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Putin und die Presse – Die Dämonologie-Schule des Journalismus

Von James Petras, Quelle: www.eurasiareview.com, Übersetzung: FritztheCat (Propagandamelder)

Die einflußreichsten westlichen Printmedien engagieren sich in einer fortwährenden und breit angelegten Kampagne, den russischen Präsidenten Putin, seine Politik und seine Person zu dämonisieren. Jeden Tag gibt es einen Bericht (oder mehrere) in dem er persönlich als Diktator, autoritär, Zar, “früherer KGB-Spion” und Führer im Sowjet-Stil gebrandmarkt wird, alles – bloß nicht als der mehrfach gewählte Präsident Rußlands.

Man wirft ihm vor, Rußland vom “Weg zur Demokratie” abgebracht zu haben (den sein grotesk korrupter Vorgänger Boris Jelzin verfolgte).

  • Man wirft ihm vor, die blutige Unterdrückung der “freiheitsliebenden Tschetschenen” organisiert zu haben.
  • Daß er unschuldige, unabhängige und kritische Oligarchen und Raubritter einsperren läßt.
  • Daß er in der “demokratischen, pro-westlichen” Ukraine einen Aufstand angezettelt und die Krim geraubt habe.
  • Dass er in Syrien einen “blutigen Tyrannen” unterstützt (den gewählten Präsidenten Bashar Assad), in einem Bürgerkrieg gegen die Terroristen von ISIS.
  • Dass er die russische Wirtschaft in den Ruin führt.
  • Und man wirft ihm vor, die baltischen und die osteuropäischen NATO-Staaten militärisch zu bedrohen.

Mit einem Wort: die Medien verbreiten das Bild von einem “wild gewordenen Autokraten”, der sich über “demokratische” Regeln und “westliche Werte” lustig macht. Und der ein “sowjetisches (alias Böses) Imperium” wiederbeleben will.

Als logische Folge wurden die “westlichen Mächte” hierzu “gezwungen” (trotz ihrer friedliebenden Haltung und freundschaftlichen Versuche, Rußland in das demokratische “Lager” zu holen):

  • Rußland mit NATO-Militärstützpunkten und Raketen einzukreisen;
  • einen gewaltsamen Umsturz in der Ukraine zu finanzieren (an Russlands Grenze);
  • die ukrainische Putsch-Regierung und neofaschistische Milizen zu bewaffnen, um die “Demokratie wiederherzustellen” und die ethnisch russischen “Separatisten” in der Ostukraine gewaltsam zu unterdrücken.
  • Man erzählt uns, die Sanktionen der USA und Europas seien sorgfältig erarbeitete “diplomatische” Maßnahmen, um den Aggressor in Moskau zu bestrafen.

In Wahrheit arbeiten die westlichen Medien mit ihrer hartnäckige Dämonisierung Wladimir Putins daran, die NATO militärisch zu erweitern und die russische Wirtschaft und die nationale Sicherheit zu untergraben. Es bleibt das Endziel, einen “Regimewechsel” zu erzwingen und die neo-liberalen Eliten wieder einzusetzen, die Rußlands Wirtschaft während der 90er geplündert haben. Und deren brutale Wirtschaftspolitik durch die Verarmung und den Zusammenbruch des Gesundheitswesens zum vorzeitigen Tod von über 6 Millionen Russen führte.

Putin: Dämon oder Realist? Autokrat oder Demokrat? Vasall oder unabhängiger Führer?

Jeden Oligarchen, Gangster oder Betrüger, der während Putins Amtszeit angeklagt und verurteilt wurde, haben die westlichen Medien unterstützt. Die Propagandisten erzählen uns, der Grund für die Zuneigung zwischen den westlichen Medien und den Gangster-Oligarchen sei, daß diese verurteilten Schwerverbrecher, die von sich behaupten, sie seien “politische Dissidenten” und Kritiker von Putins Herrschaft, daß sie enteignet worden seien und wegen ihres Einsatzes für “westliche Werte” eingesperrt wurden.

