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Lino Guzzella entwickelt Motoren mit ungekannter Energieeffizienz.

Guzzella

Lino Guzzella ist eine Kapazität im ökologischen Fahrzeugbau. Der Forscher tüftelt mit seiner ­Arbeitsgruppe an der ETH Zürich an Motoren, die möglichst wenig Treibstoff verbrennen.

Ziel ist ein familientaugliches Auto mit einem Verbrauch von zwei Litern Brennstoff auf 100 Kilometer. Und dem ist er schon sehr nahe. «Ich bin Ingenieur und will konkrete Probleme lösen», sagt Guzzella. Bereits vor Jahren zeigte er mit seinen Studenten, was moderne Technologie zu leisten vermag: Das Team konstruierte das Wasserstoffauto PAC-Car II und erzielte damit einen Weltrekord für den geringsten Treibstoffverbrauch. Mit einem Gramm Wasserstoff fuhr der Prototyp 20 Kilometer weit.

Guzzella sieht die Zukunft des Autos nicht in futuristischen Gefährten mit Wasserstoffantrieb, sondern im guten alten Verbrennungsmotor. Er träumt von einem leichten und günstigen Auto, das sparsam und dank intelligenter Technik auch sicher ist. Seine Arbeitsgruppe am Institut für Dynamische Systeme und Regelungstechnik ist auf bestem Weg, dieses Ziel zu erreichen, und erhöht mit immer neuen Ideen und Entwicklungen die Effizienz bestehender Antriebe.

Vor kurzem präsentierte Guzzella einen Erdgas-Diesel-Hybridmotor mit rekordtiefem CO2-Ausstoss, der neue Maßstäbe setzt. Lino Guzzella, seit einem Jahr Rektor und designierter Präsident der ETH, wird in Zukunft kaum mehr Zeit für die eigene Forschung haben. Als Steuermann der Hochschule wird er das Ziel ökologischer Motoren weiterverfolgen und sich für die Förderung neuer Technologien einsetzen.

Wan Gang, der chinesische Minister für Wissenschaft und Technologie, in der Bolide „Formula Hybrid“ (Bild Markus Senn)

Wan Gang, der chinesische Minister für Wissenschaft und Technologie,
in der Bolide „Formula Hybrid“ (Bild Markus Senn)

Energiesparen in zwei Schritten: Die Abgase treiben eine Turbine an, die Luft ansaugt und über den Ladeluftkühler in den Zylinder pumpt bei abgeschaltetem Zylinder. Z.B. beim Bremsen arbeitet der Kolben des Motors als Luftpumpe, die den Drucktank mit Luft füllt. Bei Bedarf kann diegespeicherteDruckluft denKolbenantreiben,ohne daß Benzinverbrannt werden muß. Die Regelung geschieht über das elektrohydraulische Ventil.

Energiesparen in zwei Schritten: Die Abgase treiben eine Turbine an,
die Luft ansaugt und über den Ladeluftkühler in den Zylinder pumpt bei
abgeschaltetem Zylinder. Z.B. beim Bremsen arbeitet der Kolben des
Motors als Luftpumpe, die den Drucktank mit Luft füllt. Bei Bedarf kann
diegespeicherteDruckluft denKolbenantreiben,ohne daß Benzinverbrannt
werden muß. Die Regelung geschieht über das elektrohydraulische
Ventil.

Video: ETH-Professor Lino Guzzella beschäftigt sich seit Jahren mit dem Antrieb der Zukunft. Für den Motoren-Guru hat Erdgas im Moment das grösste Potenzial.