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Armut und Wohlstand: USA hinken dem Rest der Welt hinterher

Die wachsende Schere zwischen Arm und Reich bremse das Wirtschaftswachstum und die Chancen der Jugendlichen ab und bedrohe letztlich die Zukunft der Nation. Zum heutigen Zeitpunkt leben insgesamt 45,3 Millionen Menschen in den USA (14,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) unterhalb der Armutsgrenze.

Laut einem Rating von US-Wissenschaftern, das die Vereinigten Staaten deutlich hinter vielen anderen Ländern stehen sieht, gibt es mehrere Anzeichen dafür, daß Amerika vor dem wirtschaftlichen und sozialen Untergang steht.

Die Wissenschafter Hershey Friedman vom Brooklyn College und Sara Hertz von der City University in New York analysierten sämtliche statistischen Daten über die innere Situation in den Vereinigten Staaten für die letzten zehn Jahre und kamen zum Schluß, daß sich ihr Land in einem Niedergang befindet, wofür es insgesamt mehr als ein Dutzend Anzeichen gibt, berichtet „The Times“.

Ihrer Studie zufolge sind die USA in vielen Hinsichten rückläufig. So sei die Kinderarmut in den Vereinigten Staaten schlimmer als in sämtlichen Industrieländern, einschließlich Griechenland, das „von einer Euro-Krise verwüstet“ sei, und osteuropäischen Ländern wie Polen, Litauen und Estland.

Auch das Durchschnittsgehalt der Menschen mittleren Alters lasse viel zu wünschen übrig: Bei den Einkünften der Durchschnittshaushalte belegten die USA den 27. und auch letzten Platz der Länder mit hohem Einkommen. Mit einem Wert von 39.000 Dollar liegen die USA somit hinter Zypern, Taiwan, Katar und Irland.

Was Bildung und Qualifizierung angehe, so rangieren die USA „nah am Boden“ – auf dem 16. Platz von 23 Ländern.

Internet-Geschwindigkeit und —Zugang seien auch niedriger als in 18 anderen Ländern: Bei durchschnittlich hohen Kosten sei die Geschwindigkeit niedrig, was, nach Meinung der Autoren, an dem geringem Wettbewerb in der Internet-Branche liege.

Darüber hinaus seien die Amerikaner auch mit ihrem Leben unzufrieden: Gemäß dem „Lebenszufriedenheits-Ranking” liegen sie auf dem 12. Platz – hinter Israel, Schweden und Australien.

Unter Berufung auf eine Lancet-Studie nennen die wissenschafter auch weitere erschreckende Zahlen: Pro 100.000 Geburten würden in den Vereinigten Staaten durchschnittlich 18,5 Frauen sterben. In Saudi-Arabien und Kanada ist die Müttersterblichkeitsrate um die Hälfte kleiner.

Doch die gefährlichsten Zeichen seien die wachsende Ungleichheit der Einkommen und Vermögen, die zu einem langsames Wachstum und Instabilität führen könnten, betonen die Autoren. Laut ihnen sind die Vereinigten Staaten auf dem stolzen vierten Platz dieses Ratings, nach Chile, Mexiko und der Türkei. Die wachsende Schere zwischen Arm und Reich bremse das Wirtschaftswachstum und die Chancen der Jugendlichen ab und bedrohe letztlich die Zukunft der Nation. Zum heutigen Zeitpunkt leben insgesamt 45,3 Millionen Menschen in den USA (14,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) unterhalb der Armutsgrenze.

„Der Kapitalismus ist unglaublich erfolgreich. Aber er hat sich so ungehindert, räuberisch, so außerordentlich ausgeweitet, daß er in der Tat zu einer Vetternwirtschaft geworden ist. Nun sind solche Orte wie Katar und Rumänien ,Du-würdest-kaum-glauben-daß-sie-existieren-Länder, die das besser als wir machen’“, zitiert „The Times“ Friedman und seine Co-Autorin Sarah Hertz.

