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4,9 Billionen US-Dollar an Subventionen für fossile Energie

Im Mai hat der IWF ein Arbeitspapier zu den globalen Subventionen fossiler Energien herausgegeben.

Die Autoren David Coady, Ian Parry, Louis Sears, und Baoping Shang kommen darin zu dem Schluß, daß eine reale Preisbildung und damit Dekarbonisierung zum globalen Wohlstand beitragen würde. Dem Arbeitspapier ist allerdings vorangestellt, daß die darin geäußerten Ansichten nicht unbedingt denen des IWF und seines Vorstandes entsprechen.

Die direkten und indirekten Subventionen in die fossile Energiewirtschaft seien noch höher als bislang angenommen, meldete der IWF im Juli. Demnach werden die Subventionen im Jahr 2013 weltweit auf 4,9 Billionen US-Dollar geschätzt, entsprechend 6,5 Prozent des globalen BIP. Die Projektion für 2015 besagt, daß die Subventionen prozentual gleich bleiben, nominell würden sie damit auf 5,3 Billionen US Dollar steigen.

Unter Subventionen verstehen Coady, Parry, Sears und Shang hauptsächlich in den Energiepreisen nicht abgebildete Folgekosten durch Umwelt- und Gesundheitsschäden. direkte Subventionen machen nur einen geringen Anteil aus. Von den externen Kosten ist nur rund ein Viertel durch den Klimawandel bedingt, der größte Teil entfällt auf die direkte Luftverschmutzung und Umweltzerstörung vor Ort. Wenig verwunderlich ist, daß die Energiegewinnung aus Kohle für über die Hälfte der externen Kosten weltweit verantwortlich ist, da hier die Schadstoffbelastung besonders hoch ist.

Eine Internalisierung der Kosten würde nach Einschätzung der Autoren sowohl der Umwelt als auch der Wirtschaft zugutekommen. Die CO2-Emissionen würden um mehr als 20 Prozent sinken, vorzeitige Todesfälle durch Luftverschmutzung würden sogar um 55 Prozent zurückgehen. Der globale Wohlstand wäre im Jahr 2013 um 1,4 Billionen US Dollar höher gewesen. Allerdings räumen die Autoren ein, daß nicht alle Menschen gleichermaßen von einer Energiepreisreform profitieren würden, und daß arme Bevölkerungsschichten besonders geschützt werden müßten.

Schutz indigener Gebiete statt REDD

Entgegen derartigen monetären Ansätzen zum Klima- und Umweltschutz fordern indigene Führungspersönlichkeiten aus dem Amazonasgebiet die rechtliche Anerkennung und den Schutz ihrer Territorien als Beitrag zum Klimaschutz. Die nachhaltige Bewirtschaftung von 2,4 Millionen Quadratkilometern indigener Territorien würde 96 Gigatonnen CO2 binden, erklärte das Klimabündnis anlässlich des Internationalen Tags der indigenen Bevölkerung der Welt.

“Die Idee ist einfach: Die rechtliche Anerkennung indigener Territorien gewährleisten und die BewohnerInnen dieser Gebiete in dem zu unterstützen, was sie schon immer getan haben – den Wald, ihr Zuhause, schützen. Dieser einfache Plan hilft, sowohl indigene Existenzgrundlagen als auch komplexe Wald-Ökosysteme zu bewahren, die die Regulierung von Wetter, Nährstoff-, Boden- und Wasserkreisläufen bieten.” Von dem genannten Gebiet müßten rund eine Million Quadratkilometer noch offiziell anerkannt werden, sonst droht ein Teil durch den Druck von außen verloren zu gehen. Zu den Bedrohungen zählen Holzeinschlag, die Ausweitung von Landwirtschaftsflächen und die Ausbeutung von Rohstoffen. Daher sei es auch wichtig, indigene Gruppen finanziell beim Schutz der Außengrenzen ihrer Gebiete zu unterstützen.

Der Vorschlag “REDD+ im Amazonas” der indigenen Bevölkerung richtet sich gegen das ursprüngliche REDD-Programm der Vereinten Nationen, das auf dem Handel mit CO2-Zertifikaten beruht, für die Indigenen und ihre Lebensgrundlagen aber oft keinen ausreichenden Schutz bedeutet und Waldrodungen nicht verhindern kann.

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Offshore boomt

Bereits vergangene Woche wurde an dieser Stelle von einem sehr geringen Zubau von PV-Anlagen berichtet. Immerhin die Installation von Freiflächenanlagen erfreut sich noch eines großen Interesses, wenn auch die Gesamtkapazität durch Ausschreibungen komplett von der Bundesregierung vorgegeben wird.

Am 3. August endete die 2. Ausschreibungsrunde mit einem Umfang von 150 Megawatt. Die Gebote umfassen etwa das Dreifache dieser Kapazität. Anders als in der ersten Runde sollen die Bieter keinen Zuschlag in Höhe ihres Gebots bekommen, sondern einen aus den Gebotswerten ermittelten Einheitspreis.

Auch der Netto-Zubau von Windenergieanlagen fiel im ersten Halbjahr 2015 wesentlich niedriger aus als im Vorjahreszeitraum. Mit 1093 MW wurden 34 Prozent weniger Leistung installiert als in der ersten Jahreshälfte 2014. Über die Hälfte der Neuinstallationen entfielen 2015 auf die Bundesländer Schleswig-Holstein, Brandenburg und Niedersachsen.

Dynamischer als an Land entwickelt sich zur Zeit der Ausbau der Offshore-Windenergie. Im ersten Halbjahr 2015 gingen 1.765 MW ans Netz, die Branche rechnet damit, daß bis Ende des Jahres Offshore-Windparks mit insgesamt 3.300 MW angeschlossen sein werden. Diese Entwicklung schlägt sich auch in Investitionen im Anlagenbau und in der Anzahl von Arbeitsplätzen nieder.

Der Fachinformationsdienst IWR berichtet über eine neue Fabrik für Offshore-Gondeln, die Siemens in Cuxhaven errichten will. Ab Mitte 2017 soll dort die Produktion starten, bis zu 1000 neue Arbeitsplätze dadurch entstehen. Insgesamt sind nach Angaben von VDMA Power Systems bereits rund 19.000 Menschen in der Offshore-Windindustrie in Deutschland beschäftigt.