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Ab 30. Oktober 2015 Film von Jean-Jacques Annaud: Der letzte Wolf

Der letzte Wolf basiert auf dem Roman Zorn der Wölfe, den der chinesischer Autor Jiang Rong 2004 veröffentlichte und der sich in seinem Heimatland zum Bestseller entwickelte.

Le Dernier loup
Digital 3D | Abenteuer | Deutsch
Darsteller: Feng Shao-feng, Shawn Dou, Ankhnyam Ragchaa
Regie: Jean-Jacques Annaud

1969 wird der junge Student Chen Zhen (Shaofeng Feng) von Peking aus in die Mongolei geschickt, um einen Stamm nomadischer Hirten zu erziehen. Doch eigentlich ist es Chen, der noch viel zu lernen hat – über Gemeinschaft, Freiheit und Verantwortung. Das fremdartige Leben in diesem unendlichen Land kann atemberaubend, aber zum Teil auch angsteinflößend sein. In der Wildnis lebt das am meisten gefürchtete, aber auch verehrte Wesen, der Wolf. Fasziniert von der komplexen Beziehung zwischen diesen mystischen und heiligen Tieren und den Hirten, fängt Chen einen jungen Wolf, um ihn zu zähmen. Doch die traditionelle Lebensweise des Stammes und generell das natürliche Gleichgewicht der Region sind bedroht, als ein Offizier der Zentralregierung anreist. Er sieht in den Wölfen nichts anderes als gefährliche Bestien und will das Wolfproblem ein für alle Mal lösen.

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Der französische Starregisseur Jean-Jacques Annaud galt in China lange Zeit als unerwünschte Person, weil er in “Sieben Jahre in Tibet” ein zu freundliches Bild des Dalai Lama zeichnete. Achtzehn Jahre später ist das Ein­reiseverbot plötzlich aufgehoben, weil Annaud Hand an ein Meisterwerk der chinesischen Literatur legte.

Es handelt sich um das ökologisch angehauchte Buch “Der Zorn der Wölfe”, das im Reich der Mitte zu den nationalen Kultur­gütern vom Rang der Mao-Bibel gehört. Und es erzählt eine Geschichte, die wie geschaffen ist für den Macher von “Der Bär” und des Tigerfilms “Zwei Brüder”. Hauptfigur ist der Student Chen Zhen (Shaofeng Feng), der im zweiten Jahr der Kulturrevolution in die Mongolei geschickt wird, damit er dem verarmten Landvolk Lesen und Schreiben beibringt. In der Einöde entdeckt er seine Faszination für die Wölfe der Umgebung. Er zieht sogar heimlich in seiner Unterkunft ein Wolfsjunges auf, das er vor dem sicheren Tod bewahrt hat. Doch das Tier bleibt nicht unentdeckt, und als die Wölfe die Siedlungen der Bauern angreifen, kommt es zum Konflikt zwischen Mensch und Natur.

Ein Jahr drehte Regisseur Annaud an Originalschauplätzen, fing atemberaubende Bilder ein. Nur rund ein Dutzend der Einstellungen des gesamten Films “Der letzte Wolf” ist computergeneriert, der Rest ist “echt”, was monatelange Proben mit Tiertrainern bedeutete.

Annaud: “Einen Hund kann man mit einer Belohnung ködern, einen Wolf nicht. Ein Wolf ist unbestechlich. Und man kann sich ihm nicht einfach nähern. Man muß manchmal Stunden, sogar Tage warten, bis er auf einen zukommt, einen umkreist, Witterung aufnimmt – und die Szene zuläßt.”

“Der letzte Wolf” siedelt wie viele Annaud-Filme dicht am poetischen Kitsch, ist aber von einem schöngeistigen Ethos, dem man sich kaum verschließen mag. Die Landschaftsbilder sind überwältigend und gewinnen durch die kunstvoll eingesetzte 3D-Technik noch an archaischer Kraft. Da verzeiht man dem guten Jean-Jacques Annaud schon mal so manche Holzhammerplattitüde wie den “Selbstmord” der Wölfe oder das pathetischste Schlußbild aller Zeiten. Achten Sie am Ende des Films mal auf die Wolken.