das Essen der Erde kontrolliert

Bild: Greg Page, CEO von Cargill Minnesota fotografiert in der Firmenzentrale in Minnetonka

Er ist 59 Jahre alt und gibt keine Interviews. Sein Name und der seines Unternehmens sagen Dir wahrscheinlich nichts. Doch durch seine Hände gehen die meisten Lebensmittel, die Sie sich vorstellen können.
Cargill ist eines von vier Unternehmen, die 70% des Welthandels mit Lebensmitteln kontrollieren.

Während die Welt vor der größten Lebensmittel-Krise seit Jahrzehnten steht, macht CARGILL “Cash”, indem sie den Markt “lesen”.

Und der Mais für die Nachos, das Sonnenblumenöl, der Phosphatdünger …?
Und die Stärke der Mineralölbranche, die sie braucht bei der Verarbeitung, um sie zu Ethanol umwandeln und ins Benzin zu mischen ?

Raten Sie mal !
Suchen Sie nicht nach Marken oder Etiketten von CARGILL , Sie werden Sie nicht finden. Cargill hat eine lange Geschichte auf Zehenspitzen hinter sich.

Wie kann ein Unternehmen, das schon im Jahr 1865 gegründet wurde, mit 131.000 Mitarbeitern, aufgeteilt auf 67 Länder mit einem Jahresumsatz von 120 Milliarden Dollar, viermal so groß wie Coca-Cola und fünfmal so groß wie McDonald so unbekannt sein ?

Wie kann man es erklären, daß ein so riesiges Unternehmen mit Konten größer als die Wirtschaft von Kuwait, Peru und anderer 80 Länder sich so völlig unbemerkt entwickelt hat ?

Ja, die Zahlen überraschen, aber Cargill wird nicht an der Börse geführt und ist so niemandem Rechenschaft schuldig.

Die Gesellschafter, das sind ein Schwarm von Nachfahren der Gründer, der Brüder Wilhelm und Samuel Cargill, zweier Landwirte aus Iowa, die im 19.Jahrhundert auf der grünen (Prärie-) Wiese , an einem Ort, der auf keiner Landkarte verzeichnet war, ein Imperium aufgebaut haben mithilfe von Kornsilos und einer Eisenbahnverbindung.
Später nahm ein Schwager – John MacMillan – die Zügel in die Hände und über Jahrzehnte haben Cargill und MacMillan mit Getreidesilos, Mühlen, Salzbergwerken, Schlachthöfen und einer Flotte von Handelsschiffen das Imperium ausgebaut .

Heute teilen sich etwa 80 Nachkommen die Erlöse und spielen Golf.

Von ihnen ist wenig bekannt außer daß die Männer an Feiertagen schottische Röcke tragen, um die Vorfahren zu ehren.
Und daß sieben davon im “Board of Directors” sitzen und daß sie in der Forbes Liste der reichsten Menschen auf dem Planeten stehen, mit einem Vermögen von rund 7 Milliarden (pro Nase).
Präsident des Unternehmens ist Greg Page, eine phlegmatischer Typ, der sich darin gefällt, zu sagen,

“Cargill habe sich der Vermarktung der Photosynthese gewidmet.”

In Wirklichkeit gibt es nur wenig zu scherzen.

In diesem Jahr sind die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe geschnellt: 80% beim Weizen, 63% bei Mais und beim Reis fast 10%, das sind die drei Körner, die diese Welt ernähren.

Es gibt historische Höchststände, warnt die FAO, Preiserhöhungen, die im Jahr 2008 in 40 Ländern Unruhen verursachten und 130 Millionen Menschen zum Hunger verurteilten. Und die Preise steigen weiter, so prognostiziert der Financial Times.

“Der Preis für Getreide ist von entscheidender Bedeutung für die Ernährungssicherheit, weil dies das grundlegende Element der armen Länder ist. Wenn die Preise dort weiter steigen, werden diese Revolten weitergehen.”

Die Ursachen sind vielfältig.

  • Eine Abfolge von Dürren, Missernten und Spekulationen.
  • Ein paar Leute, die damit Geld verdienen.
  • Und unter ihnen sind die Mammut-Unternehmen, die den Welthandel in Getreide zu steuern.

Cargill hat im letzten Halbjahr den Gewinn verdreifacht und sein Ergebnis um mehr als 4000 Millionen Dollar gesteigert, ein Rekord im Jahr 2008 auf dem Höhepunkt der Nahrungsmittelkrise.
Das Unternehmen hat darauf gewettet, daß durch die Dürre in Rußland, einem der größten Getreideproduzenten der Welt, Wladimir Putin gezwungen sein würde, die Ausfuhren zu verbieten, um den Inlandsverbrauch sicher zu stellen.
Und raten Sie mal.

“Wir haben einen guten Job gemacht beim Studium der Märkte und wir haben schnell reagiert“, erklärte ein Sprecher von Cargill.

Worin bestand diese Reaktion?

Es ist im Wesentlichen ein Monopoly, bei dem man die Ernten der Zukunft aufkauft schon bevor noch ein Samen gesät wurde, und sie dann an dem einem oder anderen Ort auf dem Planeten verkauft, wo dies rentabler ist ..