Home / USA / Verarmte Staaten von Amerika: Land der Freien, Heimat der Hungernden

Verarmte Staaten von Amerika: Land der Freien, Heimat der Hungernden

Von aikos2309

foodstamps8
foodstamps4
foodstamps5
foodstamps6
foodstamps7

46 Millionen Amerikaner gehen zur Tafel und die langen Schlangen für schnell schwindende Nahrungsmittel beginnen um 6:30 Uhr in der Früh.

Die Tafel-Betreiber in ganz Amerika sagen, daß die Nachfrage nach ihrer Dienstleistung geradezu explodiert. Es verblüfft mich immer wieder, daß es immer noch Menschen da draußen gibt die behaupten, daß ein “wirtschaftlicher Zusammenbruch“ nicht stattfindet. Aus ihren klimatisierten Häusern in ihren kuscheligen Vororten spotten sie über den Gedanken, daß die US-Wirtschaft zerfällt. Wenn sie jedoch einfach mal hingehen und die lokalen Tafeln in ihrer Nähe besuchen würden, dann würden sie sehen, wie sehr die Menschen leiden.

Nach Aussage des Sprechers von Feeding America, Ross Fraser, haben im Laufe des Jahres 2014 46 Millionen Amerikaner mindestens ein Mal Essen von der Tafel bekommen. [*] Weil die Nachfrage so überwältigend geworden ist, kürzen einige Tafeln die Öffnungstage und die Menge an Nahrungsmitteln, die jeder Familie ausgehändigt wird. Wie Sie unten sehen werden, stellen sich viele verarmte Amerikaner bereits ab 6:30 Uhr in der Früh bei den Tafeln an, um sicherzugehen, daß sie etwas bekommen, bevor das Essen ausgeht.

[*AdÜ.: Die USA haben offiziell 318,9 Millionen Einwohner, 46 Millionen davon entsprechen 14,4 % – demnach reden wir hier von fast jedem 7ten US-Amerikaner! Laut www.tafel.de werden in der BRD regelmäßig 1,5 Millionen Menschen von den deutschen Tafeln unterstützt – das entspricht 1,9 % der Bevölkerung, also nicht einmal 1 von 50.]

Und trotzdem haben immer noch viele Menschen da draußen die Dreistigkeit zu sagen, daß in Amerika alles in bester Ordnung ist. Sie sollten sich schämen, daß sie das Leid von Abermillionen ihrer eigenen Landsleute ignorieren.

Die Armut in Amerika wird schlimmer, nicht besser. Und keine noch so große Meinungsmache von Barack Obama oder seinen Fürsprechern kann diese Tatsache ändern.

Für das laufende Jahr wird prognostiziert, daß die Tafeln in den Vereinigten Staaten die Rekordmenge von 4 Milliarden Pfund [1 US-pound = 0,453 592 37 kg, also rund 1,81 Mrd. kg oder 1,81 Mio. Tonnen] an Nahrungsmitteln abgeben. Im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt.

Und die Zahl wäre sogar noch höher, wenn die Tafeln mehr Nahrungsmittel zum Verteilen hätten. Die Nachfrage ist inzwischen so erdrückend, daß einige Tafeln tatsächlich die Menge an Nahrungsmitteln reduziert haben, die jede Familie bekommt.

Tafeln im ganzen Land sehen sich, trotz der wachsenden Wirtschaft, einer steigenden Nachfrage nach kostenlosen Nahrungsmitteln gegenüber, was einige Wohltätigkeitsorganisationen dazu veranlasst, die Menge der jeder Familie angebotenen Nahrungsmittel zu reduzieren.

(Bild: 1983 – Seitdem haben sich die Dinge nicht geändert)

Die Bedürftigen beginnen zu erkennen was geschieht, also kommen sie immer früher zu den Tafeln.

Eine Tafel in New Mexico hat jetzt bereits jeden einzelnen Tag ab 6:30 Uhr in der Früh lange Menschenschlangen vor der Tür.

“Die Menschen stehen bei uns jeden Tag ab 6:30 Uhr morgens Schlange“, sagt Sheila Moore, die die Essensverteilung bei The Storehouse leitet, der größten Tafel in Albuquerque, New Mexico und einer, bei der die Nahrungsmittel-Verteilung im vergangenen Jahr um 15 Prozent angestiegen ist.

Hört sich das für Sie nach “wirtschaftlichem Aufschwung“ an? Nur weil Ihre Familie nicht für Essen anstehen muß, heißt das nicht, daß in Amerika alles in Ordnung ist.

Das gleiche wie in New Mexico geschieht auch in Ohio. Bedürftige Menschen stehen bei Tagesanbruch Schlange, damit sie sicher sein können auch etwas zu bekommen, “bevor das Essen ausgeht“…

Lisa Hamler-Fugitt, Vorsitzende der Ohio Association of Food Banks [Vereinigung der Tafeln in Ohio], die seit 1980 in der karitativen Essensausgabe arbeitet, sagte, daß die Nahrungsmittel-Nachfrage früher zurückging, wenn der Abschwung vorbei war. Aber nicht dieses Mal.

“Die Menschen kommen immer früher und stehen in der Hoffnung Schlange, daß sie etwas bekommen, bevor das Essen ausgeht“, sagte Hamler-Fugitt.

Und bedenken Sie, daß wir gerade erst am Anfang der nächsten globalen Finanzkrise und der nächsten großen Rezession stehen. Wie schlimm wird es also erst sein, wenn weitere Millionen von Amerikanern ihre Arbeitsplätze und ihre Häuser verloren haben?

Nächste Seite:

Die steigende Armut spiegelt sich auch in der Zahl der amerikanischen Lebensmittelmarken-Bezieher wider