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Tarnkappentechnik: Schwarzes Loch versteckt Daten

09.Juni 2013, 13:00

Forscher an der US-Universität Purdue in Indiana haben es geschafft, innerhalb einer Datenleitung so etwas wie ein zeitliches “Schwarzes Loch” zu erzeugen, in dem Daten versteckt werden können, berichtete IEEE Spectrum.

Diese Tarnkappentechnik soll Milliarden Bits erfolgreich verbergen können und – das ist wichtig für die Realisierung außerhalb des Labors – sie ist wiederholbar. Damit geht sie über frühere Experimente in dieser Richtung weit hinaus und macht Anwendungen greifbar. Etwa eine sichere Leitung für spezielle Daten, die weder zu hacken noch zu zerstören ist, weil sie nicht durch herkömmliche Technologien erzeugt wurde.

Die als “Temporal Cloaking” bekannte Technik macht sich die Eigenschaften des Lichtsignals selbst zunutze, wie Andrew Weiner vom Uni-Fachbereich Electronical and Computer Engineering feststellte. Durch gezielte Manipulation von Lichtströmen mit einem Phasenmodulator sei es gelungen, daß sich die Signale kurze Zeit so stören konnten, daß sie einen Fleck aus “absoluter, undurchdringlicher Dunkelheit” erzeugten. In diesem könnte man nun Bits, Teile von Datenpaketen oder auch Ereignisse verstecken, da das Licht auch eine zeitliche Komponente hat und anzeigt, wann etwas stattfindet: Der Lichtstrahl kommt zu einer exakten Zeit an einem bestimmten Ort vorbei, nicht vorher und nicht nachher – einfach ausgedrückt.

Die Hälfte ist besser als nichts

Die Verwendung des Phasenmodulators, der in der Telekommunikation zur Codierung von Signalen benutzt wird, habe die Wiederholbarkeit und den Anwendungsbezug in die Technologie eingebracht: Man habe die “einige zehntel Picosekunden” dauernden Schwarzen Löcher mit einer Frequenz von 12,7 Milliarden mal pro Sekunde erzeugen können. Das ist eine Rate, mit der man in einer Glasfaserleitung etwa 46 Prozent der üblichen Telekommunikationsdaten verstecken könnte. Die Forscher hoffen auf 97 Prozent, wenn sie ihre Versuchsanordnung perfektioniert haben. (kas)