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Wie Hexen das Fliegen lernten

Hexen fliegen auf dem Besen zum Bocksberg, wo sie der Teufel zum Gelage erwartet

Hexen fliegen auf dem Besen zum Bocksberg, wo sie der Teufel zum Gelage erwartet

Die wichtigsten Pflanzen einer Hexensalbe waren der Stechapfel, die Tollkirsche und das Bilsenkraut. Die Gifte dieser Pflanzen gehen über die Haut in das Gehirn und erzeugen dadurch einen halluzinogen Rauschzustand. Das Gehirn gaukelt einem vor, das man in der Luft fliegen kann. Derjenige der es eingenommen hat, kann es kaum nach dem Erwachen von der Realität unterscheiden. In Hexenprozessen erzählten die “Hexen” unter schlimmster Folter, das sie sich sogar in Tiere verwandeln konnten. Unsere heutige Forschung ist sich da sicher, das diese Halluzination der Eisenhut erzeugt, weil er über die Haut in die Nerven geht und ein Gefühl erzeugt, als ob einem Haare oder Federn wachsen würden.

Selbstversuche mit Flugsalben in der Neuzeit

1954 wurde von Siegbert Ferckel ein Selbstversuch mit einer Hexensalbe dokumentiert. Er schmierte sich die Salbe auf die Brust. Kurze Zeit später bekam er Herzrasen und eine sehr starke Pupillenvergrößerung. Schwindelgefühl kamen noch hinzu und er konnte seine arme und Beine nicht mehr bewegen. So, als ob er in die Ahnen – oder Totenwelt hineingekommen wäre. In eine Parallelwelt, die wir mit unserem “normalen” Zustand gar nicht wahrnehmen.  Aus dem Dunklen schwebten ihm Gesichter zu, zuerst verschwommen, um dann Gestalt anzunehmen. Er schwebte mit einer grossen Geschwindigkeit aufwärts. Es wurde hell und durch einen rosa Schleier erkannte er, daß er über der Stadt schwebte. Die Gestalten begleiteten ihn auf seinem Flug durch die Wolken. Immer mehr kamen hinzu und tanzten einen Reigen um ihn herum. Am nächsten Morgen, als er wieder erwachte, meinte er, daß er zu neuem Leben erwacht sei.

Durch diese Salben und den Erzählungen darüber kam die Hexe zum Fliegen und auch heute noch verbinden wir die Hexe mit einem Besen, die sich durch die Lüfte schwingt. Im Jahre 1456 sagte man, daß die Kräuter für eine Hexensalbe nur an bestimmten Tagen gesammelt werden dürfen, z.B. die Wegwarte am Sonntag oder die Mondraute am Montag. Diese Salben wurden unter die Achselhöhlen, auf die Genitalien oder auf die Stirn geschmiert.

Ein Originalrezept aus dem Mittelalter :

  1. Tollkirsche, blauer Eisenhut, Malvenblätter, Bilsenkraut, schwarzer Nachtschatten, kriechendes Fingerkraut, Schlafmohn, gefleckter Schierling, Christrose, medizinischer Alkohol, tierisches oder pflanzliches Fett.
  2. Zerkleinere die frischen oder getrockneten Pflanzenteile grob und setze sie mit Alkohol zehn Tage in einem verschlossenen Gefäss an, seihe das Ganze dann durch ein feines Sieb ab und dicke die Essenz mit dem Fett zu einer Salbe ein.
  3. Bestreiche damit die Innenschenkel, die Achselhöhlen, das Geschlecht und evtl. noch die Schläfen dünn ein. Diese Salbe ist nur zur äußeren Anwendung gedacht und kann wegen der sehr giftigen Pflanzen bei falscher Anwendung Todesfolge haben.