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Die russische Maus bedroht den amerikanischen Elefanten

Von Eric Margolis, antikrieg.com

„Die Russen kommen! Die Russen kommen!“ Dieser Schrei hallte diese Woche aus dem Pentagon, von den Medien der Vereinigten Staaten von Amerika und den republikanischen Kandidaten um das Amt des Präsidenten

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Wie dämlich. Es scheint, daß die Russen sechs Panzer nach Syrien geschickt haben, einiges an Artillerie und einen Haufen von Militärtechnikern in zwei Militärstützpunkte an der Küste Syriens in der Nähe von Latakia. Laut den republikanischen Kriegstreibern greifen die verflixten Sowjets … ups, ´tschuldigung, Russen … militärisch in den fünf Jahre alten Krieg in Syrien ein und planen neue Militärbasen in dem strategisch wichtigen Land am Mittelmeer.

Das ist wie der Esel, der den Hasen Langohr schimpft. Die Vereinigten Staaten von Amerika besitzen um die 800 militärischen Einrichtungen rund um die Erde. Rußland betreibt nur eine Handvoll kleiner Basen in der Nähe seiner Grenzen.

Dazu ausführlich in gewohnter Länge ein Interview : Professor Andrej Fursow: Schlag gegen Syrien – Ziel: Rußland http://magazine.tnn-online.net/blog/865/
Die Ausnahme bildet Syrien, wo Rußland seit fast 50 Jahren eine kleine Nachschub-/Reparaturanlage in Tartus und eine elektronische Abhöranlage betreibt. Seit langer Zeit ist Rußland Syriens wichtigster ausländischer Verbündeter und Waffenlieferant.

Während die Vereinigten Staaten von Amerika nahezu den gesamten Mittleren Osten beherrschten – ich bezeichne das als American Raj – wurde Syrien als eine beschränkte sowjetische/russische Einflußsphäre betrachtet. Das ist alles.

Washington entzündete den Bürgerkrieg in Syrien, indem es Anti-Regierungskräfte aus dem Libanon und aus Jordanien ins Land einschleuste. Im Lauf der letzten fünf Jahre haben die Vereinigten Staaten von Amerika gemeinsam mit Israel, Frankreich, Britannien und Saudiarabien die syrischen Anti-Assad-Rebellen bewaffnet, finanziert und geleitet. Die Saudis hetzten ihre geheime Waffe gegen Damaskus, die syrisch-irakische Bewegung des Islamischen Staates.

Mit den USA in Saudi-Arabien konzipiert und eingesetzt: Die Geheimwaffe gegen Assad und Russische Präsenz: der Islamische Staat.

Mit den USA in Saudi-Arabien konzipiert und eingesetzt: Die Geheimwaffe gegen Assad und Russische Präsenz: der Islamische Staat.

Das Ziel des Westens in Syrien war der Sturz der Regierung, weil diese so eng verbündet ist mit den Iran, der Hezbollah des Libanon und Rußland. Präsident Bashar Assads säkulare Regierung in Damaskus schafft es garade, die Rebellen und Mobs fanatischer Jihadisten abzuhalten, die von den Saudis und Washington geschickt werden – welches vorgibt, den Islamischen Staat zu bekämpfen. In Wirklichkeit ist der Islamische Staat, oder IS, ein geheimer Alliierter Amerikas.

Erstaunlicherweise sieht es so aus, als ob wenige der Machtzentren in Washington damit gerechnet hätten, daß die Machinationen der Vereinigten Staaten von Amerika in Syrien letztendlich eine russische Reaktion provozieren würden.

Der Multimilliardär Sheldon Adelson finanziert "Israel-First" Präsidentschaftskandidaten

Der Multimilliardär Sheldon Adelson finanziert “Israel-First” Präsidentschaftskandidaten

Republikanische Kandidaten wie Marco Rubio, Ted Cruz und Carly Fiorina schienen ganz kribbelig auf einen Krieg gegen Rußland zu sein. Das sind Kreaturen von Amerikas wichtigstem Neokonservativen, dem Kasinomogul Sheldon Adelson. Die meisten Nichtamerikaner müssen erschrocken sein, diese Kriegstreiberei und Begünstigung von Israels ganz weit rechts stehenden Rechten mitzuverfolgen.

Man fragt sich, ob dies Amateurstrategen mehr als eine syrische Stadt beim Namen nennen können. Oder ob sie begreifen daß Syrien so nahe bei Rußland liegt wie Columbus, Ohio bei New York?

Erinnert sich jemand, daß im 19. Jahrhundert Rußland behauptete, der Beschützer der Christen im Mittleren Osten zu sein? Diese Woche erneuerte Präsident Vladimir Putin dieses Versprechen, indem er sagte, er wolle die 2 Millionen Christen der Levante beschützen, die jetzt ernstlich durch den IS bedroht sind.

US-Militärbasen weltweit, Stand 2013

US-Militärbasen weltweit, Stand 2013

Warum dürfen die USA Militärbasen an Orten wie Djibouti, Okinawa, Diego Garcia, Uganda, Somalia, Qatar, Afghanistan, Südkorea, Bulgarien, Japan, Italien, Rumänien, Pakistan, Irak und Spanien betreiben, um nur einige wenige zu nennen, während es für Rußland ein großes Nein setzt, wenn es wagt, eine ganz kleine Basis in Syrien zu haben?

Weil das Imperium nein sagt.

Rußlands Militärbudget beträgt ein Zehntel dessen der USA. Zusammen mit ihren reichen Allierten wie Europa und Japan entfallen auf die Vereinigten Staaten von Amerika 70% der weltweiten Militärausgaben. Die einzige reale Gefahr, die Rußland für die Sicherheit der USA darstellt, wird sich einstellen, wenn Washingons ungeschicktes Murksen in Syrien, im Irak und in der Ukraine einen direkten Zusammenstoß mit Russlands militärischen Kräften provoziert. Der Westen kann von Glück reden, daß er den vorsichtigen nüchternen Vlad Putin im Kreml hat. Dieser hat bereits einen Krieg zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Rußland in Syrien abgewendet und fordert wieder direkte Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Rußland über die ansteigende Krise.

Aber hat wirklich jemand gedacht, daß der sehr zähe Putin nichts tun würde, während die Vereinigten Staaten von Amerika und deren Alliierte Syrien in Stücke reißen?

Wie dumm und arrogant wäre das. Imperiale Überheblichkeit gepaart mit dreister Ignoranz.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf: http://antikrieg.com/aktuell/2015_09_20_dierussische.htm