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Interview mit Cleve Backster über die “Primäre Wahrnehmung” bei Pflanzen

Die „primäre Wahrnehmung“ von Ben Bendig / Dienstag, 11. Mai 2010 16:37

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Seine Experimente: Um sich Gewißtheit zu verschaffen, beginnt er in der nächsten Zeit eine Vielzahl von Experimenten. Um besonders eindeutige Ergebnisse zu erlangen, nimmt sich Backster vor, die Pflanze “zu erschrecken”: Er nimmt ein Blatt der Pflanze und taucht sie in heißen Kaffee. Der Lügendetektor reagiert dabei in kaum nennenswerter Weise. Er versucht es auf andere Weise: Er nimmt sich in Gedanken vor, ein weiteres Blatt mit einem Streichholz zu verbrennen. Der Detektor schlägt wie verrückt aus. Es handelt sich dabei um eine Reaktion, die der Lügendetektor aufzeichnet, wenn ein Mensch Angst hat.

Es existiert ein Gebiet der modernen Wissenschaft, mit dem Potential, unsere modernen Paradigmen vollständig in Frage zu stellen. Es benutzt den Begriff des bewußtseins in Zusammenhängen und Situationen, in denen wir es nicht für möglich gehalten hätten und thematisiert Zusammenhänge zwischen Lebensformen, die verblüffend und unmöglich erscheinen.

Stellen Sie sich vor, Sie kommen gemeinsam mit einem Freund in ein Labor, während sie sich miteinander unterhalten. Nach einer gewissenZeit unterbricht er plötzlich das Gespräch und zeigt Ihnen eine Video-Aufzeichnung, die während der Unterhaltung gemacht wurde. Sie zeigt eine laufende Kurve, die wie ein Seismogramm aussieht und zeitgleich ist Ihr Gespräch zu hören. Was die Kurve anzeigt ist die elektrische Aktivität einer Pflanze, die in einer Ecke des Labors steht. Sie werden vielleicht zu ihrem Erstaunen feststellen, daß die Pflanze bei jeder Gefühlsregung zwischen Ihnen und Ihrem Freund – das kann zum Beispiel Überraschung, Ekel oder Beschämung sein – eine entsprechende Reaktion zeigt.

Das Erstaunliche aber ist, dieser Kurvenverlauf könnte genauso von einem Menschen stammen, der angeschlossen an einem Lügendetektor, dem Gespräch gelauscht hat. Das ist eine Variante des Experiments, das das Phänomen der „primären Wahrnehmung” beschreibt, wie sie ihr Entdecker Cleve Backster nannte.

Die Ergebnisse eine Serie von Experimenten mit Pflanzen und anderen Lebensformen die er 1966 durchführte lassen darauf schließen, daß es eine Art der Kommunikation zwischen allen Lebewesen geben muß, angefangen von Bakterien bis zu Zellverbänden größerer Organismen. Diese Kommunikationsform bzw. Reaktion ist, wie der Name sagt, „primär” – verglichen mit allgemein bekannten Formen der Wahrnehmung wie dem Sehvermögen oder dem Berührungsempfinden.

Backster, ein genialer, enthusiastischer und netter Herr von 85 Jahren, der früher als Spezialist für Lügendetektoren bei der CIA arbeitete, ist entsprechend auf diesem Gebiet stark in die Forschung involviert und genießt in diesen Kreisen hohes Ansehen.

Ende der 1950er-Jahre entwickelte er zum Beispiel den Backster-Zonen-Vergleichstest, jene Technik, die noch heute bei Militär und Regierungsbehörden für das Lesen von Polygraphen zum Einsatz kommt. Auch leitete er in den letzten 30 Jahren eine eigene Schule in San Diego, Kalifornien. Backster veröffentlichte seine Arbeiten 1973 in dem Buch „The Secret Live of Plants” (Das geheime Leben der Pflanzen), obwohl er seine Entdeckungen bereits 1968 gemacht hatte.

Nach der Veröffentlichung war Backster viel in den Medien zu sehen und trat in verschiedenen Talkshows mit seinen Experimenten auf. Er hielt außerdem eine lange Zeit Vorträge auf diversen Konferenzen. Angeregt durch seine Forschung begannen viele zu Hause mit ihren grünen Freunden zu sprechen und die Bezeichnung „Hauspflanze” wurde ins Leben gerufen.

