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IFA 2015 Berlin: Highlights

Ulrike Kuhlmann

htcvive

Neben Vernetzung der Haushaltsgeräte bis in den Garten, neuen Streaming-TV-Geräten und einigen Start-ups werden auch die neuen Virtual-Reality-Modelle verschiedener Hersteller vorgestellt werden, hier die “Vive”-Brille von HTC

Vernetzung ist eines der Stichworte, die man auf der diesjährigen IFA wohl am häufigsten hören wird: Was zunächst unter Smart Home lief, schlägt inzwischen die Brücke zum Internet of Things.

Beim Internet of Things gibt es viele interessante Ansätze und jede Menge Spezifikationen – aber keinen gemeinsamen Standard. So versuchen sich Branchengrößen wie Apple (HomeKit) und Google (Nest) mit geschlossenen Systemen und eigenen Geräten.

Einen anderen Ansatz verfolgt das Berliner Start-up Yetu: Dessen offenes System gibt über ein kompaktes Home-Gateway eine Bedienoberfläche an Endgeräte mit Bildschirm aus – unabhängig vom Betriebssystem.

Samsung und LG wollen über Yetu ihre smarten Fernseher als Steuerzentrale etablieren. Das TV-Display blendet dann beispielsweise automatisch das Bild der neben der Haustür installierten Webcam ein, wenn es dort klingelt. Oder das TV warnt mit lautem Piepsen, wenn jemand die Kühlschranktür offen gelassen hat. Anstelle des großen TV könnte aber auch ein Tablet oder ein stationärer PC als Yetu-Zentrale dienen.

Solche Smart-Home-Plattformen sollen Heizungssysteme ebenso steuern wie im Haus verteilte Sensoren zur Messung von Rauch, Feuchtigkeit oder Bewegung. Außerdem lassen sich darüber Multimediageräte steuern – Video-on-Demand-Services, Musik-Streaming, Live-TV– oder webbasierte Gesundheits-Apps.

Hightec für Gartenbewohner: Der Kärcher Bewässerungsautomat ST 6 Smart Home von Kärcher ist Bestandteil des Qivicon Smart Home Systems. (Bild: Kärcher)

Hightec für Gartenbewohner: Der Kärcher Bewässerungsautomat ST 6 Smart Home von Kärcher ist Bestandteil des Qivicon Smart Home Systems. (Bild: Kärcher)

Die Vernetzung hat jetzt auch den Garten erreicht. Etwa mit dem per WLAN verbundenen und per App gesteuerten “Gardena Smart System”. Auch die Firma Kärcher widmet sich dem Garten und zeigt in Berlin einen smarten Bewässerungsautomaten.

Für schlanke Fernsehgeräte ist Smart schon lange Thema. In Berlin wird man neue Bedienoberflächen begutachten können. Nach Einschätzung des Branchenprimus Samsung erlebt die Fernsehbranche gerade eine Renaissance. So nutzten die Menschen in Europa den Fernseher aktuell mehr als drei Stunden täglich, wobei Streaming-Dienste stark zugelegt hätten.

Die Streaming-Dienstleister wollen künftig bessere Bildqualität liefern:

Netflix stellt bereits 4K-Inhalte bereit, demnächst soll auch Material mit hohem Kontrastumfang (High Dynamic Range, HDR) gestreamt werden. Dafür braucht es allerdings passende TV-Displays, die dies darstellen können: Erste HDR-fähige TVs wird man in Berlin unter anderem bei Samsung, LG und Philips begutachten können. Über Fernsehkanäle lassen sich die HDR-Signale noch nicht empfangen. Immerhin will der TV-Plattformbetreiber HD+ zur IFA via Satellit (Astra 19,2° Ost) einen Demokanal für das Ultra-HD-Fernsehen starten.

Der terrestrische Empfang wird künftig aufgebohrt zu DVB-T2 HD – mit Full-HD-Auflösung, HEVC-Codec und Verschlüsselung. Die Umstellung erfolgt schrittweise ab Frühjahr 2017, in ausgewählten Ballungsgebieten werden reichweitenstarke Sender schon im Frühjahr 2016 loslegen. Einige Sender wollen die Umstellung dazu nutzen, Full-HD-Auflösung mit 50 Vollbildern pro Sekunde einzuführen.

Audiophile Besucher können sich in Berlin an speziellen Surround-Formaten für echten Raumklang erfreuen: Auf der IFA werden erste A/V-Receiver für DTS:X vorgestellt. Der Videostreaming-Dienst Maxdome wird in den nächsten Wochen reguläre Inhalte mit Dolby-Atmos-kodiertem Ton zur Verfügung stellen. Beide Raumklangformate arbeiten mit 5.1- oder 7.1-Boxensets, die um einen zusätzlichen Deckenlautsprecher erweitert werden. Wer daheim keine Lautsprecher unter die Decke montieren will, kann Lautsprecher-Lösungen nutzen, die Töne für die oberen Kanäle über die Zimmerdecke zum Zuhörer reflektieren.

Eine Premiere erwartet man von Intel: Der Branchenprimus stellt auf der Messe für Consumer Electronics und Home Appliances mutmaßlich die sechste Core-i-Generation vor. Die anwesenden Notebook-Hersteller werden erste Notebooks mit diesen Core-i-Prozessoren zeigen.

“Vive”-Brille von HTC

Das Thema Virtual Reality dürfte auch auf der IFA eine große Rolle spielen. So ist bereits bekannt, daß Smartphone-Spezialist HTC in Berlin seine VR-Brille Vive dem großen Publikum präsentieren will. Samsung wird seine VR-Brille GearVR parat haben, ob Sony die Morpheus zeigen wird, ist noch unklar – aber nicht unwahrscheinlich. (uk)