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Kapitalismus im Endstadium: Reale Arbeitslosenquote in den USA bei 23 Prozent

Kapitalismus im Endstadium: Reale Arbeitslosenquote in den USA bei 23 Prozent (Quelle: Flickr, Marc Brüneke, CC BY 2.0)

Die USA kämpfen mit einer niedergehenden Wirtschaft. Die ohnehin schon lausige Erwerbsquote sinkt weiter, während jene die Arbeit haben immer weniger Stunden arbeiten und Lohnabstriche hinnehmen müssen.

So niedrig war die Erwerbsquote in den USA seit 38 Jahren nicht mehr: Im September fiel sie gegenüber dem Vormonat von 62,6 auf 62,4 Prozent, wie der Finanzdienstleister Bloomberg berichtet. Anstelle von 376.000 neuen Jobs in August und September gab es in den beiden Monaten zusammen nur 278.000 neue Stellen. Angesichts dessen, daß das Arbeitslosengeld ohnehin nur eine bestimmte Zeit lang bezahlt wird, scheiden immer mehr Menschen – alleine im September 579.000 – aus der Arbeitslosenstatistik aus, obwohl sie eigentlich noch einen Job suchen würden. Das sorgt natürlich dafür, daß die offizielle Arbeitslosenquote schön niedrig bleibt.

Denn seit dem explosionsartigen Anstieg der US-Arbeitslosenquote infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise auf rund 10 Prozent im Jahr 2009, sinkt diese – zumindest offiziell – seitdem beständig und liegt nun bei rund 5 Prozent. Die Experten von Shadowstats hingegen zeigen anhand ihrer statistischen Berechnungen auf, daß die reale Arbeitslosenquote 2009 auf rund 22 Prozent in die Höhe schnellte und seitdem bei rund 23 Prozent verharrt. Insgesamt haben derzeit gerade einmal 102 von 251 Millionen Amerikaner erwerbstätig, was einer Erwerbsquote von 40,6 Prozent entspricht.

Zum Vergleich: In Deutschland befanden sich 2014 54,2 Prozent der Gesamtbevölkerung im Arbeitsprozess.

US-Erwerbslosenquote – offiziell (U3/rot, U6/grau), alternative ShadowStats-Berechnung (blau)

Ein Grund dafür ist der Umstand, daß die reale (nicht die massiv beschönigte) Wirtschaftsleistung der USA seit nunmehr 9 Jahren durchgehend rückläufig ist. Nimmt man das leichte Plus von 2004 heraus, befinden sich die USA eigentlich schon seit dem Jahr 2001 durchgehend im Abwärtstrend.

Wachstumsrate US-Bruttoinnlandsprodukt – offiziell (rot), alternative ShadowStats-Berechnung (blau)

Da darf man sich nicht wundern, wenn auch die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 34,6 auf 34,5 Stunden zurückging. Es gibt einerseits weniger Überstunden zu leisten, andererseits steigt auch die Zahl der Teilzeitjobs – vor allem in den schlechter bezahlten Dienstleistungsberufen – ständig an. Waren im Jahr 2000 noch 19,3 Millionen Menschen im produzierenden Gewerbe tätig, sind es derzeit gerade einmal noch knapp 12,5 Millionen.

Angesichts dieser Entwicklung muß man sich fragen, wie lange die USA dieses Spiel überhaupt noch spielen können. 45,22 Millionen Menschen erhalten Lebensmittelmarken, 160,32 Millionen Menschen erhalten staatliche Zuschüsse. Die Ausgaben dafür explodieren geradezu und die öffentlichen Haushalte rutschen immer tiefer in die roten Zahlen, weil auch der US-Militärapparat Unsummen verschlingt.

Original erschienen auf: http://www.statusquo-news.de/kapitalismus-im-endstadium-reale-arbeitslosenquote-in-den-usa-bei-23-prozent/