Über Pflanzen hinaus

„Das Faszinierende ist”, erzählt Cleve Backster, „damals haben wir zwar mit Pflanzen begonnen, heute aber interessieren uns eigentlich hauptsächlich die menschlichen Zellen. Wenn wir eine menschliche Zelle in ein Reagenzglas geben, gibt es Reaktionen auf die Erlebnisse des Spenders. Das heißt, daß die Zelle auf den Spender eingestellt ist. Das begeistert mich völlig; meiner Ansicht nach läßt das alle möglichen Schlußfolgerungen zu.”

Tatsächlich hat Backster herausgefunden, daß unsere Zellen auf unsere Gefühle sogar in einer Entfernung von über 100 Meilen reagieren. Wenn sich beim Spender emotional etwas ändert, gibt es in den Zellen eine damit verbundene Reaktion, die sich durch elektrische Impulse zeigt. „Pflanzen waren für mich nur ein Stolperstein, der es mir ermöglichte, auf dieses allgemein existierende Phänomen aufmerksam zu werden; danach bin ich jeder Idee gefolgt, von der ich erhoffen konnte, sie würde mittels „primären Wahrnehmung” eine Reaktion bei den Pflanzen hervorrufen, ob es nun Bakterien im Joghurt waren, Eier oder was auch immer.”

Backster fand heraus, daß beim Aufschlagen eines Eies oder wenn man dieses in heißes Wasser fallen läßt, bei Pflanzen Reaktionen hervorgerufen werden, so als ob sie für die Leiden in der Nähe befindlicher Organismen empfindsam wären. Obwohl man nicht annimmt, daß Eier Leben haben, scheint es, daß sie gewissebiologische Aktivitäten zeigen. Interessanterweise fand er heraus, daß die Pflanzen sogar reagierten, wenn die Toilette nebenan benutzt wurde, und zwar in dem Moment, in dem das Desinfektionsmittel im Urinal mit dem Urin in Kontakt kam. „Ich sagte mir, wenn auf diese Weise eine Reaktion hervorgerufen werden kann, dann müsste es doch auch selbst reagieren; mal sehen wie ich das angeSchloßen bekomme testen kann”, erzählte er laut lachend. „Das war es also, was mich voran gebracht hat.”

Backster weitete anfangs seine Experimente zunächst auf Bakterien aus und fand ähnliche Reaktionen wie bei den Pflanzen. Außerdem führte er Messungen der elektrischen Aktivität von Hühnereiern durch. Dabei fand er heraus, daß sie ebenfalls auf die Umgebung reagieren. Schließlich war er bei menschlichen Zellen angelangt, wie zum Beispiel den weißen Blutkörperchen.

2003 veröffentlichte Cleve Backster das Buch „Primary Perception: Biocommunication with Plants, Living Foods, and Human Cells” (Primäre Wahrnehmung: Bio-Kommunikation mit Pflanzen, lebendigen Nahrungsmitteln und menschlichen Zellen). Es war die erste umfassende Darstellung seiner Arbeit, die er selbst verfasste. Darin führt er alle Experimente detailliert aus, angefangen bei Pflanzen, Bakterien, Eiern über tierische Zellen wie Blut im Beefsteak bis hin zu menschlichen Zellen.

Kühle Ablehnung

Backster erlebte seitens der wissenschaftlichen Welt jahrzehntelang Ablehnung, obwohl er seine Beweise auf vielen Konferenzen präsentiert hatte und viele Wissenschafter weltweit seine Versuche erfolgreich nachgestellt hatten. Sein Forscherdrang hat jedoch nicht darunter gelitten – er ist ein Mann, der überzeugt ist, etwas Besonderes herausgefunden zu haben und läßt nicht zu, daß ihn die hinlänglich bekannte Unfähigkeit der Menschen, neue Ideen zu akzeptieren, bedrückt.

„Es gibt hier so viele interessante Schlußfolgerungen; auf gewisseWeise überrascht es mich, daß die Wissenschafter nicht Feuer und Flamme sind”, sagte er lachend. „Alles worüber ich in meinem Buch berichte, ist die Wahrheit”, sagte er. „Ich war darauf bedacht, daß alles in diesem Buch auf Fakten beruht. Ich wollte nicht, daß jemand eine einzige technische Unkorrektheit fand und sagen konnte, der Rest meiner Arbeit sei auch nicht richtig.” Genauso hielt er es, wenn er erklären sollte, warum das Phänomen der „primären Wahrnehmung” existiert. Dabei erging er sich nicht in Theorien, die sich als unkorrekt herausstellen könnten. Er hoffte, Szenarien aus dem Weg zu gehen, bei denen die Zuhörer seine gesammelten Daten zusammen mit seinen Spekulationen verwerfen könnten.

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