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Bienen – Warum sie so wichtig sind

Der Wert der Bienen

Der Wert der Bienen wird gerade versuchsweise in Zahlen erfaßt. Der wirtschaftliche Wert der Bestäubungsleistung der Bienen für die Landwirtschaft wird für Europa auf 65 Milliarden Euro jährlich geschätzt, für Österreich auf 525 Millionen und weltweit auf 100-200 Milliarden Euro. Ein Drittel der weltweiten Nahrungsproduktion hängt direkt oder indirekt von der Arbeit der Bienen ab. Auch der Wert aus der Produktion von Honig und anderen Bienenprodukten wird beziffert. Doch läßt sich der Wert der Honigbienen für unser Ökosystem wirklich in Zahlen ausdrücken?

Sind sie nur Nutztiere für die industrielle Landwirtschaft und damit ein Wirtschaftsfaktor, dessen Größe auf Papier über ihren Schutz und ihre Zukunft entscheidet?

Seit Millionen von Jahren bestimmen die kleine Biene und ihre Vorfahren die Evolution unserer Erde maßgeblich mit, denn Blütenpflanzen und Bienen haben sich in Abhängigkeit voneinander entwickelt. Blütenpflanzen sind die größte Gruppe aller Landpflanzen und sie brauchen für ihre Vermehrung die Bestäubung durch Tiere.

Heute weiß man aus Pollenanalysen des Honigs, daß Honigbienen bis zu 80% aller insektenblütigen Pflanzen bestäuben. Dazu zählen Wildpflanzen und viele Kulturpflanzen wie Ackerbohnen, Tomaten, Kürbis, Brokkoli, Gurken, Kirschen, Marillen, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Beeren, Kiwi, Mango, auch Raps, Rotklee, Luzerne, Nüsse, Sonnenblumen, Avocado, Wassermelonen, Kaffee und unzählige mehr.

Die Bestäubung sorgt für keimfähige Samen, voll ausgebildete Früchte mit guter Fruchtqualität und hohe Erträge.

Bienen schaffen das Fundament unserer Lebensmittelproduktion

Mit dem Rückgang von Wildbienen und vielen anderen Bestäubern haben sich auch die Wildpflanzenarten drastisch reduziert, in manchen Ländern bis zu 70% innerhalb der letzten dreißig Jahre. Wildflora und Fauna sind zunehmend auf die Bestäubungsarbeit der Honigbienen angewiesen. Die Wildpflanzen sind ein wichtiger Teil der Nahrungskette und sichern den Fortbestand vieler Tierarten. Noch scheinen die Honigbienen, die die Hälfte aller Blütenbestäuber ausmachen, in vielen Gegenden den Ausfall anderer Bestäuber zu kompensieren. Sie können ihre einzigartige Bestäubungsleistung erbringen, weil bereits ein einzelnes Volk um die 80.000 Bienen zählt und ein Teil von ihnen durch die Honigvorräte den Winter überlebt. Sie gehören zu den ersten Insekten, die im Frühling mit der Bestäubung beginnen. Außerdem sind sie im Gegensatz zu anderen Bestäubern blütentreu. Diese fliegen von einer Blütenart zur nächsten und sorgen damit nicht für eine Bestäubung.

Wir kennen heute 350.000 Blütenpflanzen und ihre Artenvielfalt ist untrennbar mit den Bienen verbunden. Schätzungsweise 20.000 Blütenarten, die vielen Bienen als Nahrung dienen, sind in Gefahr, in den nächsten Jahrzehnten zu verschwinden.

Der globale Verlust der Biodiversität steht in Wechselwirkung mit dem drastischen Rückgang der Honig-und Wildbienen und anderer Bestäuber. Diese sind ein ernstzunehmender Indikator für das Fortschreiten der biologischen Verarmung unserer Natur-und Kulturlandschaften.

Die Bienen sind für unser Ökosystem von größter Bedeutung

Ihr Aussterben hätte immense Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht unserer Erde. Ihr Schutz ist daher die gemeinschaftliche Aufgabe von uns allen und es sollten dafür große Anstrengungen unternommen werden.

Die Biene – ein göttliches Symbol

Die Bienen haben für unsere Kulturgeschichte auch eine mythologische, kosmologische und geisteswissenschaftliche Bedeutung. In vielen Mythologien und Religionen war die Biene ein zentrales göttliches Symbol, die Vermittlerin zwischen Himmel und Erde.

Rudolf Steiner, der Gründer der biologisch-dynamischen Landwirtschaft sagte, daß geistige Kräfte in die Bienen, den „Bien“ hinein wirken und einmal im Jahr, wenn sie schwärmen, verbinden sie sich mit ihrem höheren „kosmischen Wesen“, das ihre irdische Existenz leitet.

Im Bienenschutzgarten wird es wieder Frühling und wir fühlen uns im fortschreitenden Kreislauf des Lebens untrennbar mit den Bienen verbunden.

„Die Bienen schenken dem Menschen Honig und duftendes Wachs, aber was vielleicht mehr wert ist, als Honig und Wachs: sie lenken seinen Sinn auf den heiteren Junitag, sie öffnen ihm das Herz für den Zauber der schönen Jahreszeit, und alles, woran sie Anteil haben, verknüpft sich in der Vorstellung mit blauem Himmel des Sommers, die Uhr der Stunden des Überflusses, der schnelle Flügel der aufsteigenden Düfte, der Geist und Sinn des strömenden Lichtes, das Lied der sich dehnenden ruhenden Luft, und ihr Flug ist das sichtbare Wahrzeichen, die deutliche musikalische Note der tausend kleinen Freuden, die von der Wärme erzeugt sind und im Lichte leben. Sie lehren uns die zarteste Stimme der Natur verstehen, und wer sie einmal kennen und lieben gelernt hat, für den ist ein Sommer ohne Bienensummen so unglücklich und unvollkommen, wie ohne Blumen und ohne Vögel.“

– aus Das Leben der Bienen von Maurice Maeterlinck.