Home / EU + Euro / US-Ostküsten Neoliberal-Guru Krugman hetzt: Die Deutschen sollen endlich bluten !

US-Ostküsten Neoliberal-Guru Krugman hetzt: Die Deutschen sollen endlich bluten !

goldmansachsopt

Deutsche Wirtschaftsleistung soll schuld sein an der Unfähigkeit der Pleitestaaten, inklusive der USA, mitzuhal(gh) Die Deutschen seien gern empört und fühlten sich mit Vorliebe in der Opferrolle.

Krugman sieht angebliche Deutsche Mitschuld an Spaniens Elend

Schon seit Jahren, so Krugman, erziele Deutschland innerhalb und außerhalb der EU Exportüberschüsse. Früher sei dies noch tragbar gewesen, da das Land im Gegenzug viel Kapital in Länder wie Griechenland oder Spanien gepumpt habe.

Durch die Finanzkrise seien die ausgleichenden Investitionen aber zum Erliegen gekommen. Leistungsbilanzseitig bluteten die südlichen Länder nun aus, und die Deutschen hätten ihnen gleichzeitig auch noch brutale Sparvorgaben aufgebürdet. „Spaniens Arbeitslosenquote“, so Krugman, „liegt bei fast 27 Prozent und die Jugendarbeitslosigkeit bei fast 57 Prozent. Und Deutschlands Unbeweglichkeit hat viel zu Spaniens Pein beigetragen“.

Und auch global sei Deutschlands Erfolg ein Problem. Denn die Welt leide immer noch unter den Folgen der Finanzkrise. Länder, die in einem solchen Umfeld Exportüberschüsse erzielten, seien Schmarotzer auf Kosten ihrer Nachbarn. Im Fall Deutschlands sei dies sogar besonders eklatant, denn die Exportnation profitiere zusätzlich noch vom schwachen Euro. Dennoch weigere sich das Land weiter, seinen Beitrag zu Europas Gesundung zu leisten und endlich seine Staatsausgaben deutlich zu erhöhen.

180-Grad-Wende

Die amerikanische Kritik an Deutschlands Exporterfolgen ist nichts Neues. Schon vor Jahren preschte die damalige US-Außenministerin Hillary Clinton mit dem glorreichen Vorschlag vor, den Welthandel stärker zu regulieren, um damit „Ungleichgewichte“ abzubauen. Und gerade unter Präsident Obama werden die Vereinigten Staaten immer protektionistischer, was zuletzt vor allem der neue Konkurrent China zu spüren bekam. Der Grund dafür ist simpel. Die USA schieben seit Jahren ein riesiges Handelsbilanzdefizit vor sich her, das jeden Monat in die Milliarden Dollar geht.

Dabei waren die Vereinigten Staaten fast ein Jahrhundert lang der wichtigste Advokat des Freihandels. Die Open-Door-Policy, die einen freien und gleichberechtigten Zugang auf alle Märkte sichern sollte, war für lange Zeit die oberste außenpolitische Doktrin.  Damals waren amerikanische Produkte allerdings weltweit noch konkurrenzfähig. Seit sich dies geändert hat, ist es auch mit dem freien Handel nicht mehr weit her. Andere Länder, die auf dem Weltmarkt erfolgreicher agieren, sind jetzt „Schmarotzer“ und bedrohen das globalwirtschaftliche Gleichgewicht.

Auch die EU attackiert Deutschland

Allerdings: Wer ärgert sich noch über die USA und Paul Krugman, wenn sich jetzt sogar die europäischen Partner selbst auf Deutschland einschießen. Schließlich hat auch EU-Währungskommissar Olli Rehn zuletzt erklärt, der Leistungsbilanzüberschuß der Bundesrepublik liege schon seit sechs Jahren über der zulässigen Grenze. Das gehe natürlich nicht an, und die Kommission erwäge deshalb eine Untersuchung dieses Mißstandes.

Am Ende droht Deutschland also – man höre und staune – wegen seines Exporterfolgs tatsächlich ein EU-Verfahren und womöglich eine empfindliche Strafe. Das kommt davon, wenn man attraktive Waren herstellt, die auf der ganzen Welt gern gekauft werden. Vielleicht sollten Deutschlands Unternehmen auf solche fragwürdigen Praktiken künftig besser verzichten.