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Die größte Privatisierung Europas (Teil 3): Depression

Die Große Depression - Investoren versuchen verzweifelt noch zu verkaufen ..

Die Große Depression – Investoren versuchen verzweifelt noch zu verkaufen ..

Von Wladimir Moschegow, Quelle: www.svpressa.ru, Übersetzung: fit4Russland

Wie der Zusammenbruch des amerikanischen Aktienmarktes auf die globale Wirtschaft wirkte

Für das amerikanische Ohr klingen die Worte “die Große Depression” wie ein großer biblischer Mythos. Ein populärer amerikanischer Ökonom vergleicht den Zusammenbruch des Aktienmarktes im Oktober 1929 mit solchen wichtigen Ereignissen der menschlichen Geschichte wie die Ermordung von Julius Caesar, die Landung Kolumbus an der amerikanischen Küste oder die Schlacht bei Waterloo.

Letzteres sagt zwar eher mehr aus über die Mentalität der Amerikaner, aber etwas Wichtiges hat er dennoch noch richtig erfaßt.

Angaben der Liga der Nationen zufolge warf die Globale Krise die Industrie vieler Länder um Jahre zurück: Frankreich bis zum Jahr 1911, die USA zu den Jahren 1905-1906, England zum Jahr 1897 und Deutschland bis zum Jahr 1896. Die Welt als Ganzes wurde etwa bis zu den Jahren 1908 und 1909 zurückgeworfen. Ein Ergebnis der Weltwirtschaftskrise war das Ende der Ära des metallischen Geldes, das die die Menschheit vorher Hunderte von Jahren benutzte. Die Welt hatte sich total verändert.

Wenn es die große Depression nicht gegeben hätte, dann vermutlich auch keinen Zweiten Weltkrieg.

Aber die fünf Jahre vor diesem finanziellen Ruin waren voll von Hoffnungen und Illusionen.

Frieden und Sicherheit

Nach der Annahme des “Dawes-Plan”, wird begonnen, das gezähmte und in eine Halb-Kolonie verwandelte Deutschland “ins feine Gesellschaft” einzuführen: Im Jahr 1925 unterzeichnet Deutschland die Verträge in Locarno, mit denen es sein Einverständnis mit seinen in Versailles festgelegten westlichen Grenzen bestätigt. Im nächsten Jahr wird Deutschland in den Völkerbund eingeführt.

In diesen “Goldenen Jahren” der Macht der Anglo-Amerikaner, die die wichtigsten Feinde und Konkurrenten abgeschafft haben, führen sie die Mode Pazifismus ein: “Erst der Dawes Plan brachte Europa auf den Weg aus dem Chaos zu dem des friedlichen Wiederaufbaus!”, “Wir sind an der Schwelle zu einer neuen Renaissance in Europa!”, donnert die englische Presse. Wirklich, wozu dann die Waffen, wenn alle Ziele, die sie sich gestellt hatten, bereits erreicht wurden?

Es ist offensichtlich, daß die “Pazifismus-Kampagne” ausgerufen wurde um vor allem den französischen Militarismus zu diffamieren, der seine Wunden leckte, aber seine versteckten Ambitionen immer noch nicht verloren hatte. Und auch Kampagne für die jungen nationalistischen Bewegungen, die wachsende Kraft in ganz Europa.

Der Hauptfeind der Nationalisten war natürlich die Komintern, die das Feuer “Weltrevolution” in Europa aufzublasen versuchte. Aber für die parlamentarische Demokratie, für den englischen Liberalismus und für das internationale Kapital waren alle beide ein Problem.

Schwer zu sagen, wie gut diese anglo-amerikanischen “Führer” ihre Ziele erreichten, aber der englische Historiker John Fuller erwähnte in diesem Zusammenhang, „Zu jener Zeit, als Hitler an die Macht kam, war das britische Volk so hypnotisiert durch diese [Pazifismus-] Propaganda, daß wenn jemand aus der britischen Regierung vorgeschlagen hätten, die Aufrüstung durchzuführen, hätte ihn [das Volk] seiner Macht entledigt. (J. F. Ch. Fuller. Der zweite Weltkrieg 1939-1945).

Noch bemerkenswerter, daß während die süßen “Lieder” über Frieden und Sicherheit gesungen werden, sich in dieser Zeit zwischen England und Amerika ein echter Handels- und Finanz-Krieg entfaltete. Nachdem Frankreich besiegt wurde und Deutschland “privatisiert” war, mußten die zwei weltweiten Hegemonien die Rangfolge untereinander ausstreiten.

