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Die Lavendelroute – der Duft der Provence im Spätsommer

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Die sogenannte Lavendelstraße, auf französisch Route de la Lavande, führt durch jenes Gebiet der Provence, in dem im großen Stil Lavendel angebaut wird.

Zur Zeit der Lavendelblüte – etwa von Mitte Juni bis Mitte August – erstrahlt das ganze Land in blau, violett und malve. Die Luft ist durchtränkt von dem würzigen Geruch, und das Summen der Bienen ist deutlich zu vernehmen.

Ursprünglich bezeichnete “Route de la Lavande” in erster Linie die Departementstraße 942, aber längst gibt es in der Provence viele Routes de la Lavande. Man kann sich also treiben lassen und dabei die herrliche Landschaft entdecken oder speziell ausgewählte Höhepunkte ansteuern.

Karte_route_de_la_lavandeBeginn der Lavendelstraße: Carpentras bei Avignon

Endlose Lavendelfelder im Morgennebel mit einem betörenden Duft erstrecken sich hinter Avignon

Der berühmteste und schönste Teil der Lavendelstraße beginnt hinter der Stadt Carpentras, unweit von Avignon gelegen. Carpentras geht auf eine keltische Siedlung zurück und war bereits im 5. Jahrhundert vor Christus als Marktplatz bekannt.

Noch heute ist der Wochenmarkt am Freitag Vormittag eine Attraktion. Dahinter führt die Lavendelstraße entlang des Mont Ventoux durch eine wunderschöne, hügelige Landschaft mit kleinen, alten Ortschaften.

Sault ist hierbei einer der Hauptanlaufpunkte. Die Gemeinde befindet sich etwa 40 Kilometer östlich von Carpentras. Im August findet ein Lavendel-Festival statt, bei dem natürlich vor allem Produkte rund um den Lavendel vorgestellt und verkauft werden, zum Beispiel Honig und Öle. Sehenswürdigkeiten sind Notre Dame de la Tour, eine romanische Kirche, sowie das Museum der Stadt, in dem unter anderem prähistorische Artefakte gezeigt werden. Es ist möglich, von hier aus Bergtouren zu Fuß oder mit dem Rad zu starten oder sich einer Trekkingtour zu Pferde anzuschließen.

Von Sault aus empfehlen sich Ausflüge nach Montebrun-les-Bains sowie zur Gorges de la Nesque Schlucht. Montebrun-les-Bains ist ein Luftkurort unweit des Mont Ventoux und als “schönstes Dorf Frankreichs” bekannt. Besondere Sehenswürdigkeiten sind hier eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert sowie die Burg Dupuy-Montbrun, die 1564 im Renaissance-Stil umgebaut wurde. Für Touristen sehr attraktiv ist der “Weg der Brunnen”, bei dem man den Ort entlang verschiedener Brunnen erkunden kann.

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Die Gorges de la Nesque Schlucht ist vor allem für Wanderer, Radfahrer und Motorradfahrer eine Attraktion. Die Nesque ist an sich ein eher unbedeutender Fluss, der im Sommer oft austrocknet. Doch in der Eiszeit haben gewaltige Kräfte eine Schlucht geschaffen, die vor allem durch ihre besondere Aussicht besticht. Als Ausgangspunkt für eine Fahrt oder Wanderung empfiehlt sich der Winzerort Villes-sur-Auzon.

Ebenfalls Teil der Lavendelstraße ist Banon, südlich von Sault gelegen. Das mittelalterliche Dorf ist nicht nur für seine Kräuter – vor allem natürlich Lavendel -, sondern auch für seinen Käse berühmt. Hierbei handelt es sich um einen Weichkäse aus Ziegenmilch, der mit Esskastanienblättern umhüllt wird.

Weiter südlich liegt Gréoux-les-Bains, ein Kurort, dessen magnesiumhaltige Thermalquellen bereits zu keltischer Zeit bekannt waren, und dessen Stadtbild von einer Burgruine geprägt wird.

Wer mehr über den Anbau, die Pflege und Verwendung von Lavendel auch im eigenen Garten oder im Blumentopf wissen möchte: Lavendel: lavandula angustifolia