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Der Backster-Effekt

Cleve Backster und sein Drachenbaum. Aus diesem Experiment entstand der Klassiker Primary Perception

Cleve Backster und sein Drachenbaum. Aus diesem Experiment entstand der Klassiker Primary Perception

Im Jahre 1968 trat der Amerikaner Cleve Backster, damals einer der führenden amerikanischen Lügendetektor-Spezialisten der USA, mit der Behauptung an die Öffentlichkeit, auch Pflanzen besäßen ein Bewußtsein.

Sie seien in der Lage, Botschaften, die von Menschen oder von anderen tierischen Organismen ausgesandt werden, auf telepathischem Wege zu empfangen. – Pflanzen besitzen ganz sicher kein Gehirn. Sollten wir hier bereits einen Beweis für die Vermutung vor uns haben? Kann Geist ohne Gehirn bestehen?

Durch Zufall war Backster eines Tages auf die Idee gekommen, einem Philodendron die Elektroden eines Lügendetektors anzulegen. Daraufhin begoß er die Erde des Blumentopfes. Der Schreiber des Detektors zeigte eine Reaktion an, die Backster aus menschlichen Testreihen kannte und deshalb identifizieren konnte: Freudige Erregung.
Das brachte Backster auf die Idee, auch den umgekehrten Weg zu versuchen.

Er bemühte sich, der Pflanze Angst einzuflößen. Zunächst hatte er keinen Erfolg. Der Philodendron schien sich weder darüber aufzuregen, daß Backster seine Blätter in Kaffee tunkte, noch darüber, daß er einzelne Stücke abriß. Schließlich kam Backster der Gedanke, die Pflanze anzubrennen.

Obwohl die Pflanze nie mit Wasserdampf oder Feuer in Berührung gekommen war, schien sie die tödliche Gefahr dennoch genau zu kennen. Der Lügendetektor signalisierte panisches Entsetzen, als Backster auf die Idee kam, sein Feuerzeug an den Philodendron zu halten. Wohl gemerkt – als Backster auf die Idee kam! Nicht etwa, als er die Tat ausführte.

Auf irgendeine unvorstellbare Weise brachten die Pflanzen es fertig, zu erraten, was im Gehirn des Menschen vorging. Sie reagierten auf seine Gedanken, nicht auf seine Taten.

In einem weiteren Versuch konstruierte Backster eine automatische Vorrichtung, die lebende Krabben in kochendes Wasser schütten konnte, auch wenn niemand im Zimmer war. Der Philodendron registrierte die Todessekunde der Krabben mit heftigen Gemütsbewegungen. Offenbar sind nicht nur Menschen in der Lage, Gedankensignale auszusenden, die eine Pflanze empfangen kann.

Schließlich schritt man zum Pflanzenmord.

Ein Mitarbeiter Backsters – keiner der Beteiligten wußte, wer der Auserwählte war – wurde ausersehen, um in Gegenwart eines Philodendrons einen zweiten Philodendron zu zerstören. Anschließend betraten alle Beteiligten nacheinander den Raum, in dem der Mord geschehen war und in dem der überlebende Philodendron stand.

Im gleichen Augenblick, in dem der Pflanzenmörder eintrat, schlug der Lügendetektor heftig aus. – Der Überlebende klagte den Mörder an. Der sog. “Backster-Effekt” war geboren.

Verschiedene Institute und Wissenschafter, darunter der amerikanische Physiker Marcel J. Vogel, haben die Backster-Versuche verifiziert und auch eigene Versuchsanordnungen erarbeitet.