Die Debatte darüber, ob Amerika nun in Verfall gerät, wüte schon seit Jahren, betont die Zeitung – der „National Intelligence Council” (Zentrum der US-Geheimdienste für mittel- und langfristige strategische Prognosen) teilte in seinem Bericht für globale Tendenzen schon vor einem Jahrzehnt mit, daß die US-Macht sich auf einem Abwärtspfad befinde. Andere Experten seien der Meinung, daß die USA militärisch überfordert, technologisch schlecht vorbereitet, finanziell gefährdet und zu wenig Dynamik im Vergleich zu neuen, einflussreichen Wettbewerbern zeigen.

„Wenn wir Amerika wieder mächtig sehen möchten, sollten wir vieles wieder gut machen“, beteuert Friedman. „Es ist schwer zu sagen, ob sich etwas ändern wird. Washingtons Politik befindet sich in einer Sackgasse – die Demokraten ziehen nach links, die Republikaner – nach rechts. Es ist jemand in der Mitte erforderlich, der versteht, daß der Kapitalismus – der richtige gesunde Kapitalismus – gut ist, nicht aber jener, der so viel Schaden angerichtet hat.“, fügte er hinzu.

China veröffentlicht Gegenbericht über Verletzungen von Menschenrechten in USA

China hat am Freitag einen Bericht über die Lage der Menschenrechte in den USA veröffentlicht. Der Bericht dient als Antwort auf den am Vortag vom US-Außenministerium veröffentlichten Report über Verletzungen der Menschenrechte weltweit.

Am Donnerstag hatte das US-Außenministerium seinen jährlichen Bericht über Menschenrechte weltweit veröffentlicht. Der Bericht verweist unter anderem auf systematische Verletzungen der Menschenrechte in China – Verstöße gegen Rede- und Bewegungsfreiheit, eingeschränkte Pressefreiheit, Folterungen, „harte“ Internetkontrolle, Zensur und andere Verletzungen der Menschenrechte.

Der Pressedient des Staatsrates der Volksrepublik China hat wiederum den Bericht „Menschenrechte in den USA, Jahr 2014“ verfaßt. Der vollständige Text des Dokumentes ist auf der Internetseite der Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlicht.

„Das US-Außenministerium hat am 25. Juni erneut einen Bericht über Menschenrechte in anderen Ländern veröffentlicht. Dabei zeigte es nicht einmal ein Bruchstück von Bedauern oder den Wunsch, die schreckliche Situation mit den Menschenrechten im eigenen Land zu verbessern“ – heißt es im Vorwort des chinesischen Berichts.

Dem Dokument zufolge gibt es genügend Tatsachen, die davon zeugen, daß die bestehenden Probleme im Bereich der Menschenrechte in den USA im Jahr 2014 nicht gelöst worden sind. Mehr noch: Eine ganze Reihe neuer Probleme sei entstanden.

Zudem haben die USA nach Ansicht der chinesischen Behörden im Jahr 2014 auch in anderen Ländern gegen Menschenrechte verstoßen, und zwar auf eine noch „dreistere Weise“.

Das Dokument verweist auf eine weite Verbreitung von Feuerwaffen in den USA, die für die Einwohner lebensbedrohlich sei, und auf die polizeiliche Gewalt, die viele Menschenleben gefordert und eine gesellschaftliche Entrüstung hervorgerufen hat.
Peking erinnerte die USA auch an „grausame Folterungen“ durch die CIA, an Rassendiskriminierung und an Rassenvorurteile in der Polizei und im Justizsystem.

Die Menschenrechtslage gehört zu den peinlichsten Fragen bei den Beziehungen zwischen China und den USA. Washington wirft den chinesischen Behörden regelmäßig vor, gegen Menschenrechte zu verstoßen. Das chinesische Außenministerium hatte die USA mehrfach dazu aufgerufen, sich mit den eigenen Menschenrechtsproblemen auseinanderzusetzen und die Rolle eines „internationalen Richters“ aufzugeben.