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Bildschirmarbeit 7 Übungen gegen eckige Augen

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Augenärztin Melanie Eberle kennt solche Fälle aus der Praxis. Ihr Fazit: «Unsere Augen sind nicht für stundenlange Naharbeit gemacht.»

Unsere Augen sind nicht gemacht für stundenlange Bildschirmarbeit. Diese sieben simplen Übungen helfen bei Beschwerden.

Seit Martine Heller (Name geändert) mehr Streß im Job hat, schmerzen ihre Augen schon am Nachmittag. Sie brennen höllisch, und manchmal sieht die PR-Beraterin alles nur noch verschwommen.

Auch Andreas Zehntner hat Beschwerden, seine Augen sind oft zu trocken. In der Freizeit reichen ein paar Augentropfen. Bei der Arbeit hilft dagegen gar nichts mehr. Nach wenigen Stunden fühlt es sich an, als hätte ihm jemand Sand in die Augen gestreut. Der Schmerz ist bisweilen so stark, daß sich der Softwareentwickler nicht konzentrieren kann.

Die beiden sind nicht allein. Rund die Hälfte aller Bildschirmarbeiter haben nach eigenen Angaben Probleme wie trockene Augen, Kopfschmerzen, Leseschwierigkeiten oder Flimmern, besagt eine Studie des Schweizer Optikerverbands.

Die künstliche Kurzsichtigkeit

Der ständige Blick auf 40 Zentimeter Distanz und der Lichtstress strengen die Augen an. Laut Optikerverband kann es sogar zur sogenannten künst­lichen Kurzsichtigkeit kommen. Dabei verkrampfen sich die Augenmuskeln im Zustand des Nahsehens. Die Sicht in die Ferne ist dann für eine gewisseZeit unscharf und wird erst nach Entspannung wieder normal.

Und: «Wer am Computer arbeitet, blinzelt deutlich weniger als sonst», sagt Augenärztin Eberle. Gemäss Studien schlägt man rund 20-mal pro Minute die Lider auf und zu, am Bildschirm sind es noch fünfmal pro Minute. Dadurch reduziert sich auch der Tränenfilm auf der Hornhautoberfläche. Diese wird dann nicht mehr konstant mit Sauerstoff versorgt, und Wimpern, Staub und anderes werden nicht mehr ausgewaschen. Ähnliches beobachteten Forscher bei Kindern, die intensiv Computerspiele spielen.

PC macht Augen nicht kaputt

Bei Bürolisten spricht man vom «Office Eye Syndrome». Die 
Augen tränen und fühlen sich müde und trocken an. «Das läßt sich beheben», sagt Expertin Eberle. Sie wehrt sich gegen die weit verbreitete Vorstellung, daß Bildschirmarbeit die Sehleistung konstant verschlechtert: Das ist wissenschaftlich nicht belegt.

Dennoch solle man die Beschwerden ernst nehmen und gegebenenfalls Hilfe suchen. Für leichte Fälle von Trockenheit rät sie, sich ein Tränen­ersatzmittel aus der Apotheke zu besorgen. Lüften sei auch wichtig, genauso wie die rich­tige Haltung am Computer. Wie andere Experten empfiehlt sie Entspannungsübungen.

Übung 1: Stärken

augenuebungen_staerkenUm die Augenmuskulatur zu stärken, hält man einen Zeigefinger in 
etwa 20 Zentimeter Entfernung vor die Augen.
Den Blick auf die Finger­spitze richten und mit 
dieser langsam Zahlen oder Figuren in die Luft malen. Immer schneller ausführen, so daß man mit den Augen gerade noch folgen kann.

Übung 2: Lockern


Mit dem sogenannten Akkommodieren lockert man die Augenmuskulatur. Dafür deckt man das linke Auge mit der linken Hand zu und 
hält die rechte Hand mit ausgestrecktem Arm 
vor das rechte Auge.

Nun bewegt man die rechte Hand langsam auf das Auge zu. Dabei stellt man dieses möglichst scharf auf die Handfläche ein, indem man einen Punkt darauf fixiert. Zum Schluß 
die Hand wieder in Ausgangsposition bringen, das Auge folgt ihr dabei.

Übung 3: Blinzeln

Einfach, aber bewährt: blinzeln – so schnell und 
locker wie möglich. Eine Minute sollte reichen. 
So kann sich wieder ein Tränenfilm über das Auge ziehen. Ganz wichtig auch: alle 30 Minuten die 
Augen weit öffnen und in die Ferne schauen.

Übung 4: Palmieren

Zur Entspannung eignet sich das sogenannte Palmieren. Dafür reibt man die Hand­innenflächen gegeneinander. Dann legt man die warmen Hände nebeneinander und leicht gewölbt über die geschlossenen Augen, ohne die Lider zu berühren. Dabei die Augen locker geschlossen halten. Zwei Minuten entspannen, an nichts denken.

Übung 5: Lichtbaden

Beim Lichtbaden richtet man das Gesicht mit geschlossenen Augen zur Sonne. Bei schlechtem Wetter reicht auch eine Lampe. Dann den Kopf leicht hin und her 
drehen, damit das Licht auf verschiedene Stellen der 
geschlossenen Augen trifft. Je nach Lichtempfindlichkeit drei bis fünf Minuten. Mit der Palmieren-Übung beenden.

Übung 6: Augenbad

Immer entspannend ist ein Augenbad, bevor man zu Bett geht. Einfach mit den Händen mehrere Male kaltes Wasser auf die geschlossenen Augen geben. Mit wärmerem Wasser wiederholen.

Übung 7: Akupressur

Eine anspruchsvollere Übung ist die Akupressur. Bei dieser arbeitet man an beiden Augen 
zugleich. Dabei bleiben die Augäpfel ausgespart.

Akupressur bei Augenbrauen

Bei den Augenbrauen fängt man an: Die ausgestreckten Zeigefinger auf die Brauen legen und mit leichtem Druck einige Male die Haut über dem Knochen von oben nach unten und von unten nach oben schieben – so 
arbeitet man sich entlang der Brauen voran.

Akupressur bei der Nase

Weitere Akupressurpunkte befinden sich links und rechts der Nase auf Höhe 
der inneren Augenwinkel. Darauf drückt man mit 
Daumen und Zeigefinger.

Akupressur in der Augenhöhle

Dann, näher an den geschlossenen Augen: leicht mit den Mittelfingern in die Vertiefung zwischen dem oberen Rand der Augäpfel und dem Knochen der Augenhöhle klopfen – von innen nach 
aussen. Am unteren Augenrand wiederholen, ebenfalls von innen nach außen.

Original erschienen auf:http://www.beobachter.ch/leben-gesundheit/wohlfuehlen-praevention/artikel/bildschirmarbeit_7-uebungen-gegen-eckige-augen/

Illustrationen: Beobachter/Anne Seeger
Autor: Rebecca WyssBild: Thinkstock Kollektion