Im Jahr 1925 “rüsten” England und die USA “um”, kehren zurück zum Goldstandard. In dieser Zeit führt eine sehr interessante Persönlichkeit die Bank von England: Montagu Norman, der gleichgesinnte Freund und Kollege von Hjalmar Schacht.

In einem so kurzen Artikel werden wir nicht in der Lage sein, einen Einblick auch in die grundlegenden Umwälzungen dieses “Kampfes der freien Kräfte” für die globale Herrschaft einwerfen. Es genügt zu sagen, daß jedoch Deutschland, selbst fast ohne Spur von Souveränität, einige Möglichkeiten für Manöver blieben. Eine (und vielleicht die wichtigste) von diesen Möglichkeiten war Hjalmar Schacht und seine guten ausländischen Bekanntschaften und Beziehungen.

Babylon

Fünf dieser Jahre rosiger Träume von einer Welt unter Pazifismus-Ideologie kamen in die Geschichte Deutschlands ein unter dem Namen “Goldene Zwanziger”, fünf Jahre des “Wohlstandes” der Weimarer Republik (1924-1929). Es erblühten natürlich vor allem Träume amerikanischer Geschäftsleute und Bankiers.

Die neuen Besitzer des Landes sahen in ihrem Erwerb vor allem ein profitables Unternehmen, das Gewinn bringen muß: Die Waren müssen produziert und verkauft werden (irgendwo im Osten, da die Engländer und die Franzosen deutsche Produkte auf ihre Märkte nicht zuließen) und das so gewonnene Geld muß als Reparationszahlung abgeben werden.

Alles, was sofortiges und dauerhaftes Einkommen (Stahlindustrie, Maschinenbau und Transport-System) gebracht hatte, blieb unverändert, den Staat über Wasser zu halten, doch die anderen, kleinen und mittleren Produktionsunternehmen wurden dem Moloch der Optimierung unterworfen.

In den ersten Monaten nach Annahme des “Dawes-Plan” stieg die Zahl der Unternehmen-Insolvenzen um 450 Prozent. Ein Viertel der staatlichen Angestellten waren ohne Arbeit. Bis zum Jahr 1926 gab es in Deutschland bereits zwei Millionen Arbeitslosen.

“Im Ergebnis solch permanenten Angriffs musste Deutschland zwangsläufig in stabile hoffnungslose Armut fallen”, schreibt ein der heutigen Forscher. Doch nach dem Wahnsinn der “neunten Welle” Hyperinflation war es zumindest eine gewisseStabilität. Die Menschen wurden aufgegeben und sich selbst überlassen, aber die Hoffnung doch noch Arbeit zu finden blieb bestehen.

Zur gleichen Zeit wuchsen entlang der zentralen Straßen der größten Städte in Deutschland die Ketten von Luxus-Hotels und Restaurants. Die neuen Eigentümer richteten das Oberdeck des Schiffs “Deutschland” als ein teures Hotel für die reichen Touristen ein. Hier, auf dem Hauptdeck herrschte eine imposante Atmosphäre des Glücks und der Freiheit der Sitten. In dieser Zeit ging man nach Deutschland für dasselbe, wofür Erlebnishungrige heute nach Thailand gehen. Hinter den glamourösen Fassaden der Hotels und Restaurants in Berlin verdienten Massen von armen deutschen Kinder ihr Geld mit Prostitution.

Die Zeitgenossen nannten das Berlin der 20er Jahre die perverseste Stadt der Welt. Tausende von Kabaretts dienten als ein Ort der flüchtigen Bekanntschaften. Unzählige Hotels machten Vermögen mit der Vermietung der Zimmer für eine Stunde an nicht registrierte Gäste.

“Berlin verwandeltesich in das Babel der Welt. Bars, Rummelplätze und Schnapsbuden schossen auf wie die Pilze”, erinnert sich Stefan Zweig:

“Selbst das Rom des Sueton hat keine solche Orgien gekannt wie die Berliner Transvestitenbälle, wo Hunderte von Männern in Frauenkleidern und Frauen in Männerkleidung unter den wohlwollenden Blicken der Polizei tanzten. Eine Art Irrsinn ergriff im Sturz aller Werte gerade die bürgerlichen, in ihrer Ordnung bisher unerschütterlichen Kreise. Die jungen Mädchen rühmten sich stolz, pervers zu sein; mit sechzehn Jahren noch der Jungfräulichkeit verdächtig zu sein, hätte damals in jeder Berliner Schule als Schmach gegolten, jede wollte ihre Abenteuer berichten können und je exotischer, desto besser.

