Home / Kulinarisches / Die köstlichsten Städte Rußlands: Die Kaliningrader Fusionsküche

Die köstlichsten Städte Rußlands: Die Kaliningrader Fusionsküche

NATALJA MAKARTSCHUK

Das Handelszentrum “Fischdorf” in Kaliningrad Quelle:Ruslan Schamukow

Die engen Verbindungen zu Europa haben in der Bernsteinstadt einen besonderen kulinarischen Stil geprägt. In ihrer russisch-europäischen Fusionsküche treffen traditionelle Gerichte der Nachbarländer auf eine neue Lesart alter Rezepte und interessante Experimente.

Der kulinarisch aufregendste Morgen in Kaliningrad beginnt in einem „Croissant“-Café”. Die gemütlichen Cafés und Konditoreien dieser Kette gibt es in jedem Stadtbezirk. Ein Blick auf die breit gefächerte Speisekarte stimmt die Besucher sofort ein auf ein kulinarisches Abenteuer.

Die Vielfalt europäischer Frühstückskulturen ist hier komplett vertreten: das Dänische mit belegten Broten, Kartoffeln und Salat, das Holländische mit schwach gesalzenem Lachs auf gerösteten Baguettescheiben, mit frischem Gemüse und Wachteleiern, das Englische – Spiegelei mit Bacon, gegrillte Würstchen und Speck. Und das ist bei Weitem nicht alles. Es lohnt sich, für ein zweites oder drittes Frühstück zu bleiben! Zumal das Vergnügen kaum mehr als zehn Euro kostet. Zu jeder Variante wird frisches hausgebackenes Brot serviert.

Das schweizerische Frühstück im „Croissant“-Café”

Die Salate sind ebenfalls multinational: Der italienische mit aromatischem Rucola, der skandinavische und norwegische auf der Grundlage von Fisch nach der Art von La Réunion, mit Hühnerfilet, Avocado, Bacon und Blauschimmelkäse. Sehr zu empfehlen sind auch die herzhaften Piroggen, Törtchen, Tartifletten und Quiches mit Fleisch- oder Gemüsefüllung. Mit einem Besuch ist es bei diesem Café sicher nicht getan.

Wichtig ist, noch ein wenig Platz für eines der köstlichen Desserts im Magen zu reservieren – und sei es nur für ein paar bunte und im Mund zergehende runde Macaron-Gebäckstücke.

„Die Kartoffel ist allem der Kopf“

Im Europa-Handelskomplex im Zentrum der Stadt hat in einer ruhigen Ecke das kleine Restaurant mit litauischer Küche „Brikas“ eröffnet. Zu einem Mittagessen gehört hier unbedingt eine kalte litauische Borschtsch und eine Auswahl aus den unendlichen Variationen von Kartoffelgerichten: echte litauische Zeppeline mit verschiedenen Füllungen, die Luftschiffen aus Kartoffelmasse ähneln, die rötlichen Kartoffelwürstchen Wedere, runde Pfannkuchen aus Kartoffeln, eine beeindruckende Kartoffel-Babka mit Hühnerschenkel. Von den Getränken sind der Kwas aus Kartoffeln, Getreide oder Moosbeeren und hausgemachte Beerensäfte zu empfehlen.

Litauische Zeppeline.

Ein weiteres lohnenswertes kulinarisches Ausflugsziel ist die tschechische Kneipe „U Gascheka“. Auf der Speisekarte stehen einige nationale Salate, die meisten von ihnen kombinieren Schinken und Apfel auf eine sehr interessante Weise. Als ersten Gang kann man tschechische Kohlsuppe mit hausgemachter Wurst oder eine dickflüssig pürierte Suppe auf Kartoffel- oder Pilzbasis in einem Brotnäpfchen wählen.

Das Hauptgericht besteht aus viel Fleisch und Kartoffeln. Das können ein tschechisches Rindergulasch mit Knödeln, Switschkowa – überbackenes Rindfleisch mit saurer Sahne –, verschiedene Sorten Aufläufe oder große Knödel mit Fleisch- oder Fischfüllung als eigenständige Mahlzeit sein. Erfreulich sind die große Auswahl an tschechischem Bier und die zahlreichen fantasievollen Vorspeisen dazu. Ein Mittagessen aus drei Gängen ist für etwa 20 Euro zu haben. Und solange das Fleisch gebraten wird und die Soßen köcheln, kann man sich den knurrenden Magen mit den lustigen Zitaten aus dem Werk des tschechischen Schriftstellers Jaroslaw Gaschek vertreiben, die an den Wänden des Restaurants zu lesen sind.

Nächste Seite:

Zur Tante auf eine Wurst
Meeresfrische und feurige Hitze
Ein wenig über Kaliningrad/Königsberg