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China läuft IWF, Weltbank und ADB den Rang ab

China hat Währungsreserven in Höhe von fast 4 Billionen Dollar und die vor einem Jahr ins Leben gerufene Asian Infrastructure Investment Bank übernimmt Aufgaben der westlichen Organisationen IWF, Weltbank und ADB. Finanziell angeschlagene Regierungen bitten zukünftig nicht mehr Washington, sondern Peking um Hilfe.

Wer ist zukünftig der Global Player?

Dank China haben Christine Lagarde des Internationalen Währungsfonds, Jim Yong Kim von der Weltbank und Takehiko Nakao von der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) nicht mehr viel zu tun.

Peking rettet Rußland, Venezuela und Argentinien und signalisiert damit den Tod der Bretton-Woods-Welt der Nachkriegszeit. Dies schreibt William Pesek von Bloomberg View in einem Blogbeitrag. „Die jüngsten Aktionen Chinas markieren den Anfang vom Ende des Dreh- und Angelpunktes von Amerikas Rolle in der Weltwirtschaft und den EinflußJapans in Asien“, so der Bericht weiter. Chinas neue Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) sei ein „ADB-Killer“. Japan müsse den Posten für die Präsidentschaft der ADB für andere Nationen freigeben, anderenfalls werde diese „von China und seinen tiefen Taschen“ einfach überrannt.

China hat Währungsreserven in Höhe von fast 4 Billionen Dollar und übernimmt Aufgaben der westlichen Organisationen IWF, Weltbank und ADB. Ein Wettbewerb sei grundsätzlich eine gute Sache, so Bloomberg View weiter, und finanziell angeschlagene Regierungen würden zukünftig nicht mehr in Washington, sondern in Peking um Hilfe bitten.

Zuletzt half Peking Rußland mit einem Währungsswap in Höhe von 24 Milliarden Dollar, um dem Land aus der schwersten Krise seit 1998 zu verhelfen. Ähnliches wurde zuletzt im krisengeschüttelten Venezuela durchgeführt, Argentinien erhielt ebenfalls ein Darlehen.

Neben der New Development Bank der BRICS-Staaten mit Sitz in Shanghai und der SCO Development Bank ist die AIIB bereits die dritte derartige Organisation unter Chinas Initiative.

China entdeckt große Öl- und Gasvorkommen

China investiert Milliarden, um die Unabhängigkeit des Landes von Energie-Importen aus dem Ausland voranzutreiben. Offenbar mit Erfolg: Zuletzt wurden fast 1,1 Milliarden Tonnen Öl und 616,4 Milliarden Kubikmeter Erdgas entdeckt.

China hat im Jahr 2013 fast 1,1 Milliarden Tonnen Öl und 616,4 Milliarden Kubikmeter Erdgasreserven entdeckt, wie das Ministerium für Bodenressourcen meldet. Aus den neuen Entdeckungen können mit aktuellen Technologien 202 Millionen Tonnen Öl und 381,9 Milliarden Kubikmeter Erdgas gewonnen werden.

Im Jahr zuvor belief sich die Erdöl- und Erdgas-Produktion auf 210 Millionen Tonnen bzw. 117,6 Milliarden Kubikmeter. China ist einer der weltweit größten Energieverbraucher und ist bislang noch von Importen abhängig. Doch investiert das Land etliche Milliarden in die Erschließung von Öl- und Gas-Reserven, um die eigene Unabhängigkeit von Energie-Importen aus dem Ausland zu fördern. Die neu entdeckten förderbaren Vorkommen entsprechen mehr als einem Dreijahresverbrauch Erdgas (2010, Quelle) und fast einem Halbjahresverbrauch Erdöl (2010, Quelle) Chinas.

China stieg zuletzt zum größten „Warenhändler“ der Welt auf, wie Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldet. Im vergangenen Jahr wurden Waren im Wert von 4,16 Billionen Dollar ein- und ausgeführt. Darunter 2,21 Billionen Dollar Exporte und 1,95 Billionen Dollar Importe. China ist heute der größte Handelspartner von mehr als 120 Ländern und Regionen, so der Bericht.