Aber das Wichtigste an dieser pathetischen Erotik war ihre grauenhafte Unechtheit. Im Grunde war die deutsche Orgiastik, die mit der Inflation ausbrach, nur fiebriges Nachäffertum; man sah diesen jungen Mädchen aus den guten bürgerlichen Familien an, daß sie lieber einen einfachen Scheitel getragen hätten als den glatt gestrichenen Männerkopf, lieber Apfelkuchen mit Schlagsahne gelöffelt, als die scharfen Schnäpse getrunken; überall war unverkennbar, daß dem ganzen Volke diese Überhitztheit unerträglich war, dieses tägliche nervenzerreißende Ausgereckt werden auf dem Streckseile der Inflation, und daß die ganze kriegsmüde Nation sich eigentlich nur nach Ordnung, Ruhe, nach ein bisschen Sicherheit und Bürgerlichkeit sehnte. Und im geheimen hasste sie die Republik, nicht deshalb, weil sie diese wilde Freiheit etwa unterdrückt hätte, sondern im Gegenteil, weil sie die Zügel zu locker in Händen hielt.” (Stefan Zweig: Die Welt von Gestern)

Der Zerfall der Sitten begann mit der Niederlage im Krieg und der Gründung der Weimarer Republik und wuchs stetig während der ganzen Nachkriegszeit. Aber wenn die Verderbtheit am Anfang der 20er Jahre irgendwie verzweifelt und sogar existentiell wichtig war (ähnlich der Philosophie der Generation der 50er: “Lebe heute, denn morgen wird es nicht geben”), erwarb sie nun in zuversichtlichen amerikanischen Händen die Sachlichkeit und auch eine gewisseSeriosität. Deutschland wird zum Zentrum der Porno-Industrie.

Während in den Regalen der deutschen Läden, in Theatern und Konzerthallen Pornos auftauchen, sind die Korridore der deutschen Institutionen mit Herden von US-Brokern gefüllt. Anleihen, die auf dem deutschen Markt gekauft wurden, konnte man in Amerika blitzschnell wie warme Hot Dogs verkaufen.

Auf US-Markt herrscht ein neuer “Goldrausch”. Inspiriert vom amerikanischen Traum, stürzten die Bürger der “Stadt auf dem Hügel” mit ungeahnten Agilität auf den weit geöffneten billigen Ausverkauf, kauften für “einen Dollar” Deutschland. Aufregung erfasste Amerika von oben bis unten.

Börsenspekulationen sind zum nationalen Sport geworden. Gespielt haben Banker und Geschäftsleute, Proletarier und Hausfrauen. Jeder Raum, in dem man ein Tafel aufhängen kann, auf der es möglich war, mit Kreide Aktienkurse zu zeichnen, wird in die Börse (am besten waren dafür die Klassenräume der allgemeinbildenden Schulen geeignet) verwandelt.

Das Rad des “transatlantischen Kreislaufs von Wertpapieren” rotierte mit dem Spaß und plantschte im Wasser der Finanzstabilität. Der “Dampfer Deutschland” hielt sich über Wasser, unterstützt von der Dollar-Welle. Amerika gibt weiterhin Kredite an Deutschland; Deutschland zahlt Reparationen an die Verbündeten ab; diese wiederum zahlen Schulden an die US-Banken zurück; und die Banker geben wieder Kredite an Deutschland.

Aber wer bekam den gesamten Gewinn aus diesem Karussell? Wessen nationale Wirtschaft wird gestärkt und weiterentwickelt?

Interessante Frage. Denn vor den Augen der Deutschen, Franzosen, Engländern und sogar den US-Staaten erschienen die Gold-Dollar nur für einen Augenblick, um sofort weiter zu fließen… Wohin? Vom spekulativen Spiel profitierten hauptsächlich die amerikanischen Bankiers. Die Halter dieses System, die Besitzer dieses Casinos nahmen den gesamten Pott. Für die übrigen Teilnehmer des Marathons (und vor allem für Deutschland) verwandelte sich dieses Rad eher zu dem Hammer, der das Land immer tiefer und tiefer in die Verschuldung hämmerte.

