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Rede des Isländischen Statsministers Sigmundur David Gunnlaugsson (Deutsch, Norwegisch, Englisch)

Am 17. Juni, feierte Island seinen Nationalfeiertag. Aus diesem Anlaß hielt der Isländische Statsminister (Kanzler), Sigmundur David Gunnlaugsson, folgende Rede

Isländer sind als Nachkommen der Wikinger sehr individualistisch und haben Mühe bei der Akzeptanz von Autorität oder gar Unterdrückung.

Dies zeigt sich deutlich am Fall Icesave, wo das Volk einen für Island unzumutbaren Deal abgelehnt hat!

Dieser Volksentscheid wurde später durch ein internationales Gerichtsurteil bestätigt, was den Menschen in Island bestätigte, daß ihr Gefühl ein zuverlässiger Führer war. Ohne sich von den diversesten Drohungen von allen Seiten einschüchtern zu lassen, hat das Volk von Island diese klare Position bezogen.

Das Ergebnis davon ist, daß die Menschen in ganz Europa, das derzeit von einem beispiellosen wirtschaftlichen Abschwung beherrscht wird, sich Island zum Vorbild erheben. Sie beobachten, was wir hier tun und wir werden versuchen, ihnen ein gutes Vorbild zu sein. Wir Isländer wollen an der internationalen Zusammenarbeit der Welt teilnehmen, unsere Erfahrungen, unser Wissenund unsere Stärke teilen, aber auch von den Stärken anderer zu lernen und sie für uns zu nutzen.

Auf der andreren Seite werden wir nicht zulassen, daß eine internationale Organisation uns vorschreibt, nicht mehr für isländische Familien tun zu können, während sie uns ihre Art der Lösungen für nach dem aus ihrer Sicht unvermeidlichen Wirtschaftlichen Zusammenbruch diktieren wollen.

Es war das Vertrauen der Isländischen Volkes in sich selbst, das unser Wohlergehen gerettet hat.

In der Geschichte Islands haben viele Führer im Kampf um die Unabhängigkeit bewiesen, daß unser Volk guten Grund hat, an sich selbst zu glauben. Sie wußten um den festen Glauben an die Erreichbarkeit eines bestimmtes Zieles, um es auch tatsächlich zu erreichen. Island als Volk und Staat hat seine Existenz nur durch den Glauben an sich selbst erreicht. Und die Erfolgsgeschichte wird weitergehen, wenn wir diesen Glauben nicht verlieren.

In den letzten Jahren sagten einige, daß wir auf uns alleine gestellt unsere Stärken und Errungenschaften aus der Geschichte verlieren würden. Es wird behauptet, daß alles, was passiert (ist), mehr oder weniger unvermeidlich ist (war). Es ist eine Tatsache, daß wir zu viel Wert auf unsere (finanziellen) Erfolge gelegt haben und zu wenig auf Dinge, die Bestand haben. Dies wurde noch untermauert durch den Zweifel an dem Wert der Souveränität!

Souveränität aber bedeutet, daß die Isländer daran glauben, daß es das Beste wäre, wenn sie die Verantwortung für ihr Schicksal und die Kontrolle über ihre Ressourcen selbst übernehmen. Es ist nicht möglich, zu sagen “natürlich muß man Islands Souveränität unterstützen, aber die Welt ist so kompliziert geworden für eine kleine Nation, der internationale Handel ist so übermächtig geworden, die Weltorganisationen so stark ….” und fügt noch hinzu, daß wir eigentlich überhaupt gar nicht mehr in der Lage sind, uns selbst zu kontrollieren …. Vielleicht wäre es am Besten, Island gleich an eine ausländische Macht abzugeben ?

Die Isländer wußten um all diese Dinge, als sie seinerzeit um ihre Unabhängigkeit gekämpft haben. Der Unterschied ist, daß die Bedingungen damals in jeder Hinsicht schwieriger waren als sie es jetzt gewesen sind. Im 19. Jahrhundert, als eine Handvoll Länder praktisch die ganze Welt regiert haben, erklärte eine Nation von nur 50.000 Menschen auf einer Insel im Nordatlantik sich für unabhängig und auf rechtlicher Augenhöhe mit Ländern, in denen die Bevölkerung nach Millionen gezählt wurde und wo Kolonialisation und Militär die Welt regierten.

Diese Überzeugung ist etwas, das wir nie verlieren dürfen.

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