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Mit dem Eisbrecher zum Nordpol

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“Reisen zum Nordpol” gehören zum exotischen Tourismus, der in Rußland seit verhältnismäßig kurzer Zeit aufgekommen ist.

Von Moskau aus wird eine Gruppe von Reisenden mit einem Flugzeug zur Inselgruppe Spitzbergen befördert, weiter geht es mit Hubschraubern bis zu einem Zeltlager auf dem Eis, ganz in der Nähe des Nordpols.

Hier verbringen die Touristen mehrere Tage, wobei es ganz lebhaft zugeht: Sie unternehmen Fahrten mit Hundeschlitten und Schneemobilen, begeben sich auf Wanderungen über das Packeis und steigen mit einem Luftballon über die lautlos stillen weißen Weiten auf. Im Lager gibt es sogar eine Polar-Sauna und Attraktionen. Sobald das Wetter es mit den Touristen gut meint, werden sie mit einem Hubschrauber zu dem geografischen Punkt mit den Koordinaten 90° 00′ und 00° 00′ geflogen. Die glücklichen Reisenden haben die Möglichkeit, über ein Satellitentelefon ihre Angehörigen und Freunde anzurufen und lassen sich gern auf dem nördlichsten Punkt des Erdballs fotografieren.

Der Nordpol ist im allgemeinen Sprachgebrauch der nördlichste Punkt der Erde, dieser wird auch als geographischer Nordpol bezeichnet. Darüber hinaus gibt es weitere Definitionen des arktischen Magnetpols und arktischen geomagnetischen Pols sowie des Nordpols der Unzugänglichkeit.

Der arktische Magnetpol ist nicht ortsfest, sondern er verlagert sich ständig nach einem mehrschichtigen Muster: Von Jahr zu Jahr verlagert sich der Magnetpol in einer grob vorhersagbaren Art. Derzeit wandert er jährlich um etwa 40 Kilometer nordwestwärts und hat die kanadischen Inseln im Nordpolarmeer verlassen. Betrag und Richtung der jährlichen Verlagerung sind aber nicht langfristig konstant. Bei konstanter Geschwindigkeit würde er in etwa 50 Jahren Sibirien erreichen, allerdings haben Messungen ergeben, daß sich die Wanderung zurzeit beschleunigt.

Am 2. August 2007 landeten zwei Russische Mir-Tauchboote auf dem Meeresgrund am Nordpol in 4261m Tiefe und setzten dort eine Titankapsel mit der russischen Flagge ab. Die Expedition hatte das Ziel, Bodenproben zu sammeln, um die russischen Territorialansprüche mit Beweisen zu stützen, daß der Nordpol zum sibirischen Festlandsockel gehört. Der Nordpol der Unzugänglichkeit nahelegt, daß Expeditionen in die Arktis hauptsächlich von den benachbarten Küsten aus unternommen würden. Unzugänglichkeitspole haben keine praktische Bedeutung – sie resultieren aus der Kreativität von Expeditionsforschern.