Home / Aus den Blogs / Warum sind die USA so scharf auf „Farbrevolutionen“?

Warum sind die USA so scharf auf „Farbrevolutionen“?

hk1
hk3
hk4
hk2
hk5

Übersetzung eines wichtigen Leitartikels aus der Pekinger Volkszeitung vom 11. Oktober 2014:

Medienberichten zufolge hat sich Louisa Greve, eine Direktorin der US-amerikanischen Organisation National Endowment for Democracy (NED) bereits vor einigen Monaten mit Schlüsselpersonen der Bewegung „Occupy Central“ getroffen, um deren Aktivitäten zu koordinieren.

Louisa Greve ist Vizepräsidentin des NED und verantwortlich für dessen Programme in Asien, dem Mittleren Osten und Nordafrika. Seit mehreren Jahren erscheint ihr Name häufig auf Berichten über die „Unabhängigkeit Tibets“, über „Ost-Turkestan“, über die „Demokratie-Bewegung“ und über andere Kräfte, welche China destabilisieren und die chinesische Regierung in ihrer Tätigkeit behindern sollen. Sie war auch Gastgeberin für Konferenzen oder nahm an Konferenzen teil, welche sich mit dem „arabischen Frühling“ und den „Farbrevolutionen“ in anderen Regionen beschäftigten.

Es ist kaum wahrscheinlich, daß die USA zugeben werden, bei der „Occupy Central“-Bewegung manipulativ eingegriffen zu haben, ebensowenig wie sie es zugeben werden, daß sie sonstige gegen China operierende Kräfte manipulieren. Die USA sehen solche Aktivitäten jedoch als gerechtfertigt an, wobei Werte wie „Demokratie“, „Freiheit“ und „Menschenrechte“ zur Rechtfertigung dienen.

Den chinesischen Ausdruck 颜色革命 (yánsè gémìng = Farbrevolutionen) wird man sich merken müssen – er wird sicherlich künftighin noch häufiger in den chinesischen Medien auftauchen.

Die Mainstream-Medien der USA zeigen jedenfalls außergewöhnliches Interesse an „Occupy Central“.

Ihre Berichte und Kommentare sind voller Zustimmung und Lob. „Occupy Central“ wird als ein Pro-Demokratie-Bewegung dargestellt, quasi als Hongkong-Version der bisherigen „Farbrevolutionen“. Dementsprechend wurde der Bewegung die Bezeichnung „Regenschirmrevolution“ verpasst [Anm.d.Übers.: in Hongkong dauert die jährliche Regensaison bis in den Herbst an].

Associated Press veröffentlichte einen Artikel mit dem Titel “Proteste der ‚Regenschirmrevolution breiten sich in Hongkong aus” und der Ausdruck „Umbrella Revolution“ erschien auch auf der Titelseite von The Times Asia; ein Bericht im Wall Street Journal über Hongkongs demokratischen Aufbruch behauptet sogar:

„Die Menschen in Hongkong haben über lange Jahre hinweg jeden direkten Konflikt mit Peking vermieden, wobei sie hofften, daß sie damit die chinesischen Behörden dadurch vielleicht überzeugen könnten, ihnen die Selbstverwaltung zu gewähren. Jetzt erkennen sie aber, daß ihre einzige Chance zur Erlangung der Demokratie darin besteht, diese direkt einzufordern.“

Drei früher in Hongkong tätige US-Generalkonsuln trafen vor kurzem zusammen, um einen offenen Brief zu veröffentlichen, in dem Kritik an der Vorgangsweise des Nominierungsausschusses für den Hongkonger Regierungsbeauftragten geübt wird. Dadurch wurde die politische Situation in Hongkong noch angespannter.

Es drängt sich geradezu auf, diese in der jüngsten Vergangenheit erfolgten Winkelzüge seitens von US-Regierung, Nichtregierungsorganisationen und Medien mit dem sattsam bekannten US-Engagement bei den „Farbrevolutionen“ in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, dem Nahen Osten, in Nordafrika und anderswo in Verbindung zu bringen.

Die USA geben vor, die „universellen Werte“ von „Demokratie“, „Freiheit“ und „Menschenrechten“ zu unterstützen, doch in Wirklichkeit vertreten die USA lediglich ihre eigenen strategischen Interessen und betreiben subversive Tätigkeiten gegen solche Regierungen, die sich ihrer Ansicht nach „unbotmäßig“ verhalten. Der US-Logik zufolge ist eine „demokratisches“ Land ein solches, das seine Politik mit US-amerikanischen Interessen abstimmt.

Die Ergebnisse der amerikanischen „Farbrevolutionen“ waren kaum je von Erfolg gekennzeichnet.

Der „arabische Frühling“ hat sich als ein „arabischer Winter“ erwiesen und die in der Ukraine betriebene „Politik auf der Straße“ hat lediglich zu Auseinandersetzungen und Abspaltungstendenzen geführt. Es gibt kaum Anzeichen einer wirklichen Demokratie in diesen Ländern, aber das schert die USA natürlich wenig.

Die USA mögen weiterhin davon träumen, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einmischen zu können, aber im Falle von Hongkong werden sie gegenüber der entschlossenen Haltung der chinesischen Regierung zur Aufrechterhaltung von Stabilität und Wohlstand in der Sonderverwaltungszone keine Chance haben.

Quelle:
world.people.com.cn/n/2014/1010/c1002-25800859.html(Chinesisch)
english.peopledaily.com.cn/n/2014/1011/c98649-8793283.html (Englisch)
http://freies-oesterreich.net/2014/10/13/warum-sind-die-usa-so-scharf-auf-farbrevolutionen/ (Deutsch)