Home / China / In Tianjin waren Unmengen an hochgefährlichen Chemikalien gelagert

In Tianjin waren Unmengen an hochgefährlichen Chemikalien gelagert

Nachdem ein Lagerhaus mit gefährlichen Chemikalien am 12. August explodiert ist, ist die Zahl der Toten bis Sonntagvormittag auf 114 angestiegen und 70 weitere Menschen gelten als vermißt, sagten die Beamten heute vormittag auf einer Pressekonferenz in Tianjin.

Fotos vom 15. August 2015 zeigen ein großes Loch mit schwarzem Wasser am Kerngebiet der Explosion in der nordostchinesischen Stadt Tianjin

In Tianjin waren Unmengen an hochgefährlichen Chemikalien gelagert

Rund 3000 Tonnen hochgefährliche Chemikalien waren in einem Lagerhaus in Tianjin aufbewahrt worden, als es vergangene Woche zu einer verheerenden Explosion kam. Dies bestätigte ein Offizieller am Montag.

Insgesamt wurden 40 unterschiedliche giftige Chemikalien entdeckt. Unter ihnen waren 700 Tonnen Natriumcyanid, 800 Tonnen Ammoniumnitrat und 500 Tonnen Kaliumnitrat, wie Niu Yuegang, stellvertretender Direktor des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit, bekannt gab.

An der Explosionsstelle wurden 700 Tonnen Natriumcyanid gefunden. Untersuchungen haben bestätigt, daß die Chemikalie von einem Unternehmen in der benachbarten Provinz Hebei produziert worden war. „Wir bemühen uns, mit dem Stoff richtig umzugehen“, sagte Zhi Qunshen, CEO von Chengxin Co. in Hebei.

Sollte an der Explosionsstelle noch immer Natriumcyanid freigesetzt werden, so nutze man Wasserstoffperoxid, um den Giftstoff in weniger giftige Chemikalien umzuwandeln, sagte Shi Luze, Generalstabschef der Volksbefreiungsarmee im Militärbezirk Beijing.

Fotos des Kerngebiets der Explosion in Tianjin

Die folgenden Fotos wurden am 16. und 17. August 2015 gemacht. Sie zeigen die Ruinen am Kerngebiet der Explosion in der nordostchinesischen Stadt Tianjin.

china10
china8
china9
china1
china2
china7
china4
china3
china6
china5

Die Chemikalie, die in Kanistern von 50 Kilogramm gelagert wurde, sollte an Kunden in über zehn unterschiedlichen Ländern exportiert werden. „Hauptsächlich an chinesische Bergbau-Unternehmen“, sagte Wang Jianfang, Direktor der Chengxin Co. Gegenüber Beijing News betonte er, daß das Unternehmen über alle für den Export erforderlichen Dokumente verfügt.

Obwohl Natriumcyanid beim Einatmen tödlich wirkt, wird es allgemein im Bergbau verwendet, um Gold aus Erz zu extrahieren. Mit dem Mittel können die Kosten für den Extraktionsprozess deutlich gesenkt werden, erklärte Chen Jinghe, Vorstandsvorsitzender von Zijin Mining zu China Business News. Er gab zu, daß eine große Gefahr von Umweltschäden bestehe, wenn der Transport der Chemikalie ist nicht streng geregelt wird.

Militärische Spezialeinheiten, die auf nukleare und biochemische Materialien spezialisiert sind, beseitigen am 18. August 2015die Schadstoffe im Wohnviertel am Kerngebiet der Explosion in Tianjin.

Am 12. August ist ein Lagerhaus mit gefährlichen Chemikalien explodiert. Bis 9 Uhr heute sind 114 Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche weitere gelten noch immer als vermißt.

Tianjin entdeckt gefährliche Schadstoffe in der Luft

Tianjin hat zwölf temporäre Stationen installiert, um die Luftqualität in der Nähe der Stelle zu überwachen, wo gestern giftige Chemikalien explodierten. Bei den Messungen zeigte sich, daß einige Schadstoffe wie Toluol die nationalen Grenzwerte überschritten.

Bis gestern Mitternacht stieg die Zahl der Menschen, die bei der heftigen Explosion eines Warenlagers im Hafen der nordchinesischen Stadt Tianjin ums Leben kamen, auf 44 Personen. Unter den Opfern befinden sich auch zwölf Feuerwehrleute. 520 Personen werden in einem Krankenhaus behandelt. Mindestens 66 von ihnen leiden unter schweren Verletzungen.

Die am Donnerstag um 5:30 Uhr gesammelten Proben zeigten, daß die Konzentration von Toluol, das gewöhnlich als Industrieeinsatzmaterial und Lösungsmittel verwendet wird, in der Luft bei 3,7 Milligramm pro Kubikmeter liegt. Dies ist deutlich mehr als der nationale Grenzwert von 2,4 Milligramm pro Kubikmeter, schrieb die Tianjin Daily.

Ebenfalls ist die Konzentration von flüchtigen organischen Verbindungen mit 5,7 Milligramm pro Kubikmeter deutlich über dem nationalen Standard von 2,0 Milligramm pro Kubikmeter. Andere wichtige Luftschadstoffe wie Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Feinstaub, die ebenfalls regelmäßig gemessen werden, erlebten bisher keinen Anstieg. Der Zugang des Hafens zum Meer wurde geschlossen.

Die Umweltbehörde untersucht laut dem Bericht derzeit die Wasserqualität in der Region.

Die lokalen Behörden im 150 Kilometer entfernten Beijing bestritten derweil Gerüchte, wonach die Explosion auch die Luftqualität in der Hauptstadt beeinflußt habe. Beijing erlebt derzeit einen Wind aus Westen und Südwesten, während Tianjin in südöstlicher Richtung liegt. Die bei der Explosion freigesetzten Schadstoffe werden daher auf das Bohai-Meer geblasen, wie das Umweltschutzbüro von Beijing am Donnerstag erklärte.

Darüber hinaus hätten die Meßstationen im Südosten – also der Region, die Tianjin am nächsten liegt – seit der Explosion am frühen Donnerstagmorgen keine außergewöhnliche Situation bei der Luftqualität oder einen plötzlichen Anstieg der Schadstoffe feststellen können. Laut einem offiziellen Statement seien alle wichtigen Schadstoff-Indizes auf einem normalen Level.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf: http://german.china.org.cn/china/2015-08/19/content_36345711.htm

Also in Tianjin

  1. Tianjin Terrorakt: Darum wurde Chinas kommende „Wallstreet“ samt Zukunftsplänen zerstört
  2. In Tianjin waren Unmengen an hochgefährlichen Chemikalien gelagert

View the entire series