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Zukunftsvision Plastikinsel: recycledisland.com

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Die Plastikinsel wird mit öffentlichen Geldern finanziert und soll erforschen, wie sich die Meere säubern lassen und gleichzeitig einen nachhaltiger Lebensraum für Menschen geschaffen werden kann.

Ein holländisches Architektenteam will im pazifischen Ozean eine künstliche Insel aus Plastikmüll errichten.

Folgt auf das Plastikmüllboot die Plastikmüllinsel?

Gerade sind Umweltaktivisten auf einer 10.000 Seemeilen langen Mission mit dem Plastikflaschen-Katamaran “Plastiki“ am Ziel in Sydney angekommen, da planen Architekten aus den Niederlanden eine weitere Protestaktion gegen die gigantischen Mengen an Müll, die seit Jahrzehnten in den Weltmeeren schwimmen. Die künstliche Insel “Recycled Island“ soll nordöstlich von Hawaii im Pazifik entstehen – unweit jener Stelle, wo bedingt durch Meeresströmungen und Luftmassenbewegungen der größte ozeanische Müllstrudel mit 44.000 Tonnen Plastik entstanden ist.

Die riesige Plastikinsel soll mit öffentlichen Geldern finanziert werden und bewohnbar sein. Erste Entwürfe für das futuristische Projekt hat das Architektenteam “WHIM architecture“ bereits veröffentlicht. Demnach soll “Recycled Island“ aus angeschwemmtem Plastikmüll aus dem pazifischen Müllstrudel errichtet werden.

Um als Bausubstanz Verwendung zu finden, muß der aus dem Ozean gefischte Abfall sortiert, gereinigt und geschreddert werden. Dann wollen die Planer das Recycling-Material erhitzen und im Lego-Stil als Kunststoff-Baumaterial zu Häusern zusammensetzen.

 

Bis zu 500.000 Menschen könnten auf dieser Insel leben und müßten auch nicht auf einen Traumstrand verzichten. (Bild: WHIM architecture)

Bis zu 500.000 Menschen könnten auf dieser Insel leben und müßten auch nicht auf einen Traumstrand verzichten. (Bild: WHIM architecture)

Schon in der Startphase soll das künstliche Eiland eine Fläche von 10.000 Quadratkilometern umfassen – das entspricht ungefähr der Größe der Insel Hawaii und bietet theoretisch Platz für eine halbe Million Menschen.

Von der Bausubstanz einmal abgesehen ist “Recycled Island“ ganz als Öko-Insel geplant. Der Strom stammt aus alternativen Energiequellen wie Sonne und Wasser, kompostierbare Toiletten und Seetang machen die Insel fruchtbar.

Die Insel könnte sich zur Gänze selbst versorgen und wäre damit von anderen Ländern unabhängig.
Das Projekt soll nach dem Willen von “WHIM architecture“ auch zu Forschungszwecken dienen und die Antwort die immer wichtigere Frage geben, wie kann man die Meere säubern und gleichzeitig nachhaltigen Lebensraum für Menschen schaffen kann.