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Um BRICS-Beitritt zu verhindern: Die USA intervenieren in Griechenland-Krise

Von Wilhelm von Pax – Am 09. Jul. 2015

Mit einem Grexit könnte das schnell vorbei sein. Griechenland könnte sich auch von der EU und damit auch vom westlichen Bündnis entfernen und sich auf die Suche nach neuen Geldgebern machen, Rußland zeigt bereits Interesse und nichts ist den Amerikanern wichtiger als ein „Überlaufen“ Griechenlands zu verhindern – gerade im neu aufkeimenden Ost-West Konflikt.

Mit einem Grexit könnte das schnell vorbei sein. Griechenland könnte sich auch von der EU und damit auch vom westlichen Bündnis entfernen und sich auf die Suche nach neuen Geldgebern machen, Rußland zeigt bereits Interesse und nichts ist den Amerikanern wichtiger als ein „Überlaufen“ Griechenlands zu verhindern – gerade im neu aufkeimenden Ost-West Konflikt.

Wer glaubt in der Griechenland-Krise gehe aus ausschließlich um ökonomische Probleme, der konnte mit der dpa-Meldung am Montag wohl wenig anfangen: Die Obama-Regierung interveniert aktuell hintenrum im Schuldenstreit zwischen Griechenland und den Geldgebern der Euro-Zone. Der Grund: Die Südostflanke der NATO steht auf dem Spiel und damit die Außengrenze des „US-Imperiums“

Als der griechische Premierminister Alexis Tsipras nach seiner Vereidigung nach Moskau reiste, um dort mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu sprechen, war man im westlichen Teil der Welt empört. Dort fasste man die eher repräsentativen Gespräche als klares Signal gen Berlin und Washington auf, daß die griechische Regierung bereit wäre, die geostrategische Karte zu spielen, käme es zu keinem Kompromiss über neue Finanzhilfen. In der „Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik“ sprach man gar von einer „roten Linie“ die Tsipras fast überschritten hätte.

Für die meisten ist dieser Aspekt des Griechenland-Dramas, das sich derzeit abspielt, wohl weitgehend unbekannt. Im Fokus der Berichterstattung liegt nach wie vor der wirtschaftliche und innereuropäische Aspekt der Euro-Krise. Doch das ist längst nicht alles.

In den vergangenen Tagen telefonierte Barack Obama sehr häufig mit Angela Merkel und Alexis Tsipras. Aus wirtschaftlicher Betrachtungsweise eher ungewöhnlich, immerhin stehen die USA vergleichsweise positiv da und ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone hätte wohl kaum derart drastische Auswirkungen auf Nordamerika. Woher also das deutliche Interesse? Warum die Appelle aus dem Weißen Haus der letzten Tage, es müsse „unbedingt eine Lösung gefunden werden“?

Der Grund ist einfach: Griechenland ist Mitglied der NATO und als solches nicht unbedeutend. Gemeinsam mit der Türkei bildet das Krisengeschüttelte Land die Südostflanke der NATO. Eine Flanke, die wahrlich nicht unwichtig ist. Immerhin ist der eher instabile Kosovo in naher Umgebung, Rußland nicht weit entfernt und mehrere Stützpunkte günstig am Mittelmeer gelegen. Deswegen hat Griechenland hat den höchsten prozentualen Militär-Haushalt von allen Nato-Staaten und deswegen wird daran auch in der schlimmsten Krise des Landes nicht gerüttelt. Weder von der griechischen, noch von den europäischen noch von der amerikanischen Regierung.

Mit einem Grexit könnte das schnell vorbei sein. Griechenland könnte sich auch von der EU und damit auch vom westlichen Bündnis entfernen und sich auf die Suche nach neuen Geldgebern machen, Rußland zeigt bereits Interesse und nichts ist den Amerikanern wichtiger als ein „Überlaufen“ Griechenlands zu verhindern – gerade im neu aufkeimenden Ost-West Konflikt.

So denkt die griechische Regierung bereits über einen Vorschlag aus Moskau nach, Mitgliedstaat der New Development Bank zu werden. Die Entwicklungsbank haben die Staaten Brasilien, Rußland, Indien, China und Südafrika, die landläufig unter dem Kürzel Brics firmieren, 2014 als Alternative zur Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) gegründet. Der stellvertretende Russische Finanzminister Sergej Storchak hat Griechenland in einem Telefongespräch mit Tsipras im Mai zu einer Mitgliedschaft eingeladen.

Am Dienstag teilte dann der Vorsitzende der russischen Industrie- und Handelskammer, Sergej Katyrinkönne, mit, Griechenland könne den BRICS-Staaten beitreten, sobald die Wirtschaft wieder wachse. Er fügte hinzu, daß die griechische Bereitschaft zum Beitritt allerdings einen wichtigen Faktor darstelle.

Solche Maßnahmen möchten die USA verhindert wissen und drängen deswegen auf eine Einigung. Diesen weitgehend ignorierten Aspekt der Griechenland-Krise sollte man gerade in diesen Wochen der Verhandlungen im Hinterkopf behalten.

http://www.neopresse.com/politik/um-brics-beitritt-zu-verhindern-die-usa-intervenieren-in-griechenland-krise/