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Rückkehr der Götter : Island baut ersten Heiden-Tempel im hohen Norden für Odin und Thor seit Wikingerzeit

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Odin oder südgermanisch Wōdan (altisländisch Óðinn, altenglisch Wōden, altsächsisch Uuoden,althochdeutsch Wuotan, langobardisch Godan oder Guodan[2], neuhochdeutsch nach Richard Wagner Wotan; aus diesen Formen erschließt sich der gemeingermanische Göttername *Wôðanaz[3]) ist der Hauptgott in der nordischen Mythologie der eddischen Dichtung. Dort fungiert er als Göttervater, Kriegs- und Totengott, als ein Gott der Dichtung und Runen, der Magie und Ekstase mit deutlich dämonisch-schamanistischen Zügen

Die Zahl der Anhänger des Asen-Glaubens hat sich auf Island seit dem Jahr 2000 verfünffacht. Jetzt bekommen die heidnischen Götter eine imposante Kultstätte: Erstmals seit der Wikingerzeit wird wieder ein Heidentempel gebaut – mitten in der Hauptstadt Reykjavík.

„Ich denke nicht, daß irgendjemand an einen einäugigen Mann glaubt, der auf einem Pferd mit acht Beinen reitet“, sagt Hilmar Örn Hilmarsson. Ein aufgeklärtes Verständnis der Götter ist dem 56–Jährigen wichtig, denn er ist seit 2003 das Oberhaupt der Glaubensgemeinschaft Ásatrúarfélagið, auf Deutsch „Gemeinschaft der Asen-Gläubigen“. Die Asen sind eines von zwei Götter-Geschlechtern der nordischen Mythologie. Der höchste Gott Odin sowie sein Sohn Thor gehören diesem an.

Zahl der Anhänger des Ásatrú-Glaubens steigt rasant an

„Wir verstehen die Geschichten als poetische Metaphern und Manifestierungen der Naturkräfte und menschlicher Psychologie“, erklärt Hilmarsson. Doch das rein intellektuelle Verständnis ist der Ásatrúarfélagið nicht genug. Sie war 1972 von einigen Isländern gegründet worden mit dem Ziel, sich über das Erbe der Vorfahren auszutauschen und auch im Alltag die spirituellen Erkenntnisse pflegen zu können.

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der isländischen Anhänger des Ásatrú-Glaubens verfünffacht. Jetzt sei die Zeit gekommen, daß sich die Gemeinschaft auch in der öffentlichen Gesellschaft zeigt, meinen die Mitglieder: Erstmals seit der Wikingerzeit wird nun wieder ein Kultgebäude für die Götter gebaut, berichtet „The Independent“. In der Öffentlichkeit durfte das Heidentum seit der Annahme des Christentums auf Island im Jahr 1000 nicht mehr praktiziert werden.

Rundes Gebäude mit einer Kuppel

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Der Ort, an dem der „Tempel“ jetzt errichtet werden soll, könnte passender nicht sein: Mitten in der Hauptstadt Reykjavík soll er stehen, auf dem Hang eines Hügels, der die Stadt überblickt. Es werde ein rundes Gebäude gebaut, das oben mit einer Kuppel versehen ist, so “The Indepent”.

Blutige Opferrituale und abergläubische Bräuche, wie sie von christlichen Autoren in der mittelalterlichen Literatur Europas über die skandinavischen Heiden beschrieben werden, soll es aber nicht geben. Das Schlachten von Tieren würde zu viel Aufwand, vielleicht auch Ärger mit sich bringen.

Heirat, Taufe und Festmahl statt Blut-Opfer

Hilmar Örn Hilmarsson, Oberhaupt der Ásatrúarfélagið

Hilmar Örn Hilmarsson, Oberhaupt der Ásatrúarfélagið

Stattdessen wollen die Mitglieder eine zeitgenössische Form der gelebten Spiritualität praktizieren: In dem neuen Gebäude werde man können, Begräbnisse begehen, Kindern Namen geben sowie das traditionelle Blót-Fest feiern können, bei dem mit Horn-Bechern auf die Götter angestoßen und geschlemmt wird.

Auch in Deutschland finden sich Ableger des Asen-Glaubens: Die 1991 gegründete Germanische Glaubensgemeinschaft (GGG) etwa beruft sich auf die 1907 vom Dichter Ludwig Fahrenkrog gegründete und knapp 60 Jahre später wieder aufgelöste Gemeinschaft gleichen Namens. Sie gilt nicht als Sekte sondern ist als offizielle Glaubensreligion anerkannt. Ein zentrales Kultgebäude gibt es aber nicht.