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Weltwirtschaftskrise 1931: Wie die Bank of England den Goldstandard aufgab

Während der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1931 koppelte die Bank of England das Pfund vom Gold ab. Dies markierte den Beginn des Zerfalls des internationalen Goldstandards.

Heute existiert in keinem Land mehr ein Goldstandard. Das globale Geldsystem basiert auf FIAT-Währungen, die in nichts mehr fix konvertierbar sind.

Innerhalb kürzester Zeit entschieden Großbritanniens Regierung und die Bank of England über eine Abkoppelung des Britischen Pfundes an das Gold. Im Jahr 1931, inmitten der Weltwirtschaftskrise, welche den gesamten Globus umspannte, verloren Investoren aus Paris und New York das Vertrauen in das damals noch an Gold gebundene Pfund.

Die Bank of England war zu dieser Zeit verpflichtet, eine fixe Menge Gold in einem bestimmten Zeitraum gegen Britische Pfund auszuliefern. Das Land litt unter politischen Unruhen. Die erste nationale Regierung des Landes – eine Koalition zwischen der Labourpartei und den Konservativen – hatte einen Ansturm auf das Pfund ausgelöst.

Der Goldstandard wurde mit Krediten der Französischen Zentralbank und der Federal Reserve einige Zeit am Leben erhalten. Doch selbst die letzten Devisenreserven in Höhe von 125 Millionen Dollar und 3,1 Milliarden Francs erschöpften schnell. Weitere Kredite in Höhe von 200 Millionen Dollar und 5 Milliarden Francs wurden beantragt, im Jahr 1931 war es dann jedoch soweit: Großbritannien war pleite.

In einem erst 2015 freigegebenen Protokoll der Bank of England aus dem Jahr 1931 war eine Empfehlung der Bank of England an das Königshaus zu lesen, den Goldstandard aufzugeben, da man anderenfalls Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen könne.

Die Antwort des Premierministers ließ nicht lange auf sich warten: “Meine Herren, die Regierung Seiner Majestät nimmt mit höchster Priorität Bezug auf Ihr Schreiben, in welchem über die großen Schwierigkeiten bei der Erfüllung der Verbindlichkeiten der Bank of England vor dem Hintergrund des Gold Standard Act informiert wurde. Die Regierung Seiner Majestät ist der Meinung, daß die Bank of England Beschränkungen bei der Auslieferung von Gold in solchem Maße einführen sollte, wie sie es im nationalen Interesse erachtet.”

Die Bank of England fackelte nicht lange und gab den Goldstandard komplett auf. Es entstanden zwei Währungsblöcke: Der Goldblock mit Staaten mit Goldstandard, angeführt vom US-Dollar und der Sterlingblock mit FIAT-Währungen, die an das Pfund gekoppelt waren. In der Folge wertete das Pfund rasch ab und Großbritannien konnte sich von der Krise erholen. Zuvor war der Goldstandard während des Ersten Weltkriegs aufgegeben worden, um den Krieg gegen Deutschland zu finanzieren.

Im Jahr 1925 hatte der damalige Schatzkanzler Winston Churchill den Goldstandard wieder eingeführt, allerdings zur Vorkriegsparität (1 Pfund = 4,86 Dollar). Der führende britische Ökonom John Maynard Keynes hatte bereits seinerzeit vor einer dadurch entstehenden Depression gewarnt, was Churchill jedoch nicht berücksichtigte. Nach 1931 wurde der Goldstandard in Großbritannien nie wieder eingeführt.

Heute existiert in keinem Land mehr ein Goldstandard. Das globale Geldsystem basiert auf FIAT-Währungen, die in nichts mehr fix konvertierbar sind.

Quelle: http://www.telegraph.co.uk/finance/commodities/11330611/How-the-Bank-of-England-abandoned-the-gold-standard.html