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Lavendel – Lavandula angustifolia

Mit einigen kleinen Hinweisen kann man selbst bei fertig gezogenen Pflanzen aus dem Topf den richtigen Lavendel beim Kauf auswählen. Zuallererst einmal sollte man sich richtig über die Winterhärte der Lavendelart beraten lassen.

Der Lavendel stellt keine großen Ansprüche und kann bei richtiger Pflege gut 20-30 Jahre alt werden. Vorausetzung dafür ist in erster Linie ein geeigneter Boden und der richtige Standort.

Aber auch ein regelmäßiger Rückschnitt sorgt für ein gesundes Wachstum und wirkt einem Verkahlen entgegen. Krankheiten und Schädlinge braucht der Gärtner nicht zu fürchten, Staunässe dagegen schon. Dadurch können Wurzeln verfaulen oder schimmeln und der Lavendel letztendlich daran eingehen. Durch richtiges Gießen kann Staunässe vermieden werden. Vorsicht bei Mulch und zu viel Dünger, diese bekommen dem Lavendel nicht gut. Warum das so ist, wird ausführlicher im Artikel Lavendel Pflegetipps erläutert.

Anpflanzen

Wer Lavendel anpflanzen oder einpflanzen möchte, benötigt erst einmal einen sonnigen Standort und einen kalkhaltigen, kiesigen / steinigen oder sandigen (Schopflavendel) Boden. Auch die richtige Lage kann für das Alter der Pflanze entscheidend werden. Dann muß auch noch der richtige Zeitpunkt dazu gewählt werden, der in der Regel im März gekommen ist. Unter bestimmten Bedingung können Lavendelsamen aber auch schon im Februar vorgezogen und nach dem letzten Frost ins Freiland gepflanzt werden. Wichtig ist bei der Pflanzung der Abstand zur nächsten Pflanze, denn Lavendel benötigt Luft, um bei Feuchtigkeit besser trocknen zu können. Wer Lavendel umtopfen möchte, sollte dabei ebenfalls einige Punkte beachten. Ausführlichere Information zu diesem Thema sind im Artikel Lavendel anpflanzen aufgeführt.

Das richtige Überwintern

Winterharte Lavendelarten wie der Lavandula Angustifolia können bei Beachtung einiger Regeln gut im Freien überwintern. Bei längeren Frostperioden sollten er vorsichtshalber mit Stroh- oder Kokosmatten abgedeckt werden. Ein weiterer Schutz ist bei Temperaturen um den Gefrierpunkt angebracht, weil die Sonne das Wasser in den Blättern zum Verdunsten bringt. Hier kann der Lavendel schnell austrocken. Deshalb empfiehlt es sich, ihn zum Schutz mit Laub, Reisig oder Tannennadeln zu bedecken. Frostempfindliche Sorten wie der Schopflavendel oder Speiklavendel werden am besten in einen Kübel gepflanzt und zum Überwintern an einen geeigneten Standort gestellt, z.B. in eine Garage oder einen Wintergarten. Welche Bedingungen dort herrschen sollten und wie der Lavendel am besten überwintert, wird detailliert im Artikel Lavendel überwintern beschrieben.

Vermehren von Lavendel

Wer selbst Lavendel anpflanzen möchte, sollte bedenken, daß nicht jeder Samen keimt und auch alle Keimlinge nicht identisch aussehende Pflanzen heranbilden. Für diejenigen die Lavendel in eine Reihe pflanzen, kann das zum optischen Problem geraten. Um dem vorzubeugen, läßt sich Lavendel sehr einfach über Stecklinge und Absenker „klonen“.
Mittlerweile ist es sogar die häufigste Art um Lavendel zu vermehren.

Lavendel im Topf kaufen

Mit einigen kleinen Hinweisen kann man selbst bei fertig gezogenen Pflanzen aus dem Topf den richtigen Lavendel beim Kauf auswählen. Zuallererst einmal sollte man sich richtig über die Winterhärte der Lavendelart beraten lassen.

