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Asiatisches Denken: Warum man Chi Ling anders gewinnt als Markus Sommer

Abschließende Empfehlungen

Eine erfolgreiche Marketingstrategie für Asien nutzt die zur Verfügung stehenden Erkenntnisse aus Soziologie (kultureller Code), Psychologie (Kaufmotiven) und Hirnforschung. Einige abschließende Empfehlungen aus und für die Praxis:

Tappen Sie nicht in die Ähnlichkeitsfalle! Verabschieden Sie sich vom ethnozentrischen Glauben an eine Einheitsweltkultur, die natürlich westliche Werte übernimmt und diese als Leitwerte akzeptiert.

Schließen Sie bei asiatischen Konsumenten nicht vom Schein auf das Sein! Die Tatsache, daß Asiaten westliche Konsumgüter nachfragen, heißt noch lange nicht, daß sie unser abendländisches Denk- und Wertesystem übernehmen. Für eine gelungene Marketingpolitik müssen kulturspezifische Daten nicht nur bei Werbung, Farben- oder Symbolwahl, sondern auch bei der Positionierung als Marke oder Übersetzung einer bestehenden Marke in (kulturangepasste) Emotions- und Wertewelten berücksichtigt werden

Auch die asiatischen Märkte werden zu Käufermärkten oder sind dies bereits

Diese sind interessiert an westlichen Produkten, werden aber von einer ebenfalls täglich steigenden Zahl internationaler Anbieter umworben. Den Chinesen, die in den nächsten 20 Jahren die größte Volkswirtschaft der Welt sein werden, sind die Vorteile dieser Situation bereits bekannt. „Die Tochter des Kaisers muß sich um Heiratskandidaten keine Sorgen machen“ hören oft westliche Anbieter, was so viel heißt wie: an uns möchte die ganze Welt verkaufen. Deshalb haben wir die Macht, auszuwählen. – Eine marktangepasste Marketingstrategie wird damit zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Literatur:

Seelmann-Holzmann, Hanne;2004: Global Players brauchen Kulturkompetenz. So sichern Sie Ihre Wettbewerbsvorteile im Asiengeschäft. BW Verlag, Nürnberg.

Seelmann-Holzmann, Hanne; 2006: Der rote Drache ist kein Schmusetier. Strategien für langfristigen Erfolg in China. Verlag Redline Wirtschaft, Heidelberg

Weiterführende Literatur zum Neuromarketing:
1. Kochunov, P et. Al; 2003: Localized morphological brain differences between English-speaking Caucasians und Chinese-speaking Asians, Journal of Developmental Neuroscience

2. Baltes, P und Rösler, F.; 2003: Brain, Mind and Culture, Kongressbericht

3. Faye Chua, H.; 2005: Moving eyes, Moving Minds; University of Michigan

4. Park, D.; 2007: Eastern Brain / Western Brain – Neuroimaging Cultural Differences in Cognition, University of Illinois

5. Nisbett, Richard, E.; 2003: The Geography of Thought. How Asians and Westerners Think Differentl and Why. Free Press

6. Cheung, R.W. et al;2003: Confrontation naming in chinese patients with left,
right or bilateral brain damage.The Chinese University of Hongkong

7. Zhu, R et. Al; 2007: Self –Differentiation and Culture, Neuroimage

8. Dabbs, J. M.; 2000: Testosterone and Behavior. McGraw Hill.

Die Autorin Dr. Hanne Seelmann

ist Soziologin und Wirtschaftswissenschaftlerin. Sie ist spezialisiert sich auf den Kulturvergleich Asien – Europa. Von 1982 bis 1993 führte sie zahlreiche Forschungsprojekte in internationalen Projektgruppen in verschiedenen Ländern Asiens durch.

Seit 1994 ist sie als Beraterin selbständig und begleitet europäische Global Player sowie mittelständische Hidden Champions bei ihrem Asienengagement. Neben der strategischen Beratung des Top-Managements bereitet sie Führungskräfte auf ihren Asieneinsatz vor. Dr. Seelmann veröffentlichte zahlreiche Fachartikel und mehrere Bücher rund um das Thema „Geschäftserfolg in Asien“ und ist heute eine gefragte Rednerin auf vielen nationalen und internationalen Tagungen.