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Interview mit Cleve Backster über die “Primäre Wahrnehmung” bei Pflanzen

Erklärungsansätze aus physikalischer Sicht

Obwohl Backster sich in seinen Veröffentlichungen nicht in Spekulationen erging, um die „primäre Wahrnehmung” zu erklären, scheint ein vielversprechender Ansatz zum Verständnis dieses Phänomens im Rahmen existierender Theorien zu bestehen, Dieser Ansatz hat mit einer Erscheinung aus der Quantenphysik – bekannt als Nichtlokalität – zu tun.

Die Nichtlokalität der Quantenphysik

Nichtlokalität ist etwas, das von der Quantenphysik vorhergesagt und von Einstein als „spukhafte Fernwirkung” bezeichnet wurde – nämlich die Idee, daß Partikel trotz großer räumlicher Distanz miteinander in Verbindung stehen. Durch Experimente konnte folgendes gezeigt werden: wenn von einem angeregten Atom ein Paar Photonen emittiert wird und man die Polarität des einen Photons mit einem Filter ändert, dann ändert sich auch die Polarität des anderen Photons. Die Änderung der Polarität des zweiten Photons geht schneller, als es durch die Übertragung der dazu nötigen Informationen mit Lichtgeschwindigkeit möglich wäre. Wenn Photonen solch eine Beziehung miteinander haben, so nennt man sie verschränkt.

Man mag sich fragen, welche Reichweite das Phänomen der Nichtlokalität hat. Und gilt dies nur für kleine Partikel oder könnten eventuell auch größere Systeme mit einander verschränkt sein? Und wenn Lebensformen miteinander verschränkt wären, wie wäre das? Wenn Nichtlokalität auch auf die Bereiche von Leben und Geist übertragbar sein sollte, dann könnte die „primäre Wahrnehmung” Möglichkeiten eines experimentellen Nachweises aufzeigen. Backsters Entdeckungen zeigen, daß die Übertragung der Signale weder durch große Distanz noch durch dazwischen liegende Materialien blockiert werden kann.

Wahrnehmung

Obwohl es in den 1970er-Jahren ein großes öffentliches Interesse an Backsters Arbeiten gab, konnte sich die wissenschaftliche Welt bis heute noch nicht mit seinen Ideen anfreunden. Einer der Gründe dafür war ein fehlgeschlagener Versuch einer anderen Forschergruppe, die Backsters Experimente zu wiederholen versuchte, was dann 1975 im bekannten Journal Science veröffentlicht wurde.

Laut Backsters Buch scheinen aber diese Wissenschafter (und andere, die bei einer Nachstellung seiner Versuche gescheitert waren) nicht alle Vorschriften zur Durchführung befolgt zu haben. Besonders eine Versuchsvorschrift, die Backster als wesentlich erachtet, muß eingehalten werden: man durfte sich während des Experiments nicht auf die Reaktion der Pflanze (oder das, was untersucht wurde) konzentrieren- da eine Beobachtung während des Versuchsablaufs die auftretenden Reaktionen stören würde.

Es ist ziemlich nachlässig, bei einem so ungewöhnlichen Phänomen wie der „primären Wahrnehmung” nicht alle Versuchsvorschriften zu beachten, die der ursprüngliche Entdecker fordert, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Die Möglichkeit jedoch, daß die Beobachtung des Experiments das Experiment selbst beeinflusst, macht innerhalb der modernen Paradigmen der Wissenschaft keinen Sinn.

Deshalb dachten diejenigen, die Backsters Versuche wiederholten wahrscheinlich, daß solche Versuchsanweisungen keinen Unterschied machen würden. Es wird gesagt, daß Botaniker teilweise dazu neigen, ziemlich konservativ zu sein. Einige prominente Wissenschafter lehnen derzeit die Möglichkeit ab, daß Pflanzen irgendwelche elektrischen Aktivitäten zeigen; noch weniger akzeptieren sie bestimmte Fähigkeiten zur Wahrnehmung. „Wenn man mit diesen Skeptikern spricht, geht es wirklich ans Eingemachte; es zeigt sich, ob sie wahre Wissenschafter sind und dieses Phänomen ergründen möchten oder ob sie nichts damit zu tun haben wollen”, sagt Backster.

Video Cleve Backster im Original über die Wahrnehmung durch Pflanzen