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Moskauer Luftfahrtmesse zeigt sich unbeeindruckt von Sanktionen

Sanktionen hin oder her – das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist bei der Luft- und Raumfahrtmesse MAKS 2015 dabei, die vom 25. August in Schukowski bei Moskau beginnt. 156 weitere ausländische Unternehmen stellen dabei ebenfalls aus.

Der DLR-Pressesprecher Andreas Schütz erwartet von der Messe interessante Gespräche mit russischen Partnern. „Sie lassen uns sehr optimistisch in die Zukunft blicken, was die Durchführung von gemeinsamen Missionen und Vorhaben bei der friedlichen Nutzung des Weltraums und bei der friedlichen Nutzung der Luftfahrttechnologien betrifft“, sagt er. „Ich bin mir sicher, daß es die eine oder andere bemerkenswerte Sache von den Ausstellern gerade aus Rußland geben wird, aber auch von internationalen Partnern.“

Kontur-Fernbedienung mit Joystick auf der Internationalen Raumstation

Zu den DLR-Exponaten, die für den russischen Markt interessant sein könnten, gehöre eine Fernbedienung mit einem Joystick auf der Internationalen Raumstation, sagt Andreas Schütz. „Wir zeigen auch neue Erkenntnisse aus dem Bereich der Erdbeobachtung mit dem Schwerpunkt Radartechnologie. Wir arbeiten gegenwärtig mit unterschiedlichen Instituten. Zum Beispiel in der Erkundung des Tiefraums.

Es ist geplant, im Verlaufe des nächsten Jahres einen Satelliten mit einem Teleskop auf der Suche nach schwarzer Materie zu starten. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit dem DLR und mit einem Max-Planck-Institut in Deutschland, aber wir sprechen auch über mögliche weitere Kooperationen und Nutzungen im Bereich der Weltraumrobotik.“

Auf die Frage, ob die Rußland-Sanktionen die Zusammenarbeit behindern, antwortete der DLR-Pressesprecher Folgendes: „Die Wissenschaft, insbesondere die Zusammenarbeit im Weltraum, hat in den letzten Jahrzehnten immer wieder gezeigt, daß sie trotz aller politischen Differenzen immer wieder für eine internationale, gemeinsame Zusammenarbeit im Weltraum steht.

Das begann bereits im Jahre 1975, zu Hochzeiten des Kalten Krieges zwischen den USA und der Sowjetunion, als gemeinsam die Sojus-Apollo-Mission geflogen worden ist.“ Auch eine gemeinsame Mission von Maxim Surajew, Gregory Reid Wiseman und Alexander Gerst zur internationalen Raumstation sei ein Zeichen für die Rolle der Wissenschaft in der heutigen Welt gewesen.

Ausstelleranzahl annähernd gleichgeblieben

Die Zahl der Aussteller aus dem Ausland sei fast nicht zurückgegangen, sagte der stellvertretende Industrie- und Handelsminister Rußlands, Andrej Boginski, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Trotz der Sanktionshysterie werden 156 ausländische Unternehmen ihre Erzeugnisse zeigen. Geplant sind mehrere Verhandlungen mit ausländischen Partnern. Die Branchenriesen Airbus und Boeing zeigen einen großen Teil ihrer Produktpalette in Schukowski.

Airbus will den neuen A350XWB ausstellen und im Flug vorführen. Dabei handelt es sich um das erste Versuchsmodell MSN001, dessen Testflüge im Juni 2013 begannen.

Neues umweltschonendes elektrisches Fahrwerk für Passagierflieger

Rußland wird bei der Messe ebenfalls etliche Neuheiten zeigen. Wie auf der Pressekonferenz mitgeteilt wurde, wird in Schukowski erstmals ein russisches elektrisches Fahrwerk für Passagierflugzeuge gezeigt. Im Westen wird bereits seit langem aus Umweltschutzgründen an der Entwicklung eines elektrischen Fahrwerk gearbeitet. Mit solchem Fahrwerk werden die Triebwerke der Flugzeuge beim Fahren vor dem Start und nach der Landung abgeschaltet.

Der stellvertretende Direktor der russischen Technologie-Holding Rostec, Dmitri Schugajew, kündigte eine weitere Neuheit der russischen Flugzeugindustrie an. Es handelt sich um die neuste Drohne „Tschirok“ mit einem luftgepolsterten Fahrwerk. Mit diesem Fahrwerk kann die Drohne auf jedem Untergrund landen, auch auf Wasser. Das maximale Startgewicht liegt bei 700 Kilogramm, die maximale Nutzlast bei 300 Kilogramm. Die Drohne kann bis zu 6000 Meter hoch fliegen — mit einer Flugweite von 2500 Kilometern.

Der Vorteil im militärischen Bereich ist, daß die Waffen im Inneren versteckt sind, weshalb die Drohne schwer zu entdecken ist und bessere aerodynamische Eigenschaften hat.

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Die MAKS-Besucher können zum ersten Mal den Prototyp des leichten Jagdflugzeugs der 5. Generation sehen – das Objekt 1.44, das vom Flugzeugbauer MiG entwickelt wurde.

Die Messe läuft vom 25. bis zum 30. August. Die offizielle Eröffnung findet am 26. August statt. Vom 28. bis zum 30. August ist die Messe für alle Besucher geöffnet. In diesen Tagen werden die interessantesten Schauflüge der besten Piloten aus Rußland und dem Ausland gezeigt.