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Feuerfest auf den Shetland-Islands: Wenn die Wikinger feiern

Tausende feiern auf den Shetland-Inseln das jährliche Feuerfest, bei dem die Bewohner ihre skandinavischen Wurzeln zelebrieren. Höhepunkt: das traditionelle Verbrennen eines Langschiffs.

Anstelle des Bööggs verbrennen die Einwohner von Lerwick ein Wikingerschiff. Bei der jährlichen Feier «Up Helly Aa» auf einer der Shetland-Inseln geht es aber nicht nur darum, dem Winter die Stirn zu bieten. Die Bewohner zelebrieren ihr nordisches Kulturerbe, und das seit 1880. Shetland und seine Nachbarn wurden fast 500 Jahre lang von den Wikingern regiert, bevor sie 1468 ein Teil Schottlands wurden.

«Up Helly Aa» (frei übersetzt: «Die Ferien sind zu Ende») entsteht in monatelanger Vorbereitung. So genannte «Feierabend-Wikinger» bauen das Wikinger-Langschiff, das im Anschluß an den Fackelzug mit stimmungsvollem Schlachtengesang verbrannt wird. Zuvor marschieren gut 900 als Wikinger verkleidete Männer durch die Stadt und besuchen Schulen und Spitäler. Das «Jarls-Gefolge» besteht ausschließlich aus Männern; anders als beim Sechseleuten-Umzug hat man sich noch nicht von dieser Tradition lösen können. Begründet wird es damit, daß das bei den echten Wikingern auch nicht anders gewesen sei.

Die Rüstungen müssen die Teilnehmer selber machen. Das Design ist jedes Jahr unterschiedlich. Ideen werden bereits zwei Jahre im voraus gesammelt.

Singende Wikinger

Das Jar-Gefolge marschiert durch die Stadt

Der krönende Abschluß mit dem brennenden Langboot:

Nordisches Begräbnis

Am Morgen des letzten Dienstages im Januar beginnen die Nachfahren der Wikinger ihren Marsch. Sobald es dunkel wird, werden die Straßenlaternen abgeschaltet und Fackeln angezündet. Das Schiffverbrennen ist zugleich Ende des Marschs und Höhepunkt des «Up Helly Aa». Der Brauch gründet in der Tradition des «nordischen Begräbnisses»: Wikinger-Häuptlinge ließen sich nach ihrem Ableben mit ihrem Langboot einäschern.