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Putin gibt Kindern in TV-Sendung Einblick in Privates

Von JEKATERINA SINELSCHTSCHIKOWA auf RBTH

Viele Diskutanten wollen nicht glauben, daß Putin so ist wie alle anderen und gleiche Hobbies wie sie hat. Aber der Präsident antwortete geduldig: „Ich halte mich für einen ganz normalen Menschen, obwohl man die Arbeit, die ich tue, kaum als gewöhnlich bezeichnen kann. Jedenfalls lebe ich ein normales Leben“.

Noch nie hat Präsident Putin so ausführlich mit Kindern gesprochen. In der TV-Sendung „Nicht-nur-für-Kinder-Gespräch“ am 21. Juli 2017 hat er ihnen Vieles erzählt, was er bislang weder Beamten noch Journalisten offenbart hat.

Wann er schläft, ob er Fastfood ißt, ob er auf Instagram aktiv ist und ob ihm die Filme über ihn selbst gefallen – Präsident Putin beantwortete in der dreistündigen TV-Sendung „Nicht-für-Kinder-Gespräch“ geduldig die Fragen der Kinder aus ganz Rußland. Hier sind einige der interessantesten Erkenntnisse aus der Unterhaltung.

1. Beim Film von Oliver Stone ist er eingeschlafen

Im Juni dieses Jahres wurde der Dokumentarfilm von Oliver Stone über den russischen Präsidenten weltweit uraufgeführt. Er basiert auf Dutzenden von Interviews und enthält viel Persönliches, wie zum Beispiel ob Putin Enkelkinder habe. Wenn das Jahr 2018 näher rückt und die Präsidentschaftswahlen in Rußland stattfinden, wird ein weiterer Film über Putin ausgestrahlt. Diesmal stellte der russische TV-Moderator Wladimir Solowjow die Fragen.

„Was hat Ihnen besser gefallen, das Interview mit Wladimir Solowjow oder der Film von Oliver Stone?“, fragten die Kinder den Präsidenten.

„Am besten hat mir Oliver Stone selbst gefallen. Für mich kam das alles überraschend. Mein Pressesprecher Dmitrij Peskow kam einmal zu mir und sagte: Sie müssen los zu den Filmaufnahmen. Die habe ich dann sofort wieder vergessen. Später gab man mir die Kassette mit den Aufzeichnungen. Einmal, auf der Rückreise aus dem Ausland, habe ich die Kassette eingelegt und bin über ihr eingeschlafen, weil ich müde war“, antwortete er und fügte hinzu, daß er sich sicher sei, daß Stone in seinem Film keine Aussagen verdreht habe.

2. Beim Essen keine Sonderwünsche

Nein, der Präsident Rußlands ißt kein Fastfood. Aber dann erzählte er eine schöne Geschichte zum Thema Essen. Als er zum ersten Mal zum Präsidenten gewählt worden war, hätten ihn die Köche aus dem Kreml gefragt, ob er etwas besonders mag, was sie für ihn kochen sollen? „Ich benötige nichts Besonderes. Außer vielleicht „grebeschki“ (gemeint waren damit „Jakobsmuscheln“,– Anm. der Redaktion)“, habe er geantwortet.

Gleich am nächsten Tag seien ihm „Grebeschki“ serviert worden und die Köche fragten, ob dem Präsidenten das Gericht geschmeckt habe. „Ich sagte, es schmeckt, es geht so. Und für mich habe ich gedacht: irgendwie ist der Geschmack ungewöhnlich.“ Die Köche hätten aufgeatmet: „Gott sei Dank, es hat ihm geschmeckt, für das Gericht haben wir so viele Hühner geschlachtet“. Allerdings hätten die Köche angenommen, daß er ein Gericht aus Hühnerkämmen bestellt hätte, obwohl es so ein Gericht bis jetzt gar nicht gab. Auf Russisch klingen die beiden Wörter für Jakobsmuscheln und Hühnerkamm gleich – „grebeschki“.

Sein Pressesprecher hat bereits enthüllt, daß Putin kein Handy benutzt und nur sehr selten ins Internet geht. Dennoch wird er immer wieder gefragt – ob er durch Instagram stöbere, Videos auf YouTube schaue und welches Pseudonym er sich aussuchen würde?

Er ärgere sich, wenn er seine Emotionen nicht kontrollieren könne. Die Position des Schwachen gefalle ihm nicht.

3. Er liebt Mozart und schaffte 17 Klimmzüge

Viele Diskutanten wollen nicht glauben, daß Putin so ist wie alle anderen und gleiche Hobbies wie sie hat. Aber der Präsident antwortete geduldig: „Ich halte mich für einen ganz normalen Menschen, obwohl man die Arbeit, die ich tue, kaum als gewöhnlich bezeichnen kann. Jedenfalls lebe ich ein normales Leben“.

Er liebt historische Bücher und klassische Musik –Mozart, Bach, List, Tschaikowski, Strawinsky. Aber Schnittke zum Beispiel – nein, das wäre zu schwer zu verstehen.

– Umso besser!

Sport würde er auch treiben. Auf diese Bemerkung hin entstand folgender Dialog:

– Wladimir Wladimirowitsch, wie viele Klimmzüge machen Sie?

– Weißt du was, Sascha…

– ich heiße Iwan!

Und dann erzählte Putin, daß er früher 15-17 Klimmzüge gemacht habe. Wegen einer Verletzung hätte er damit aufhören müssen.

4. Benutzt er ein Pseudonym?

Sein Pressesprecher hat bereits enthüllt, daß Putin kein Handy benutzt und nur sehr selten ins Internet geht. Dennoch wird er immer wieder gefragt – ob er durch Instagram stöbere, Videos auf YouTube schaue und welches Pseudonym er sich aussuchen würde?

Auf die entsprechende Frage lächelte Putin und antwortete, daß er es nach einem langen Arbeitstag kaum bis ins Bett schaffe und „durch Instagram stöbere ich schon gar nicht“.

„Ich habe keinen Account in den sozialen Medien. Oft werden Pseudonyme benutzt, richtig? Ich war im Auslandsnachrichtendienst tätig und habe Decknamen benutzt, aber jetzt Pseudonyme zu nutzen – das wäre absurd.“

An der Geheimdienstschule war übrigens „Platow“ (nach dem Kosakenführer Matwej Platow, dem Helden der Schlacht bei Borodino im Krieg des zaristischen Rußlands gegen Napoleon – Anm. der Redaktion) sein Tarnname.

5. Das Wichtigste im Leben? „Das Leben selbst, die Liebe und die Freiheit“

„Wenn ich die drei wichtigsten Werte im Leben nennen sollte, so würde ich antworten: Ganz oben steht das Leben selbst. Danach folgen Liebe und Freiheit“, sagte Putin.

Er ärgere sich, wenn er seine Emotionen nicht kontrollieren könne. Die Position des Schwachen gefalle ihm nicht. Die Formel „Der Zweck heiligt die Mittel“ lehne er ab.

Beitrag erschienen auf: https://de.rbth.com/politik/2017/07/24/putin-gibt-kindern-in-tv-sendung-einblick-in-privates_809985