Bis zum Jahr 1929 gehörte nahezu die gesamte deutsche Industrie verschiedenen US-finanz-industriellen Gruppen.

Und die Schulden Deutschlands für Kurzfristige Kredite bei ausländischen Banken erreichten für die damalige Zeit einen einzigartigen Höhepunkt, 16 Milliarden Reichsmark.

Zur gleichen Zeit blähte sich die Blase des amerikanischen Wert-Papiere-Marktes auf bis hin zu astronomischer Größe. Die Zinsen für Kurz-Kredite überschritten in dem glühenden, verrückten Rennen nach Profit in Amerika die 20% Marke. In diesen Moment verliert der finanzielle Fluss das Interesse an Deutschland und wechselt seine Richtung, er geht auf den amerikanischen Markt. Das Rad des “transatlantischen Kreislaufs von Wertpapieren” bleibt plötzlich stehen.

Donner des Himmels

Ökonomen streiten sich immer noch darüber, wodurch der Börsencrash 1929 und die anschließende wirtschaftliche Depression hervorgerufen wurden. In dieser Hinsicht existieren zu viele Hypothesen und Versionen, um auch nur deren Liste aufstellen können. Wahrscheinlich haben die meisten von ihnen vielmehr das Ziel, die Wahrheit zu verbergen, als sie zu klären.

Eine erschöpfende Antwort über die Ursachen der globalen Krise wird kaum jemals geben.

Geld liebt das Schweigen. Die Geheimnisse rund um die finanzielle Macht, sind sehr sicher hinter den schweigenden Fassaden von Banken versteckt. Aber einige Schlussfolgerungen können wir, ausgehend von den bekannten Ergebnissen, jedenfalls ziehen.

Wohin führte die Krise?

Bis 1932 war der Index der Industrieproduktion und das Nationaleinkommen in den USA um die Hälfte gesunken. Das Schmelzen von Gusseisen und Stahl, die Produktion von Autos ist auf 75% des Standes vor der Krise reduziert. Die Zahl der Insolvenzen von Banken, Industrien und Unternehmen bekam den Charakter einer exponentiell steigenden Kurve. Die Arbeitslosigkeit erreichte nach verschiedenen Schätzungen 12 bis 15 und mehr Millionen Menschen.

Die in dieser Zeit pleite gegangenen Amerikaner waren gezwungen, in Zelten und Hütten inmitten von Slum-Siedlungen zu wohnen, die mit bitterer Ironie als “Hooverville” bezeichnet wurden (“zu Ehren” von Präsident Hoover). Ein solches Hooverville war auch im Central Park in New York entstanden und einige von ihnen bestanden noch bis Ende der 1940er Jahre.

Und in dieser Zeit, als Hunderttausende von normalen Amerikaner an Hunger sterben, werden Tausende von Tonnen von Fleisch, Milch, Getreide ins Meer geschüttet, um die Mindestpreise für landwirtschaftliche Produkte zu halten.

Was jetzt in Amerika geschieht, wie in einem zeitverschobenen Spiegelbild, gleicht Deutschland in der Periode der Hyperinflation. Dort wurden immer wieder neue Portionen von Papiergeld auf den Mark geworfen, deren Wert gegen Null strebte. Mithilfe dieser wertlosen Zettel (deren scheinbarer Wert aber durch endloses Vertrauen des Deutschen unterstützt wurde) wurden dem Land, Immobilien und Produktionskapazitäten abgekauft.

Hier werden genauso wertlose Zettel auf den Markt geworfen, die heißen hier allerdings Aktien; die wuchsen und wuchsen im Preis bis die Blase schließlich platzte. Die schnell wertlos gewordenen Aktien platzten sozusagen und zusammen mit den Aktien auch die Anlagen von Bürgern.

Bemerkenswert ähnlich waren die wichtigsten Ergebnisse. Mehr als die Hälfte der US-Banken wurden im Verlauf der Krise komplett ruiniert. 50% der Aktiva der Banken des Landes waren konzentriert in den Händen von Hunderten von führenden Bankern (25% des Vermögens in den Händen von den 14 größten Bankern).

Es wäre wohl nicht übertrieben zu sagen, daß in diesen Jahren das US-Finanzsystem durch Bankiers der FED gekauft war, ebenso wie es zuvor in Deutschland gekauft wurde.

