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Plastic Planet: Was ist Plastik ? Was wird aus Plastik gemacht?

Plastik ist nicht gleich Plastik ist nicht gleich Plastik

Scott Belcher, Zellbiologe & Pharmakologe

Das Wort „Plastik” stammt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich die geformte/ formende Kunst.

Plastik ist aber auch der umgangssprachliche Ausdruck für Kunststoffe aller Art. Kunststoffe sind synthetisch – aus dem Rohstoff Erdöl – oder halbsynthetisch – durch Modifikation natürlicher Polymere – hergestellte Festkörper.

Kunststoff kann man durch chemische Umwandlung aus Naturprodukten oder durch Synthese von kleineren Molekülen zu Molekülketten herstellen. Beispiele für umgewandelte Naturprodukte sind unter anderem Gummi, der aus dem Saft der Gummibäume (Kautschuk) erzeugt wird, und Fasern, die aus Cellulose gewonnen werden.

Der erste Kunststoff, das Kasein, wurde bereits im 16. Jahrhundert aus Milcheiweiß hergestellt, es wurden Gefäße und Schmuckstücke – zum Teil auch koloriert – daraus gefertigt. Die industrielle Produktion von Kunststoff begann vor gut hundert Jahren mit einem von Leo Hendrik Baekeland entwickelten Verfahren und dem vom ihm getauften Kunststoff Bakelite.

Die Ausgangsprodukte für die synthetische Herstellung von Kunststoffen werden auch heutzutage aus Erdöl, Kohle und Erdgas gewonnen. Etwa 4 Prozent der aus den Raffinerien kommenden Erdölprodukte werden in der Kunststoffindustrie verbraucht. Das für die Kunststofferzeugung am häufigsten verwendete Ausgangsprodukt ist Rohbenzin (Naphta). In einem thermischen Spaltprozess, der Cracken genannt wird, wird das entstandene Benzin in Ethylen (Ethen), Propylen (Propen), Butylen (Buten) und andere Kohlenwasserstoffverbindungen auseinander „gebrochen” und umgebaut.

Durch chemische Reaktionen (Polymerisation, Polykondensation, Polyaddition, etc.) ordnen sich kleine Moleküle zu großen netz- oder kettenförmigen Molekülen (Polymere). In weiteren Arbeitsschritten werden daraus Tausende verschiedene Plastik-Pellets, aus denen dann, versehen mit diversen Additiven, all unsere bunten und praktischen Plastikprodukte erzeugt werden.

Die Vorteile von Plastik

Wenn man so will, ist es ein Lego für Erwachsene.

Man nimmt kleine Bausteine und fügt sie zu Dingen zusammen, die nachher Funktionen, Eigenschaften haben, die sie vorher nicht hatten.” Peter Lieberzeit, Chemiker

Ein Leben ohne Plastik ist kaum vorstellbar. Im Laufe des letzten Jahrhunderts haben Kunststoffe einen unvergleichlichen Siegeszug hinter sich, was vor allem mit den verschiedenen Vorteilen des Materials zusammenhängt, das so hart wie Stahl sein kann, aber leichter ist, oder so klar wie Glas erscheint, aber nicht so zerbrechlich ist.

Kunststoffe haben ein enorm breites Einsatzfeld, sie können zart und hart sein, sie lassen sich beliebig und schon bei niedrigen Temperaturen formen, und sie erhalten durch Beimischung spezieller Zusatzstoffe weitere fast frei bestimmbare Eigenschaften. Diese Qualitäten – Härtegrad, Bruchfestigkeit, Elastizität, Temperaturbeständigkeit, chemische Beständigkeit – sind dabei, je nach Herstellungsverfahren, Ausgangsmaterial und Zusätzen, fast stufenlos regulierbar

PLASTIK ALS UMWELTPROBLEM!

Die Menge an Kunststoff, die wir seit Beginn des Plastikzeitalters produziert haben, reicht bereits aus, um unseren gesamten Erdball sechs Mal mit Plastikfolien einzupacken.“ Werner Boote in PLASTIC PLANET

Kunststoffe werden zu Formteilen, Fasern und Folien weiterverarbeitet und dienen der Herstellung von Verpackungsmaterialien, Lacken, Klebstoffen, Textilien, Bauteilen oder Isolierungen, um nur einige Verwendungszwecke zu nennen. Es gibt nicht viel, das es nicht in irgendeiner Form auch aus Plastik gibt. Rennwagen, Prothesen, Schrauben, Pullover, Schnuller, Luftmatratzen, Schuhe, Fahrräder, Polster, Rohre, Waffen, Messer, kugelsichere Westen, Gummitiere, Reifen, Geschirr, Bestecke und unendlich vieles mehr.