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Segel setzen auf dem Schulschiff „Shtandart“

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Für freiwillige Helfer, die ihre Arbeit in die Vorbereitung des Schiffes auf die Reisen und in die Entwicklung des Projekts investieren, ist die Teilnahme an Reisen der Fregatte “Shtandart” kostenfrei, ebenso die Trainings und Reisen mit Kapitäns-Gigs und das Lernen der Grundlagen der Seefahrt...

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Die Fregatte “Shtandart” ist ein Segelschulschiff mit dem Ambiente und Flair eines Museumsschiffs.
Die Shtandart ist der Nachbau einer Fregatte des 18. Jahrhunderts, den Enthusiasten aus St. Petersburg im Jahr 1999 erstellt haben. Sechs Jahre lang dauerte der Bau dieser Replik. Es ist ein wahrgewordener Traum von der Romantik und Abenteuer der Seereisen.

Die „Shtandart” ist ein originalgetreuer Nachbau des ersten Schiffes der Baltischen Flotte, von Peter dem Großen für die Verteidigung von St. Petersburg auf der Olonez-Werft gebaut und das erste als Fregatte für die Baltische Flotte in Dienst gestellte Schiff.

Während des Großen Nordischen Krieges gelang es Zar Peter, das Gebiet des zukünftigen Sankt Peterburg an der Newa zu erobern. Mit der Eroberung der Festung Nöteborg 1702 wurde der Ladogasee dem schwedischen Zugriff entzogen und der Zar hoffte, damit auch den Zugang zu Finnland erobert zu haben. Ziel dieser Bestrebungen war die Eroberung eines Zugangs zur Ostsee, um dort eine Hafenstadt für den Handel und die Kriegsflotte bauen zu können.

Zur Verteidigung des Ladogasees wurden 1702 zwei Schiffe am Fluß Sjas erbaut. Beide Bauten wiesen aber Mängel auf.  Aus diesem Grund wurden diese zu Brandern umgerüstet. Außerdem wurde vom geplanten Bau vier weiterer Schiffe abgesehen.

Über die Geschichte dieses Kriegsschiffes sind nur wenige Informationen überliefert. Ab 1702 wurde auf der Olonezer Werft auf dem Lodejner Feld am Fluß Swir in der Nähe des Ladogasees die Fregatte gebaut. Und erhielt dort ihren Namen nach der neu eingeführten russischen Marineflagge, einer Standarte. Hieraus resultiert auch die Schreibweise als Standard (engl.) oder Standart (dt.) in der Fachliteratur.

Zar Peter überführte das Schiff persönlich 1703 nach St. Petersburg.

Sie kam damit genau im Gründungsjahr der Stadt an und sollte auch zu deren Verteidigung dienen. Als sieben schwedische Linienschiffe, fünf Fregatten und andere kleine Schiffe diese Stadt angriffen, lag hinter einer Baumsperre unter den acht russischen Fregatten auch die Shtandart. Nach dieser Aktion wird kein Einsatz mehr erwähnt, aber sie wird weiterhin in den Bestandslisten aufgeführt. Das Schiff wurde 1718 als unbrauchbar außer Dienst gestellt. 1723 wurde das Schiff in St. Petersburg abgewrackt.

Nach einer anderen Version habe Zar Peter angeordnet, die Shtandart solle als Erinnerung an die Anfänge der russischen Flotte erhalten bleiben. Zarin Katharina I. befahl 1727, den Zustand der petrinischen Schiffe zu untersuchen. Aber beim Versuch, die Shtandart aus dem Wasser zu holen, brach das Schiff auseinander.

Nachbau der Shtandart 1994-1999

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Vielleicht entscheiden Sie sich auch eines Tages zu kommen, um an Bord einer Dreimaster-Fregatte neue Horizonte zu entdecken?

Die ganze Geschichte des Nachbaus der Fregatte “Shtandart” ist eine Geschichte der Verwirklichung von Träumen.

Das Schiff wäre nie gebaut, wenn es den Traum des Kapitäns und Bauleiters Vladimir Martus nicht gegeben hätte. Wenn der Glauben von Hunderten von Freiwilligen nicht da wäre, die sechs Jahre lang im Sommer und im Winter zu der Werft kamen und wenn zahlreche russische und ausländische Unternehmen das Projekt nicht unterstützt hätten.

Bereits Ende der 1980er Jahre wurden Unterlagen und Pläne für einen Nachbau des historischen Schiffes gesucht. Da Details für einen originalgetreuen Nachbau fehlen, wurde das Schiff in zwei Konzeptzonen unterteilt. Im Unterwasserbereich sind moderne Elemente zu finden und oberhalb der Wasserlinie wurde historisches Wissenverbaut.

Die Kiellegung erfolgte im November 1994 und bis zum Stapellauf 1999 wurde nach allgemeinen Kenntnissen des historischen Schiffbaus ein Schiff der ersten Hälfte 18. Jahrhunderts in der Größe der historischen Shtandart gebaut. Noch auf dem Stapel wurde das Schiff durch Prince Andrew getauft. Der Stapellauf erfolgte aber mit einem Schwimmkran. Im Juni 2000 konnte das voll ausgerüstete Schiff das erste Mal Segel setzen.

Die Fregatte ” Shtandart ” gehört einer nicht-staatlichen gemeinnützigen Organisation „Projekt Shtandart“ und ist auf den Weltmeeren unterwegs. In 14 Jahren ließ das Schiff Tausende von Seemeilen hinter sich und nahm an vielen maritimen Festivals und Festen in verschiedenen europäischen Ländern teil.

Bei Törns sollen junge Menschen an Bord Selbstdisziplin und Teamgeist erfahren und die Wiederbelebung der alten maritimen Tradition und Geschichte soll gefördert werden. Unzählige junge Romantiker lernten an Bord der Fregatte die Grundlagen der Seefahrt und Seemannschaft kennen, fanden wahre Freundschaft. Ein weiteres Ziel des Projektes ist die Gestaltung einer Werft aus der Zeit Peter I. als Museum.

Für freiwillige Helfer, die ihre Arbeit in die Vorbereitung des Schiffes auf die Reisen und in die Entwicklung des Projekts investieren, ist die Teilnahme an Reisen der Fregatte “Shtandart” kostenfrei, ebenso die Trainings und Reisen mit Kapitäns-Gigs und das Lernen der Grundlagen der Seefahrt und Arbeiten mit Holz in der Lehrwerkstatt der „Shtandart” in St. Petersburg.

Um die Kosten für das Schiff und die Erhaltung der Werft zu decken, nimmt “Shtandart” an Dreharbeiten teil, gewinnt Sponsoren und führt kommerzielle Programme durch. Leider sind diese Erträge unregelmäßig und unzureichend.

Die Instandhaltung des Holzsegelschiffes verschlingt jedes Jahr riesige Mengen an Geld: die Reparaturen im Trockendock, Behandlung der Holzteile mit speziellen Lacken und Mitteln, Versicherung, Nachrüstung. Das sind die wichtigsten Ausgaben.

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