Achtung: Selbst von Verkäufern können die Sorten hin und wieder verwechselt werden! Anschließend wird genau geprüft, ob die Pflanze an den Spitzen Triebe zeigt. In dem Fall ist es schon einmal ein gutes Zeichen. Auch die Begutachtung der Wurzeln gehört dazu. Eine gesunde Pflanze hat gut entwickelte Wurzeln. Ist der Wurzelballen bereits zu groß, sollte lieber eine andere Pflanze gewählt werden. Wie so überall spiegelt sich im Preis natürlich auch die Qualität und Zucht der Pflanze wieder. Je älter der Lavendel ist, desto teuer ist er meistens auch.

Der echte Lavendel als Heilpflanze – Wissenswertes zu Lavandula angustifolia aus der Apotheke

Mit Lavendel verbinden viele in erster Linie einen Duft, den man vom Kleiderschrank kennt, wo die getrockneten blauvioletten Blüten in Leinensäckchen der Wäsche einen aromatisch-frischen Geruch verleihen und sie gleichzeitig vor Motten schützen. Aber Lavendel hat auch heilsame Wirkungen: Er kann angespannte Nerven beruhigen, Verkrampfungen lösen, hilft bei Kopfschmerzen und Schlafstörungen und wirkt desinfizierend.

L. angustifolia = Echter Lavendel Speiklavendel Lavendelfeld in der Provence Schon während des Römischen Reiches setzten Patrizier und vornehme Stadtbewohner ihrem Badewasser Lavendelkraut zu, es wird daher angenommen, daß sich der botanische Name Lavandula vom lateinischen lavare, was ‘waschen’ bedeutet, ableitet. Es könnte aber auch von levare (= erleichtern oder auch abwehren) stammen. Dies würde sowohl zur nervenberuhigenden als auch zur insektenvertreibenden Wirkung der Lavendelblüten passen.

In der Phytotherapie werden die getrockneten Blüten des Echten Lavendels (Lavandula angustifolia) verwendet. Echter Lavendel hat lanzettliche, graugrüne Blättchen, die unten weißfilzig behaart sind und sich am Rande leicht einrollen. Lavendelöl wird durch Wasserdampfdestillation der Blüten gewonnen.

lavendelsaeckchen

Mit Lavendel verbinden viele in erster Linie einen Duft, den man vom Kleiderschrank kennt, wo die getrockneten blauvioletten Blüten in Leinensäckchen der Wäsche einen aromatisch-frischen Geruch verleihen und sie gleichzeitig vor Motten schützen.

Die beruhigende Wirkung von Lavendelbädern ist nachgewiesen und hilft bei nervöser Erschöpfung und gegen Einschlafstörungen. Bei nervösem Reizmagen, nervösen Darmbeschwerden und Blähungen kann Lavendelblütentee zum Einsatz kommen. Dem ätherischen Lavendelöl wird eine abwehrende Wirkung auf Insekten zugeschrieben.

Schließlich ist noch der Lavendelspiritus zu erwähnen, der sich zu entspannenden Einreibungen oder aromatischen Waschungen des Körpers bestens eignet: Man gibt dazu 1 Teil Lavendelblüten auf 3 Teile Alkohol und 3 Teile Wasser. Zwei Tage in der Sonne stehen lassen und dann filtrieren. Blüten des echten Lavendels (Lavandulae flos), Lavendelspiritus sowie das echte ätherische Lavendelöl sowie weitere Zubereitungen gibt es in der Apotheke.

Auf den bekannten Lavendelfeldern der Provence blüht übrigens meist nicht der Echte Lavendel, sondern Lavandin (Lavandula hybrida), eine Kreuzung aus Lavandula angustifolia (Echter lavendel) und Lavandula latifolia (Speiklavendel), die besonders ertragreich ist, aber in der Qualität nicht ganz an den Echten Lavendel heranreicht.