Passenderweise ignorieren die westlichen Medien jene gut dokumentierten Studien über die Quellen des Reichtums der Gangster-Oligarchen. Die gewaltsame und ungesetzliche Ergreifung von Multimilliarden an Reichtümern aus natürlichen Ressourcen (Aluminium, Erdöl, Erdgas), Banken, Fabriken, Rentenfonds und Immobilien. Während der Jelzin-Jahre kontrollierten die Oligarchen Tausende von Gangstern und man bekriegte sich untereinander, es gab Tausende Tote, darunter hohe Regierungsbeamte, Polizeioffiziere und Journalisten, die es gewagt hatten, gegen deren Raubzüge und Landnahme zu schreiben und diese offenzulegen.

Putins Verfolgung eines kleinen Teils der berüchtigtesten Oligarchen-Gangster hat die Unterstützung des größten Teils der russischen Bevölkerung. Denn es bedeutet eine Rückkehr zu Gesetz und Ordnung und die Rückkehr des gestohlenen öffentlichen Vermögens.

Nur die westlichen Medien haben es gewagt, diese verurteilten Schwerverbrecher als “politische Opfer und Reformer” zu bezeichnen. Sie tun es, weil die Oligarchen für die US- und EU-Regierungen die treuesten und gefügigsten Werkzeuge bei ihren Bemühungen sind, Rußland unumkehrbar in einen schwachen Vasallenstaat zu verwandeln.

Ständig wird Präsident Putin von den westlichen Medien als der “autoritäre Führer” bezeichnet. Und das obwohl er wiederholt mit großen Mehrheiten gegen vom Westen unterstützte und finanzierte Kandidaten in echten Wahlen gewann. Seine Popularität wird durch Wahlumfragen westlicher Institute bestätigt.

2015 schnellte die Unterstützung für Präsident Putin auf 85%. Die pro-westlichen, neo-liberalen Politiker Rußlands kamen bei den gleichen unabhängigen Umfragen auf niedrige einstellige Werte.

Ganz offensichtlich will die russische Öffentlichkeit nicht in die Armut und das Chaos der vom Westen unterstützten Gangster-Politik der 90er zurück.

Welche Bedenken auch immer die russischen Arbeiter und der Durchschnittsbürger gegen die Art von Putins Entscheidungsfindungen haben mögen, eines ist klar: sie schätzen die Zerschlagung von durch Banditen kontrollierte Wahlen und des tschetschenischen Terrorismus und sie schätzen den Wiederaufbau der russischen Militärkräfte zur Verteidigung ihrer Grenzen. Dazu kommt die Annexion der Krim (Anm.d.Ü.: ja, ja, ich weiß – lest weiter!) nach dem von den USA eingefädelten Umsturz in der Ukraine.

Jeden Tag kauen die westlichen Medien Berichte über den “Niedergang und Zerfall” der russischen Wirtschaft wieder, Schuld habe die staatliche Mißwirtschaft Putins. Sie reden von “sinkendem Lebensstandard”, dem “Negativwachstum” der Wirtschaft und einer “wachsenden Isolierung” eines “expansionistischen” Rußlands angesichts westlicher Sanktionen.

Diese Behauptungen der Medien sind lachhaft. Offenliegende Daten zeigen, daß der Lebensstandard des größten Teils der russischen Bürger unter Putins Amtszeit als Präsident deutlich gestiegen ist. Besonders nach dem totalen Zusammenbruch unter den 90ern des freien Marktes. Russische Arbeiter bekommen ihre Löhne, Rentner ihre Pensionen und Unternehmer bekommen Kredite – alles pünktlich. In den “freie Markt”-Tagen Boris Jelzins warteten Arbeiter bis zu 12 Monate auf ihren Lohn, Rentner mußten ihre Erbstücke auf den Märkten verkaufen, um zu überleben, und Unternehmer mußten an die Banken der Oligarchen-Gangster Wucherzinsen zahlen! Vergleichbare Daten, leicht zugänglich, werden von den Massenmedien wissentlich ignoriert – es paßt halt nicht in ihre dämonologische Erzählung.

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Fortsetzung
Die Massenmedien im Westen beschuldigen Putins Regierung der gleichen Verbrechen wie sie ihre eigenen Regierungen begehen
Schlußfolgerung