Home / Bienen / Bee Information – Alles über Bienen

Bee Information – Alles über Bienen

“More than honey” – ein Film von Markus Imhoof

Bienen – was geht mich das an?

Bienen produzieren nicht nur Honig, sie sind für den Blümchensex zuständig. Fast 90 % aller Pflanzen brauchen sie zur Bestäubung. Kannst Du Dir vorstellen, wie ungemein teuer ein Apfel wäre, wenn wir die Pollen manuell von Blüte zu Blüte bringen müßten? Obst, Nüsse, Gemüse, … die Bienen arbeiten bei 1/3 unserer Nahrungsmittel fleißig mit.

Nicht nur die Honigbiene, auch viele Wildbienenarten wie zum Beispiel die Hummeln bestäuben die Pflanzen. Die Natur hat schon dafür gesorgt, daß ihre bunten Wiesen blühen … nur für die groß angelegten Agrarflächen mit Milliarden von Blüten braucht es mittlerweile die vom Imker gezüchteten Honigbienen. Allein auf den Obstplantagen in Südtirol arbeiten zur Apfelblüte etwa 600 Millionen Bienen – 20.000 Bienenstöcke werden von den Imkern eingesetzt. Einzelne Wildbienen oder auch Hummelvölker könnten die Bestäubung dieser Flächen nicht gewährleisten.

Vom Bienensterben sind übrigens auch die Wildbienen betroffen.

Bienensterben

Das Bienensterben tritt seit Mitte der 1990er Jahre verstärkt auf. Die Tendenz ist nach wie vor steigend, in Europa sind bereits 40 Prozent der Bienen verschwunden. Ursachen gibt es mehrere.

Pestizide

: Eine der Haupt-Todesursachen sind wohl diverse Gifte, die die Biene bei der Nahrungssuche auf Agrarflächen und in Gärten aufnimmt. Es handelt sich um Pestizide, Düngemittel etc. – darunter auch die viel diskutierten Neonicotinoide.
Die Bienen filtern die Gifte aus dem Nektar und geben diese nicht durch den Honig an die Brut (oder uns Honiggenießer) weiter. Das Gift wird in der Biene gespeichert. Zum Sterben fliegt sie weg vom Bienenstock …

Der Hungertod

zählt ebenfalls zu den häufigsten Todesursachen eines Bienenvolkes. Im blühenden Frühling finden die Bienen Nahrung im Überfluss. Aber im Sommer müssen sie um jedes Gramm Pollen und Nektar kämpfen. Ursache für die fehlenden Bienenweiden sind weitläufige Monokulturen mit kurzen Blühzeiten in der Landwirtschaft ebenso wie fehlende Biodiversität in Gärten und auf öffentlichen Flächen.

Umweltverschmutzung:

Durch Luftverschmutzung fällt es den Bienen immer schwerer, ihre Nahrungsquellen am Blütenduft zu erkennen: vor 200 Jahren sollen Bienen eine Futterpflanze schon aus 800 Metern Entfernung erkannt haben. Heute können sie nur mehr 200 Meter weit riechen. Das erschwert die Nahrungssuche beträchtlich.

Weitere Ursachen:

Varroamilbe, Elektrosmog, Mobilfunkstrahlung, …

Die Welt ohne Bienen

„Wenn die Biene von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr“ soll Albert Einstein gesagt haben. Hat er? Es gibt einige, die bezweifeln, daß Einstein das gesagt hat – und auch, daß es stimmt.

Klar ist: Wenn die Biene stirbt, sind die Folgen dramatisch. Und damit meinen wir nicht, daß Du Dir keinen Honig mehr aufs Frühstücks-Semmerl schmieren kannst!

Überlegt mal: die Gesundheit der Bienen – wild oder gezüchtet – ist ein Indikator für den Zustand unserer Natur. Wenn Umwelt- und Agrargifte die Bienen ausgerottet haben, kann unser Ökosystem nur dramatisch verarmen oder kippen. Neben allen ökologischen Folgen durch das Verschwinden der Insekten und diverser Früchte und Pflanzen … wären drastische Veränderungen unserer Ernährung zwingend.

Wenn 1/3 unserer Lebensmittel von der Erde verschwinden und mit ihnen noch einige Futtermittel, die für die restlichen 2/3 unseres Essens zu Lebzeiten nicht unwichtig wären (Veganer ausgenommen), dann bleiben immer noch einige Nahrungsgrundlagen wie Getreide, Reis oder Mais. Sie werden vom Wind bestäubt. Welche Abhängigkeiten und Machtkonstrukte würden entstehen, wenn wir auf künstliche Vitamine der Lebensmittel- und Pharmaindustrie angewiesen sind? Wie lange würde es dauern, bis Vitamin-Konzerne die Welt regieren? Eurer Phantasie könnt Ihr hier freien Lauf lassen.

Ein Leben ohne die Honigbiene hat es gegeben. Europäische Siedler brachten die ersten Bienenstöcke im Jahr 1622 nach Amerika, Jamestown. Auf Schiffen, die „Hopewell“, „Bona Nova“ und „Discovery“ hießen. Die Indianer nannten das neue Insekt die „Fliege des weißen Mannes“. Nach Australien kam die Honigbiene genau 200 Jahre später, 1822 auf dem Gefangenenschiff „Isabella“. Wie konnten die Indianer und Aborigines bis dahin ohne die Honigbiene leben? Liegt es vielleicht daran, daß sie keine Bienen-Legionen brauchten um Plantagen mit Milliarden von Blüten zu bestäuben um zigtausende Menschen zu ernähren? Die Siedler der Neuen Welt wußten aber, daß ihre landwirtschaftlichen Systeme ohne ihre summenden Mitarbeiterinnen nicht funktionieren würden.