Unter denjenigen, die durch die Krise verdient haben, sind interessante Namen. Zum Beispiel Bernard Baruch,Joseph Kennedy (Vater des Präsidenten), Henry Morgenthau (der spätere Wirtschaftsminister im Kabinett Roosevelt, der Autor des berüchtigten “Morgenthau-Plan”, Plan den wirtschaftlichen Vernichtung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg).

War die Finanzkrise eine spezielle Operation der FED? War sie Ergebnis des Finanz-Krieges zwischen England und den USA? War sie Naturkatastrophe, oder eine Nebenwirkung des Raubes in Deutschlands? (In den Jahren der Depression reiste Hjalmar Schacht mit Lesungen durch die Welt mit dem Plan des Inhalts, die Amerikaner, Franzosen und Engländer davon zu überzeugen, das genau die deutschen Reparationen die Ursache der globalen Depression waren und forderte sie auf, auf die deutschen Schulden zu verzichten.)

So oder so, die Ergebnisse der Krise waren katastrophal für Amerika und für Europa. In dem Moment, als der Dollar-Fluss “Kreislauf der Wertpapiere” austrocknete, fand sich der “Dampfer “Deutschland” auf den Felsen gestrandet. Und mit ihm zusammen viele andere Teilnehmer des Marathons.

Für eine Weile ist es Deutschland gelungen, mit Hilfe von professionellen Manipulationen Hjalmar Schachts zu überleben. Aber bis zum Ende 1931 war klar, daß das Land weder in der Lage ist die Reparationen, noch die Zinsen auf seine astronomischen Schulden zu zahlen. Nach der Ankündigung dieses Bankrotts Deutschlands brachte der Domino-Effekt auch anderen Ländern den Staatsbankrott.

Im Herbst des Jahres 1931 wird das Britische Pfund abstürzen. Hinterher fallen die englischen Dominionen. Bis zum Ende 1931 flutet der “Tsunami der Abwertungen” mehr als zwei Dutzend Währungen auf der ganzen Welt.

Die Abwertung der Währung zwingt England die Anbindung an den Goldstandard aufzugeben. Mehr als drei Dutzend Länder folgen diesem Beispiel. Im Jahr 1933 geben auch die USA den Goldstandard auf. Die Abwertung des Dollars markiert den endgültigen Zusammenbruch des Systems des metallischen Geldes. Von nun an Geld ist nur noch Papier.

Bis Ende 1933 schrumpfte das Volumen des weltweiten Handels im Vergleich mit dem vor der Krise auf ein Drittel.

Aber die stärkste Auswirkung der Krise wird wieder auf Deutschland einschlagen. Die zu Beginn auf dem gemütlichen Deck des “Dampfers Deutschland”, geradezu fett zurechtgekommenen angenehm entspannten amerikanischen Geschäftsleute beginnen schnell vom sinkenden Schiff zu fliehen. Wieder beginnt eine durch nichts kontrollierte Ausfuhr des Eigentums. Wieder beginnen spekulative Handels-Unternehmen fieberhaft an der negativen Dynamik zu verdienen und mittels nicht enden wollender Schlangen von Transportzügen das erworbene Gut abzutransportieren. Als ob 1923 nach Deutschland zurückgekehrt wäre.

Zum Jahr 1933 sinkt die Produktion in Deutschland auf die Hälfte von der vor der Krise. Fast die Hälfte der Arbeitskräfte bleibt völlig ohne Arbeit, ein weiteres Viertel ist nur teilweise beschäftigt.

Fast 9 Millionen Arbeitslose frieren auf deutschen Straßen im Winter 1932-1933. Die Sterblichkeit erreicht einen ungeahnten Höhepunkt. Armut und Verzweiflung herrschten wieder im Land.

Und zusammen mit allem kehrte in das Land der Mann, den vor 10 Jahren die französische Besatzung der Ruhr aus dem Nichts holte: Der Führer der einst winzigen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands und jetzt der Führer des deutschen Volkes Adolf Hitler. Der Kreis schließt sich.

Erschienen auf: http://www.fit4russland.com/geo-politik/1677-die-groesste-privatisierung-europas-teil-3-depression

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Die größte Privatisierung Europas: Vom Dawes-Plan zum Marshall-Plan (Teil 1+2)