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Pepe Escobar: Die NATO-Rußland Konfrontation in Syrien

Begrüßen Sie meine geopolitischen Dschihad-Helfer!

Die nächsten Schritte der russischen Kampagne sollten ein genaue Beachtung der Routen in die Hauptstadt von ISIS/ISIL/Daesh, Al-Raqqah, sein. In der Umgebung kämpfen die Dschihadis in Sha’ir und Jazal um die Kontrolle über Öl und Gas. Und sie haben Nester östlich von Homs und Hama, und in al-Qaryatayn. Moskau wird dort hinkommen – langsam, sicher und methodisch.

Was die russischen Luftschläge bereits drastisch offengelegt haben: Den ganzen dreckigen Kern des Mythos von einem neuen Internationalen Dschihad.

Diese ganzen Gangsterbanden von ISIS/ISISL/Daesh, Jabhat al-Nusra und verwandten salafistischen Dschihadis wurden mit einem massiven finanziellen, logistischen und waffentechnischem “Aufwand” am Laufen gehalten – mit allen möglichen Schlüsselverbindungen, von Waffenfabriken in Bulgarien und Kroatien über Transportrouten zwischen der Türkei und Jordanien.

Und zu den “gemäßigten” syrischen Rebellen:

die meisten sind noch nicht mal Syrer, es sind Söldner – jedes Steinchen in der von Sykes-Picot auf den Kopf gestellten Wüste weiß, daß sie von der CIA in Jordanien trainiert werden. Die Steinchen in der Wüste wissenauch, daß die Gangster von ISIS/ISIL/Daesh über die Türkei nach Syrien einsickern – auch wieder über die Provinz Hatay; und große Teile der Armee des “Sultans” und der Polizei sind an dem Spiel beteiligt.

Zu der Frage, wer die Rechnungen für diese großzügige Waffenunterstützung bezahlt: Fragen Sie die sprichwörtlich “frommen reichen Geldgeber” – aufgehetzt von ihren Predigern – des GCC (Gulf Cooperation Council), dem Petrodollar-Arm der NATO. Keine Gangsterbande könnte so lange durchhalten ohne die volle, umfassende “Unterstützung” der üblichen Verdächtigen.

Der hysterische, kurz vor einem Herzkasper stehende Wutausbruch verrät uns (wieder einmal) das komplette Versagen der immer gleichen alten “Politik” (denken Sie an Afghanistan).

Man benützt Dschihadis als geopolitisches Werkzeug. Künstliche “Kalifate” oder “Rebellen” – es sind alles NATO- und GCC-Schlampen.

Der frustrierte “Sultan” wurde nicht nur gekränkt, er wurde auch noch beleidigt: Jetzt muß er sich notgedrungen einer etwas veränderten Position Washingtons anpassen. Jetzt heißt es: Ja, Assad muß weg. Aber das kann etwas dauern, es wird eine “Übergangsphase” geben, wir wissennoch nicht, wie lange die dauert.

Der “Sultan” bleibt ein Nervenbündel. Er schert sich einen Dreck um ISIS/ISIL/Daesh. Aber dafür jetzt Washington – irgendwie. Er will die PYD und die PKK vernichten. Die PYD ist aber für Washington ein hilfreicher Verbündeter. Und Moskau sagt dem “Sultan”, er solle besser auf seine neo-ottomanischen Schritte achten.

Der “Sultan” kann es sich einfach nicht leisten, den “Bären” zu verärgern. Gazprom wird die Blue Stream-Pipeline in die Türkei verlängern.

Es war von drei Milliarden Kubikmetern die Rede. Jetzt werden es eine Milliarde Kubikmeter werden. Nach Angaben des russischen Energieministers Alexander Novak aufgrund von technischen Kapazitäten.

 

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From South Stream to “Turk Stream” Pipeline: Huge Win for Turkey, Big Win For Russia, Historic Loss for EU

Ankara sollte besser seine Hausaufgaben machen, denn sogar diese Erweiterung kann sich in Luft auflösen, wenn es über die Handelsklauseln mit TurkStream, vormals Turkish Stream, kein Abkommen gibt. Ankara steht unter gewaltigem Druck der Obama-Regierung. Und der “Sultan” weiß ganz genau, daß seine ganzen schönen Pläne – die Türkei als das Transitland für Energie von Ost nach West – ohne Rußland im anatolischen Dickicht verschwinden würden. Am Ende bekommt er vielleicht selbst einen Regimewechsel?
07.10.2015